Die Unamerikanischen – Molly Antopol

  • Die Autorin und die Übersetzerin (Quelle: Amazon)
    Molly Antopol, geboren 1979, lebte als Kind mit ihrer Mutter in einer Kommune an der amerikanischen Ostküste. Nach dem Studium zog sie nach Israel und war dort für eine palästinensisch-israelische Menschenrechtsorganisation tätig. Inzwischen lebt sie in San Francisco und lehrt an der Stanford University. Ein Drittel des Jahres verbringt sie in Israel.


    Patricia Klobusiczky studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und arbeitete lange als Lektorin. Inzwischen übersetzt sie aus dem Französischen und Englischen, u.a. Werke von William Boyd, Lorrie Moore, Marie Darrieussecq und Louise de Vilmorin.


    Das Buch (Quelle: Amazon)
    Unverhofft findet Howard in Sveta, einer jungen Frau aus der Ukraine, seine späte große Liebe. Doch noch am ersten Tag ihrer Hochzeitsreise nach Kiew stellt sich das Glück als Irrtum heraus: Die Gefühle, die Sveta in New York für ihn empfand, zerfallen in ihrer Heimat zu Staub. Nie hat Howard sich so einsam gefühlt wie jetzt, in dieser fremden Stadt, die sein Großvater einst für ein Leben in Amerika zurückgelassen hatte.


    Molly Antopols Geschichten sind kleine Wunderwerke. Drei Generationen und Kontinente passen in eine einzige ihrer mit verblüffender Leichtigkeit geschriebenen Erzählungen über die unverdrossene Suche nach Liebe und Glück, nach Halt in dieser den seismischen Kräften der Geschichte ausgesetzten Welt.


    Meinung
    Acht Erzählungen, die mehr oder weniger um dieselben Themen kreisen. Im Mittelpunkt stehen jüdische Familien, die aus Europa stammen, in den USA oder in Israel heimisch geworden sind, und über allen schwebt der Geist oder besser der Ungeist der Shoah und/oder der McCarthy-Ära. Es geht um Generationenkonflikte, Eheprobleme und Schicksalsschläge, die in ähnlicher Form in allen Erzählungen präsent sind. Und die Frauen sind nicht hübsch, sondern auf eine markante Weise schön.


    Obwohl man in jeder Story Inhalte findet, die sich in anderen Geschichten wiederholen, sind alle Erzählungen eindrucksvoll und spannend. Sie regen zum Nachdenken an: Inwiefern werde ich von meiner Herkunft geprägt? Bestimmt sie das Maß des mir beschiedenen Glücks sowie meiner Liebesfähigkeit?


    Bei zwei Erzählungen hatte ich das Gefühl, dass der Stoff auch für einen Roman gereicht hätte. Ein gutes Buch von einer erstklassigen Erzählerin.