Georg Bitter Verlag, 1990
Gebundene Ausgabe: 180 Seiten
Kurzbeschreibung:
Sibirien 1962. Nadja, 17jährige Tochter des Fährmannes Dimitrij, sitzt träumend am Fluß Oljokma und sehnt sich hinaus in die Welt ... Nadja - in Wahrheit, wie sich später herausstellt, Tochter einer Ukrainerin und eines deutschen Soldaten - steht ein harter und leidvoller Lebensweg bevor, bis sie, zusammen mit ihrem Mann, dem Rußlanddeutschen Eduard, nach Deutschland ausreisen kann.
Über die Autorin:
Nelly Däs (geb. Schmidt; * 8. Januar 1930 in Friedenthal bei Saporischschja, Ukraine) ist eine russlanddeutsche Schriftstellerin.
Mein Eindruck:
Auf dieses Buch bin ich durch Zufall gestoßen und es konnte mich trotz einem sprachlich altmodischen Stil in Ansätzen doch interessieren.
1930 in Friedental in der Ukraine geboren ist Nelly Däs eine bekannte Russlanddeutsche Autorin.
Das Mädchen vom Fährhaus ist als Jugendbuch (ab 14 konzipiert, liest sich aber doch überwiegend als Buch für alle an dem Leben der Russlanddeutschen nach dem Krioeg Interessierte. Manche Schicksale der handelnden Figuren sind exemplarisch zu verstehen und die Lebensbedingungen der Verbannten wirken realistisch.
Die Handlung des Romans ist zwischen 1962 und 1978 angesiedelt.
Nadja lebt die ersten 17 Jahren ihres Lebens unbeschwert und frei mit ihrem Vater, einem Fährmann, und der Großmutter in den Wäldern der Taiga auf.
Ihre Mutter kannte sie nicht. Erst jetzt erfährt sie, dass ihr richtiger Vater Deutscher war und die ukrainische Mutter sie nach Kriegsende in einem sowjetischen Gefängnis geboren hatte.
Auch Nadjas Stiefvater geriet in Verbannung nach Sibirien, nur weil er im Krieg in Deutschland gefangen war. Doch immerhin gelang es ihm dort, sich ein Leben aufzubauen. Lebevoll kümmerte er sich um Nadja auch nachdem ihre Mutter die Familie verlassen hatte.
Nadja heiratet. Doch nach dem frühen Tod ihres Mannes gerät sie mit ihrem Baby in Schwierigkeiten, weil die Schwiegermutter ihr das Kind wegnehmen will. Sie kehrt zurück ins Fährhaus.
Nach weiteren Auseinadersetzungen erlebt auch Nadja die Ungerechtigkeiten und Verfolgung, die nicht angepasste Menschen in der Sowjetunion ausgesetzt waren.
Nadja und ihr zweiter Ehemann, ein Deutschstämmiger, wollen nach Deutschland auswandern.
Nadja muss das Schicksal ihrer Mutter erleiden, als auch sie schwanger und ungerechtfertigterweise ins Gefängnis kommt.
Das Mädchen vom Fährhaus wurde 996 als ZDF-Zweiteiler unter dem Titel „Nadja - Heimkehr in die Fremde“ verfilmt. Hoffentlich wird das irgendwann mal wiederholt.