Titel: Wie geht’s den Jungs vom Gottesacker. Meine unorthodoxe Jugend im katholischen Internat
Autor: Alexandros Stefanidis
Verlag: Rowohlt
Erschienen: August 2014
Seitenzahl: 250
ISBN-10: 3499617080
ISBN-13: 978-3499617089
Preis: 9.99 EUR
„Mein Name ist Alexandros Stefanidis. Ich bin zu einem großen Teil in einem katholischen Jungeninternat in der Südwestpfalz aufgewachsen. Unter lauter Deutschen. Nicht jeder hat so viel Glück. Im Internat St. Pirmin in Dahn gab es damals so gut wie keine Ausländer und folgerichtig auch keine Ausländerkinder in meinem Alter. Für die anderen Jungs war ich ab dem ersten Tag nur der Grieche . Das ist kein Witz. Statt Alexandros oder Alex hieß ich fortan für alle Grieche.“
So beginnt dieses Buch. Ein Buch das sehr anschaulich das Leben von Alexandros Stefanidis beschreibt. Die Eltern betreiben in Karlsruhe ein griechisches Restaurant. Als Alexandros dann im Gymnasium nicht versetzt wird, entschließen sich seine Eltern ihn auf ein katholisches Internat zu schicken.
Dort muss er lernen sich durchzusetzen und lernen ohne seine Familie klarzukommen.
Und er muß auch auf unter der Woche auf seine Kumpels vom „Gottesacker“ verzichten. Der Gottesacker ist nicht ein Bolzplatz, wo sich die Jungen unterschiedlichster Herkunft treffen um Fußball zu spielen.
In diesem Buch, übrigens die Forsetzung der Erinnerungen mit dem Titel „Beim Griechen“, geht es um die Zeit im Internat, um die erste Liebe, um Freundschaften und auch um Feindschaften. Es ist ein Blick zurück, der manchmal etwas wehmütig ist – ohne dabei aber weinerlich zu sein. Der Autor macht aber auch deutlich, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und das man sich nicht nur das Gute herauspicken kann.
Das Buch ist intensiv ohne dabei aber verbissen oder verbiestert zu sein. Ein lesenswertes und interessantes Buch, dem man an einigen Stellen ein wenig mehr Tiefe gewünscht hätte. 6 Eulenpunkte für ein Erinnerungsbuch, das manchmal etwas zu glatt ist.