Wenn Du mal viiiel viel Zeit über hast ... und Geld ... dann schreibst Du uns ein Outtake Buch, OK ?

'Die Stadt der schweigenden Berge' - Seiten 333 - 398
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Das hab ich mir - wenn ich meine In-zwei-Monaten-ist-alles-vorbei-Heulanfaelle hab - auch schon ziemlich oft versprochen. Weiter geht's dann nicht mehr, dafuer hab ich gesorgt, aber die Outtakes haett ich ja noch ...
(besonders die Zeitungsfalt-Szenen. Die moecht' bestimmt jeder lesen ...)
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Zitat
Original von Charlie
Das hab ich mir - wenn ich meine In-zwei-Monaten-ist-alles-vorbei-Heulanfaelle hab - auch schon ziemlich oft versprochen. Weiter geht's dann nicht mehr, dafuer hab ich gesorgt, aber die Outtakes haett ich ja noch ...(besonders die Zeitungsfalt-Szenen. Die moecht' bestimmt jeder lesen ...)
Aber auf jeden Fall ... das ist bestimmt eine perfekt Einschlaf Geschichte
Bewahrst Du Deine Outtakes zu allen Büchern immer auf?
Liest Du da noch drin oder sind Bücher irgendwie abgeschlossen? -
Nein, ich hatte noch nie Outtakes, ich wusste, dass Kollegen das machen, aber ich hatte keine Ahnung, warum.
Bei mir ist sonst immer Loesch-und-weg.Deshalb hab ich mich ja so krankgelacht.
Bei Ararat benehm ich mich wie Tante Frieda mit dem Fotoalbum: Ich kann nuescht wegschmeissen. -
Und dann digitaler Möglichkeiten kannst Du bis zum Umfallen Outtakes sammeln ohne dass sie Platz weg nehmen!
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Wie ich es erwartet habe, geht es wirklich nach Hattusa. Allerdings hat mich erstaunt, dass die Tour von Arman und nicht von Merten geleitet wird.
Für Paul ist die Reise ja so gar nichts, mit seiner Selbsteinschätzung vom Schreibstubenhengst hat er also immer Recht gehabt.
Für Arman ist derweil mein Herz entflammen. Oh weh der Kerl tut mir so unglaublich Leid und gleichzeitig zieht mich sein Schicksal immer mehr in den Bann. Ich glaube diese Figur werde ich so schnell nicht mehr aus meinem Herzen lassen können.
Dass Amarna ihren Vater riecht, das glaube ich irgendwie aufs Wort. Mein Geruchssinn ist ebenfalls sehr ausgeprägt, ich rieche eher als dass ich wen/ etwas sehe.
Nochmal zu Paul: Er ist ein Mitläufer, aber er tut das in meinen Augen alles aus Liebe. Ich bin noch nicht so weit ihn als Weichei abzustempeln. Er ist eben verzweifelt verliebt und klammert sich daran fest. Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt...
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Zitat
Original von nicigirl85
Ich glaube diese Figur werde ich so schnell nicht mehr aus meinem Herzen lassen können.
Dass Amarna ihren Vater riecht, das glaube ich irgendwie aufs Wort. Mein Geruchssinn ist ebenfalls sehr ausgeprägt, ich rieche eher als dass ich wen/ etwas sehe.
Zu beidem sende ich Dir meine solidarischen Willkommen-im-Club-Gruesse. Wenn ich die Naechte zusammenzaehle, die er mich gekostet hat (die gestrige war sein juengstes Opfer) und die nachgezahlt bekomme, habe ich ganz sicher acht Falten weniger.
Aber ich behalt' die lieber. Arman ist meine Hochdosis-LangzeitHRT, und bei denen muss man ein paar Nebenwirkungen bekanntlich in Kauf nehmen.Und das mit dem Geruch habe ich auch. Ganz schlimm. Ich kann mir kaum ein Gesicht merken, und mein Gehoer ist leider bereits im Rentner-Modus, aber ich weiss noch, wie's im Mai 1980 in Gorleben gerochen hat, und wenn dieser Kirschen-aus-gruener-Papiertuete-Geruch irgendwo auftaucht, ist wieder Mai und wieder Gorleben und wieder 1980.
Ich freu mich so, dass Du wieder an Bord bist, ich hatte schon gedacht, wir haetten es uns mit Dir verscherzt, Hatti und ich.
Einen froehlichen Tag wuenscht Charlie (zerknittert)
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@ Charlie: Nein keine Sorge ich liebe doch dieses Buch, ich hatte nur ein kleines Koordinationsproblem.
Ich lese ja mehrere Bücher gleichzeitig und da ich am Wochenende Gäste hatte, da wurden meine Lese- Pläne etwas durcheinander gebracht.
Bezüglich des Geruchs stört es mich eigentlich nicht, es ist halt so. Ich schiebe es immer darauf, dass ich halt eine etwas stärkere Brille trage, denn je weniger ich sehe, desto besser nehme ich Gerüche wahr.
Mein Mann ist ja eher der Meinung, dass ich so einen guten Geruchssinn habe, weil ich nicht Hören kann. Ja ja...
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Mehrere Romane (also solche, die ich lesen will - nicht die, die ich aus beruflichen Gruenden lesen muss) gleichzeitig lesen kann ich nicht. Entweder einer frisst mich, oder ich spucke ihn aus und nehme mir einen anderen. Schon wenn mich einer so ungefressen laesst, dass ich nach dem anderen schiele, stehen seine Karten schlecht.
Bringt man dabei nie die Geschichten durcheinander? Die Figuren?
Ich wuesste ja schrecklich gern, mit wem meine Gang da auf Deinem Nachttisch flirten darf. Andererseits wuesst' ich's lieber nicht gern, denn was mach ich denn, wenn ich die nicht mag? Oder wenn ich die so sehr mag, dass ich denke: Mein armer Haufen, dagegen kann er nicht anstinken.
Also ich faende das natuerlich absolut schmeichelhaft, wenn mir jetzt einer erzaehlt, er liest neben meinem "Musa Dagh". Aber ganz ehrlich ... ich lieb meinen heiss und innig, wie ich hier oft genug in die Gegend blase ... aber fuer Franz Werfel wuerd ich ihn beiseite wischen ...
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@ Charlie: Ich lese nahezu 90% aller Bücher in Leserunden und da liest man ja meist täglich nur einen bestimmten Leseabschnitt. Das sind für mich dann aber meist zu wenig Seiten. Nun ja und wenn ich jetzt z.B. so ein tolles Buch wie deines alleine lesen würde, dann wäre das ja in 2 Tagen durchgelesen. Nun ja und meine Mitleser bei den Leserunden wären sicher sauer, wenn man so weit vorprescht.
Im Schnitt lese ich 3 Bücher parallel, die dann aber schon sehr unterschiedlich sind, so dass es da ganz sicher nicht zu Verwechslungen kommt.
Ich erkläre das immer mit dem Fernsehen, denn da guckt man ja auch eine Serienfolge, kann erst in der Folgewoche weiter schauen. Nun ja und da guckt man zwischendurch ja auch was anderes.
Ansonsten ist mein Lesepensum recht hoch, weil ich Lesen als Ausgleich nach dem Job habe. TV gucke ich so gut wie gar nicht, stattdessen lese ich lieber bis spät in die Nacht. Und wenn ich mal alleine zu Hause bin, dann stehe ich extra früh auf, um viel lesen zu können. Leicht plemplem (so mein Mann), aber so bin ich halt.
Falls dich interessiert, was noch in meiner Leseecke liegt, dann schau doch auf meinem Blog vorbei (http://nicigirl85.blogspot.de/)
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Hab geschaut!
Kenne die Buecher nicht und weiss jetzt nicht, ob ich ein ganz mutiger Streiter sein will und mich traue, mir die anzuschauen.
Nee, lieber nicht.
Sonst hab ich, wenn ich die ganz toll finde, Angst, Du wirst meiner Hatti abspenstig.Kann ich ja machen, wenn ich Dich sicher im Ziel weiss!
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Mir geht es auch so, ich schaffe es nicht 2 oder womöglich 3 Bücher nebeneinander zu lesen.
Ich muss mich auf eines einlassen und wenn das gut ist, also auch so wie bei der Hatti, dann brauch ich sogar noch ein paar Tage um es nachklingen zu lassen, da schafft es ein neues Buch nicht in meinen Kopf oder in mein Herz.
Der bloglink funktioniert bei mir nichtDie von Ihnen eingegebene Internetadresse
nicigirl85.blogspot.de konnte nicht gefunden werden.Egal ob ich es direkt eingebe oder den link anklicke
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@ Findus: Hm das ist aber komisch, bei mir geht es. Vielleicht mal bei Google nicigirl85s welt eingeben und darüber probieren.
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Neue Strategie zur Vermeidung von Endlos-Beiträgen – ich schreibe erst mal meine Gedanken und dann lese ich eure und äußere mich dazu. Wenn ich damit einiges wiederhole, was schon längst geschrieben wurde, entschuldige ich mich schon jetzt!
Mit dem Perspektivwechsel hin zu Paul am Anfang dieses Abschnitts habe ich mich schwergetan. Ich will nichts aus Pauls Sicht lesen, sondern viel mehr von Amarna und Arman. An den ersten Tagen hat mir Amarna sehr leidgetan, so nah und doch so fern von Arman. Umso mehr hat mich aber ihr äußert zielstrebiges Vorgehen danach gefreut und überrascht. Es gehört sehr, sehr viel Mut dazu, zu einem geliebten Menschen zu gehen und ihm so deutlich seine Gefühle darzulegen! Sie weiß ja überhaupt nicht, was Arman ihr gegenüber empfindet. Ich weiß nicht, ob ich diese enorme Stärke einer 24jährigen abnehme, aber irgendwie passt das doch zu Amarna. Genauso wie ihr schneller Wechsel zu völlig irrationalen Angstzuständen und ihrer nahezu hysterischen Fixierung, es müsse ihnen jetzt genauso ergehen wie den beiden Freunden im Gilgamesch-Epos. Nicht dass es nicht verständlich ist, solch irrationale Ängste hat jeder mal. Es ist wirklich ein Auf und Ab ihrer Gefühle!
Bei dem Pferdewettstreit hätte ich ihr aber gern gesagt: „He, jetzt lass ihn doch mal.“ Ich fand es schade, dass sie ihn gleich wieder „bestraft“, wenn er endlich mal zumindest ein bisschen Spaß und Ungezwungenheit hat. Da muss sie sich doch wirklich nicht so aufführen wie seine Oma, auch wenn Paul wie eine beleidigte Leberwurst danebensitzt. Das ist doch in erster Linie Pauls Problem.
Überhaupt Paul. Mir tut er wirklich sehr, sehr leid. Er merkt leider überhaupt nicht, dass der Wettkampf schon längst vorbei und für ihn verloren ist. Amarna hat es ihm zwar schon mal gesagt, trotzdem würde ich sie hier gerne in die Pflicht nehmen und daran erinnern, dass es ihre Aufgabe ist, ihm (wiederholt) klarzumachen, dass aus ihnen beiden nichts mehr wird. Auch dann nicht, wenn es mit Arman nicht klappen sollte. Eigentlich kann man ihm nur wünschen, bei nächster Gelegenheit abzureisen, um sich nicht länger selbst zu quälen. Aber ich kann auch verstehen, dass er nach wie vor an Amarna hängt und ihm diese Expedition auch beruflich wichtig ist. Er hat sein Leben lang für so eine Gelegenheit kämpfen müssen und es ist klar, dass er die nicht so einfach wegwirft.
Merten finde ich in diesem Abschnitt sogar erträglich, wobei das mit uns beiden wohl nichts mehr wird!
Ich frage mich, warum Arman auf S. 364 zu Amrana sagt, er bräuchte ihre Erinnerungen in Hattusa. Anscheinend fehlt ihm auch ein Stück seines Lebens. Ich bin gespannt!
Bleibt noch die Frage, wer der Pferd und den Sattel manipuliert hat! Amran (vielleicht auch, um sich als mutiger Held zu präsentieren)? Für mich sehr unwahrscheinlich, zu ihm passt so ein Vorgehen überhaupt nicht. Die drei Türken – nein, wieso denn? Merten und Paul sicher auch nicht, da keiner von beiden Amarna schaden will. Da bleibt nur Rehan – die große Unbekannte, bei der ich mich schon die ganze Zeit wundere, was sie eigentlich auf dieser Expedition soll.
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Zitat
Original von Lese-rina
Da muss sie sich doch wirklich nicht so aufführen wie seine Oma, lDarueber habe ich mich gerade krankgelacht.
Das kann sie doch nicht machen!
Seine Oma bin doch ich.
Na ja. Tante Frieda halt. Und von denen - Friedas, Omas etc. - hat man halt immer abwechselnd zu viel oder nicht genug.Ich finde sie in der Szene auch viel zu streng. Er benimmt sich doof, aber ich mag ihn gern, wenn er sich doof benimmt (das haben Friedas halt so an sich ...), weil ich dann sehe, wie jung er noch ist. Und vital genug, um dem Leben die Zuegel schiessen zu lassen, sich zu ueberantworten.
(Das klingt auch schon wieder total neben der Spur. Ich fuerchte, ich kann mir nicht mehr so sehr viel Hoffnungen darauf machen, dass mein Geisteszustand hier als nicht besorgniserregend durchgeht.)
Amarna verstehe ich aber auch. Sie hat so viel Angst, und der groesste Teil davon ist ziemlich begruendet.Dass die Sicht von Paul nervt, hat auch einer der Testleser gesagt. Ich ueberlege, ob ich die haette rausnehmen sollen. (Und um ehrlich zu sein: ob ich die Perspektive einer Nicht-Hauptfigur JETZT rausnehmen SOLL. Ich bin bisher nie ohne ausgekommen, ich grusle mich ein bisschen. Andererseits gibt es ziemlich viel, was dafuer spricht, das mal zu versuchen.)
Wie auch immer - auch heute haett' ich dir gern noch sehr viel laenger "zugelesen".
Alles Liebe von Charlie
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Zitat
Original von Bookworm
Der Duft deutet wieder in Richtung Tilman, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Amarna in Gefahr bringen würde, indem er ihr Pferd manipuliert.Die Wahrnehmung von Amarna wegen des Duftes habe ich zwar gelesen, zu diesem Zeitpunkt aber längst schon wieder weggeschoben. Ich kann mir auch überhaupt nicht vorstellen, wie es gehen soll, dass Tilman unerkannt und vor allem ungesehen die Kolonne verfolgt. Schließlich ist er Europäer und wird wohl in dieser Gegend auffallen wie ein bunter Hund.
ZitatOriginal von Selma
..., aber trotzdem tut mir Paul immer noch leid. Hey Leute, der Mann hat Liebeskummer und keinen kümmerts.Eben! Ich bin ja richtiggehend erschrocken, dass viele Paul so kritisch sehen (und hab mir schon überlegt, was ich denn überlesen habe). Wie soll er denn sonst reagieren, außer sauer zu sein? Ein anderer hat ihm seine große Liebe weggenschnappt und das muss er sich auch noch täglich ansehen!
ZitatOriginal von Paradise Lost
Ich komme mir hier gerade ein bisschen wie eine Paul-Verfechterin vor. Es ist ja nicht so, dass ich seine schlechten Seiten nicht sehe....Ich würde mir für ihn auch wünschen, dass er Arman als Freund annehmen könnte (aber das ist denke ich zuviel verlangt), weil ich glaube, dass gerade der ihm viel geben könnte.
Ich schließe mich dir als Paul-Verfechterin an! So viele schlechte Seiten hat er gar nicht, zumindest nicht mehr als alle anderen Figuren im Buch!
Mit dem Verbündeten habt ihr recht! Paul und Arman würden sich wahrscheinlich gut verstehen, die beiden passen zueinander. Beide anders aufgewachsen als „normale“ Akademiker und beide beißen sich (auf ihre Art) durch. Paul als Theoretiker und Arman als Praktiker würden sich gut ergänzen. Schade, dass daraus keine Freundschaft werden kann, weil Amarna dazwischensteht.
Und für den zweiten Band: Was spricht gegen eine liebe, nette Frau, die ihn anbetet?
ZitatOriginal von Paradise Lost
Einige der Dinge über die sich Amarna bei Paul aufregt, würde sie bei Arman mit einem wonniglichen Augenaufschlag und einer gestreichelten Wange hinnehmen.Auch hier:
Ich möchte der Fairness halber auch mal darauf hinweisen, dass Arman bei aller Verständnis für seine Vorgeschichte auch viele Problemseiten hat. Und nach wie vor nicht ehrlich zu Amarna ist und sie teilweise auch ganz schön mies behandelt. Ich meine, er hüpft mit ihr ins Bett und dann tagelang kein persönliches Wort mehr – was soll das denn? Also bitte, nicht den einen total verunglimpfen und den anderen in den Himmel loben! Zumindest von uns könnte Paul doch etwas mehr Objektivität erwarten, dass die verliebte Amarna das anders macht, ist ja eh klar.
Ach ja - mit meiner Vermutung, Alex könnte die gelöschte Person aus den Unterlagen sein, lag ich falsch. Der ist ja schon vorher gestorben. Aber irgendwie hängt er nach der Aussage Mertens ganz am Anfang doch mit drin und warum hat Tilmann Amarna nicht einfach von ihm erzählt? So ganz durch ist für mich dieses Thema noch nicht.
ZitatOriginal von Charlie
Seine Oma bin doch ich.
Na ja. Tante Frieda halt. Und von denen - Friedas, Omas etc. - hat man halt immer abwechselnd zu viel oder nicht genug.Ehrlich gesagt, wollte ich fast schon Tante Frieda schreiben. Aber dann dachte ich mir, ich kann dir ja deine Rolle nicht klauen.
Ich mochte die Szene übrigens wirklich gerne, die ist so normal und bringt Alltäglichkeit in dieses ganze Drama! Obwohl ich ja grundsätzlich finde, dass es kein „düsteres“ Buch ist, trotz der ganzen Gewalt im Hintergrund. Das mag ich, mit ständig traurigen Büchern kann ich nämlich wenig anfangen.
ZitatDas klingt auch schon wieder total neben der Spur.
Finde ich überhaupt nicht! Das klingt doch absolut verständlich und nachvollziehbar und hab ich eigentlich auch so empfunden.
Zitat
(Und um ehrlich zu sein: ob ich die Perspektive einer Nicht-Hauptfigur JETZT rausnehmen SOLL. Ich bin bisher nie ohne ausgekommen, ich grusle mich ein bisschen. Andererseits gibt es ziemlich viel, was dafuer spricht, das mal zu versuchen.)Dazu kann ich jetzt natürlich überhaupt nichts schreiben, nur, dass mich gerade an der Stelle der (große) Abstand zwischen mir und Amarna genervt hat. Ich glaube, wenn ich näher dran wäre an ihr, könnte ich mich auch mehr in sie hineinfühlen. So ist sie zwar da, aber so ganz (emotional) fassen kann ich sie nicht. Ich hoffe, das ist jetzt einigermaßen verständlich.
Zitat
Wie auch immer - auch heute haett' ich dir gern noch sehr viel laenger "zugelesen".Gab ja noch einen (kleinen) Nachschlag!
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Zitat
Original von Lese-rina
[Ich möchte der Fairness halber auch mal darauf hinweisen, dass Arman bei aller Verständnis für seine Vorgeschichte auch viele Problemseiten hat. Und nach wie vor nicht ehrlich zu Amarna ist und sie teilweise auch ganz schön mies behandelt. Ich meine, er hüpft mit ihr ins Bett und dann tagelang kein persönliches Wort mehr – was soll das denn? Also bitte, nicht den einen total verunglimpfen und den anderen in den Himmel loben!Das hatte ich auch nie vor.
Ich habe nicht verschwiegen, haette vermutlich auch keine Chance dazu gehabt, dass mein Verhaeltnis zu Arman sehr anders ist als sonst zu Romanfiguren (das gilt - to al lesser extent - fuer alle Figuren dieses Romans). Waehrend ich das in den letzten zwei Jahren fuer einen (fuer mich) einzigartigen Gluecksfall gehalten habe, frage ich mich inzwischen, ob es nicht vom Ergebnis her betrachtet, das genaue Gegenteil ist. (Vom Schreibprozess her bleibt es ein Gluecksfall, und wenn ich die Moeglichkeit haette, das nochmal zu erleben, koennte ich vermutlich nicht nein sagen.)In den Himmel heben, i.e. verherrlichen, wollte ich ihn ja ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Ich habe ihn angeschafft, um eine Figur mit eingebautem Verherrlichungszwang aus dem Plot zu werfen. Ich habe sozusagen Gregory Peck umbesetzt, weil ich einen brauchte, von dem klar ist: dem darf die Protagonistin nicht trauen. Offenbar hab ich dabei den Fehler gemacht, zu vergessen, dass ich auf Gregory Peck ja gar nicht steh ... (dieser hier hinkt bei weitem schlimmer als der Durchschnittsvergleich)
Als Fazit bleibt mir wiederum uebrig: Fehlender Abstand zwischen Autor und Sujet ist offenbar weit problematischer als befuerchtet. Die sogenannte Betriebsblindheit scheint voll zuzuschlagen und ausser Kontrolle zu geraten.
Einen guten Start in die neue Woche wuenscht Charlie
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Ich bin immer noch der Überzeugung, dass Paul Armana nicht liebt, sondern nur das Bild, was er von einem für ihn perfekten Leben hat und sie passt da halt ganz gut hinein. Sein Liebeskummer ist auch eher die Trauer und Wut darüber, dass sie nicht Teil seiner "heilen Welt", seine Ausbruchs aus seinem Elternhaus sein möchte.
Er bevormundet sie, das tut Arman nicht. Arman würde ihr ihre persönliche Emanzipation, ihren Beruf, den sie liebt, niemals wegnehmen. Bei Paul bin ich mir da nicht so sicher.
Sie muss Arman gar nicht Pauls Verhaltensweisen verzeihen oder mit einem "Wangen streicheln" hinnehmen. So würde er sie nämlich nie behandeln.
Damit will ich nicht sagen, dass Arman perfekt ist und keine Fehler hat/macht. Aber er steht ja auch ganz alleine und hat mit Vorurteilen und Problemen zu kämpfen. Paul nicht, er hat sogar Zeit sich selbst zu bemitleiden und die Schuld für sein Verhalten erstmal bei den Anderen zu suchen.Arman und Amarna begegnen sich auf einer Ebene, Paul betrachtet sie von oben herab. Er nimmt sie überhaupt nicht ernst. Ich finde sie hat ihm bereits mehrfach sehr deutlich gesagt, dass aus ihnen beiden nichts wird. Paul ist es, der sich damit nicht abfinden will und glaubt, sie müsse bloß zur Vernunft kommen. Was soll sie denn noch tun? Es ihm schriftlich geben?
Arman wird hier nicht in den Himmel gehoben, sondern er ist in meinen Augen die authentischste Figur dieses Romans. Das mag aber vielleilcht auch daran liegen, dass ich solche Figuren, an denen ich mich reiben kann und muss, einfach mag. Er hat unglaublich schreckliche Dinge erlebt. Ich würde ihn nicht so mögen und als Figur respektieren, wenn man ihm das in seinem Verhalten nicht anmerken würde.
Und was Paul angeht (das spoilere ich jetzt, weil da auch meine Eindrücke vom Ende mit hineinfließen):
Auch er entwickelt sich und verharrt zum Glück nicht in dieser Selbstmitleidsstarre. Für ihn habe ich wirklich noch Hoffnung, dass er sich mit seinem Leben, mit sich selbst, mit Amarna und Arman aussöhnen kann. Am Ende habe ich ihn wirklich auch ein bisschen ins Herz geschlossen. Und ich hab Angst um ihn, denn auch ich glaube, dass er es schwer haben wird mit dem, was in Deutschland und der Welt zu seiner Zeit passiert. -
Vielen Dank, Saiya.
Ich mag an Paul, dass er sich selbst ueberwinden kann. Ob wir in Situationen gestellt werden, in denen wir das muessen, ist ja mehr oder minder Glueckssache. Das wollte ich am Anfang zeigen: Paul sitzt gern am Schreibtisch. Das ist seine Welt, die hat er sich erkaempft. Einer, der sich auf der Strasse mit Nazis pruegelt, ist er nicht, dazu fehlt ihm die physische Courage, auch wenn er das Pech hat, so auszusehen. Aber wenn er in solche Situation gestellt wird, kann er nicht anders, als sich fuer Eingreifen zu entscheiden und sich zu ueberwinden. Das ist fuer mich eine grosse Leistung. Und privat macht er das jetzt auch so: Eigentlich ist ihm ja klar, dass er es seiner Selbstachtung schuldig waere, Leine zu ziehen, nach Hause zu fahren. Das macht er aber nicht - und natuerlich spielt in die Entscheidung ganz stark hinein, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Und dass er "Mit Bittel in Hattusa gewesen" auf dem Lebenslauf brauchen kann, auch ein bisschen. Aber - ich glaube ihm das unbedingt - vor allem treibt ihn, dass er sicher ist: Hier ist was oberfaul, hier herrscht Gefahr, und in der kann ich Amarna nicht allein lassen. Sie vertraut einem Wildfremden, der moeglicherweise einen Mordversuch begangen hat und in extrem zweifelhaftem Ruf steht. Das macht ihm von aller Eifersucht abgesehen Angst, und wenn etwas passiert, will er Amarna zur Seite stehen koennen.Was ich an Paul nicht mag, ist seine goennerhafte, bevormundende Art. Die ist auch unsexy. Sowas zieht man sich von seinem alten Erbonkel rein, nicht vom Liebhaber (finde ich). Aber dass er auf seine Bildung sehr stolz ist, finde ich nicht unverstaendlich, und er hat kein akademisch gebildetes, in den Grenzen der Epoche gleichberechtigtes Elternpaar als Vorbild, sondern muss sich seine Vorstellungen von einer Partnerschaft mit Amarna voellig allein zusammenbasteln. Und da kommt - seinen beschraenkten Erfahrungen und Kenntnissen geschuldet - eben dieses kleines-Frauchen-schaut-zu-bewundertem-Mann-auf-Zeugs raus.
Wobei er aber nicht einmal Unrecht hat, ganz abgesehen von Mann und Frau:
Dass man einem geliebten Menschen imponieren moechte, umso mehr in der "Eroberungsphase" scheint mir voellig normal. Und auch dass es sehr schwer oder auch auf Dauer unmoeglich ist, in einen Menschen erotisch verliebt zu sein, der einem nicht imponiert.
Der Fehler, den Paul m.E. macht, ist von euch schon mehrfach genannt worden: Er sieht nicht, dass er laengst verloren hat.
Aber selbst das finde ich nicht ganz unverstaendlich, denn wenn Arman sich als moralisch untragbar erweist, muesste Amarna in Pauls Vorstellung wieder zum free agent werden ... -
Zitat
Ich bin immer noch der Überzeugung, dass Paul Armana nicht liebt, sondern nur das Bild, was er von einem für ihn perfekten Leben hat und sie passt da halt ganz gut hinein. Sein Liebeskummer ist auch eher die Trauer und Wut darüber, dass sie nicht Teil seiner "heilen Welt", seine Ausbruchs aus seinem Elternhaus sein möchte.
Das finde ich einen guten Gedanken, er liebt das Bild von ihr was er sich gemacht hat
Nur leider passt sie da nicht rein