Liv, Forever
Amy Talkington
ISBN: 978-3407744876
Beltz&Gelberg
316 Seiten, 14,95 Euro
Über die Autorin: Amy Talkington ist eine preisgekrönte Drehbuchautorin und Regisseurin und lebt in Los Angeles. Sie hat u.a. Kunstgeschichte studiert und für Musikmagazine wie Spin Ray Gun, Interview und Seventeen geschrieben (hauptsächlich, um mit Rockstars abhängen zu können). Als Jugendliche malte Amy unzählige angsteinflößende Selbstportraits, hörte The Velvet Underground und war so anstrengend, dass ihre Eltern sie schließlich auf eine Schule an der Ostküste schickten. "Liv, Forever" ist ihr erster Roman und sie arbeitet derzeit an einem neuen Roman für junge Erwachsene.
Handlung: Als Liv im noblen Internat Wickham Hall eintrifft, spürt sie sofort, dass sie als Stipendiatin nicht dazu gehört. Hier tummeln sich Söhne und Töchter der Elite-Familien des Landes und die meisten sehen auf sie herab, oder ignorieren sie. Warum sich ausgerechnet Malcolm, einer der begehrtesten Schüler in sie verliebt, kann sie nicht begreifen und viel Zeit bleibt ihr dafür erst einmal nicht, denn sie wird nach einem Date mit ihm ermordet.
Meine Meinung: Nach dem Mord an Liv könnte die Geschichte schon beendet sein, doch der Tod von Liv ist erst der Beginn dieser Geschichte um Geister, unendliche Liebe und das dunkle Geheimnis von Wickham Hall, denn Liv lebt als Geist weiter und kann den Ort ihres Ablebens nicht verlassen, bevor sie nicht geklärt hat, warum in diesem Internat im Laufe der Jahre immer wieder junge Frauen umgebracht wurden, die in kurzen Einschüben ebenfalls zu Wort kommen und von ihrem Todestag berichten. Niemand von ihnen hat bisher versucht, von diesem verwünschten Ort wegzukommen, oder sich den Lebenden mitzuteilen, aber Liv hat ihre Liebe zu Malcolm mit in den Tod genommen und setzt alles daran, mit ihm in Kontakt zu treten.
Die Zutaten versprechen eine spannende und mystische Story für Jugendliche; ein junges Mädchen, ein umschwärmter Junge und ein Internat mit einem düsteren Geheimnis. Man merkt das Potential, das die Story aufweist, doch leider hat mir die Ausführung nicht besonders gefallen. Alle Figuren wirken wie am Reißbrett entstanden, ihnen fehlt dasselbe, wie Liv im Verlauf der Handlung: das Leben…Sie wirken statisch und man nimmt sie nicht besonders ernst, fühlt nicht mit ihnen und hat wenig Lust, sich in sie hineinzuversetzen. Es ist eine Geschichte über sie und nicht mit ihnen. Manche Dinge werden ausführlich beschrieben, doch viele Szenen oder Beschreibungen von Schülern, oder des Unterrichts, die interessant gewesen wären, werden mal eben schnell abgehakt und auch das trägt dazu bei, dass ich mich in der Story nicht wohl gefühlt habe. Sie wirkt unrund und unvollkommen und so bekommt die arme Untote Liv 4 (mitleidige) Eulenpünktchen von mir.