Regina Scheer - Machandel

  • Titel: Machandel
    Autorin: Regina Scheer
    Verlag: Knaus
    Erschienen: August 2014
    Seitenzahl: 480
    ISBN-10: 3813506401
    ISBN-13: 978-3813506402
    Preis: 22.99 EUR


    Das sagt der Klappentext:
    Ein großer Familien- und Generationenroman über die DDR und wie sie unterging.
    Regina Scheer spannt in ihrem beeindruckenden Debütroman den Bogen von den 30er Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und in die Gegenwart. Sie erzählt von den Anfängen der DDR, als die von Faschismus und Stalinismus geschwächten linken Kräfte hier das bessere Deutschland schaffen wollten, von Erstarrung und Enttäuschung, von dem hoffnungsvollen Aufbruch Ende der 80er Jahre und von zerplatzten Lebensträumen.


    Die Autorin:
    Regina Scheer wurde in Berlin geboren. Nach dem Studium der Theater- und Kulturwissenschaft war sie von 1980 bis 1990 Redakteurin der Literaturzeitschrift Temperamente. Seitdem lebt sie als freie Redakteurin und Autorin in Berlin. Zahlreiche literarische und zeitgeschichtliche Buchveröffentlichungen.


    Meine Meinung:
    Die Geschichte dieses Buches wird aus vier Perspektiven erzählt. Da ist zum einen Clara, die 1960 geboren wurde und nun miterleben muss, wie die DDR langsam aber sicher zerbricht. Da ist ferner ihr Vater Hans, von den Nazis im KZ Sachsenhausen inhaftiert und dann nach Ende des Dritten Reiches hoher Funktionär in der DDR, aber auch der junge Dissident Herbert und die ukrainische Zwangsarbeiterin Natalja kommen zu Wort.
    Die Autorin hat einen wirklich sehr lesenswerten Roman geschrieben. Sie lässt ihre Protagonisten erzählen und jeder dieser Protagonisten hat eine eigene Sicht auf die Dinge, beurteilt das Geschehene in der Rückschau anders, man kommt zu unterschiedlichen Schlüssen.
    Es ist aber auch ein Buch über das Scheitern von Träumen und Hoffnungen, wobei auch hier die Träume und Hoffnungen einfach unterschiedlich sind.
    Das Buch klagt nicht an, es berichtet, es teilt mit.
    Ein Urteil muss sich jede Leserin und jeder Leser selbst bilden.
    Hervorzuheben ist, das sich dieses Buch so wunderbar aus der weinerlichen gesamtdeutschen Betroffenheitsliteratur abhebt. Kein mitleidheischendes „Uns geht’s ja so schlecht!“ - Nein, ganz im Gegenteil – auch wenn Hoffnungen und Träume scheitern, so muss man sie trotzdem nicht sofort zur Gänze begraben.
    Ein großartiger Roman, sehr lesenswert – 8 Eulenpunkte.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.