Titel: Grosse Liebe
Autor: Navid Kermani
Verlag: Hanser
Erschienen: Februar 2014
Seitenzahl: 224
ISBN-10: 3446244743
ISBN-13: 978-3446244740
Preis: 18.90 EUR
Der Junge ist fünfzehn als er die grosse Liebe erlebt. Seitdem hat er nicht wieder so intensiv gefühlt und geliebt. Es sind nur wenige Tage die der Junge Anfang der 80er Jahre als die intensivsten Tage seines Lebens erlebt.
Das Mädchen geht auch auf das Gymnasium. Sie ist vier Jahre älter und er hat sich nie getraut sie anzusprechen. Und nur um ihrer Nähe zu sein, trieb er sich regelmässig in der Raucherecke der Schule herum, obwohl dort sich dort nur die älteren Schüler aufhalten durften.
Es ist die Zeit der Friedensbewegung in Deutschland.
Navid Kermani hat ein sehr lesenswertes Buch geschrieben. Und er verknüpft die Handlungens eines Romans sehr geschickt mit den Erzählungen der arabisch-persischen Liebesmystik. So wird ein Bogen über Jahrhunderte geschlagen.
Sehr sensibel und ruhig geschildert, erlebt der Leser die verschiedenen Stimmungen des Jungen.
Die Liebe in ihrer ganzen Faszination und Lächerlichkeit wird vor den Lesern sichtbar gemacht. Und es ist gerade die Sprache derer sich Navid Kermani bedient, die diese Geschichte zu einer besonderen Geschichte macht – auch wenn sie in ihren Grundfesten eher banal ist.
Ein Buch das reicht vom ersten Blickkontakt, vom ersten Wortwechsel, vom ersten Kuss bis hin zur endgültigen Abweisung. Ein Buch vom notwendigen und folgerichtigen Scheitern.
Navid Kermani wurde 1967 geboren und lebt in Köln. 2012 erhielt er den Kleist-Preis für seinen Roman „Der Name“.
Ein lesenswertes Buch, ein Buch der leisen aber ausdrucksstarken Töne. 7 Eulenpunkte.