Wer sagt denn, das deutsche Kino sei tot? Und wer behauptet, Hollywood sei für Kulturmenschen das Maß aller Dinge? Blödsinn!
Wer über Generationenkonflikte, die von hervorragenden Schauspielern ausgetragen werden, mal wieder herzhaft lachen möchte, der möge sich den Film ansehen. Auch Supergescheite kommen auf ihre Kosten: Sartres „L’enfer c’est les autres“ aus seiner Geschlossenen Gesellschaft (Huis Clos) ist so etwas wie das intellektuelle Gerüst des Stücks. Excellent, sensationnel!
Worum geht’s?
In Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ machen drei Menschen sich das Nachleben zur Hölle. Das hat Johannes im Hinterkopf als er Sartre auf Französisch zitiert: „Die Hölle, das sind die Anderen“, um eine Frau aufzureißen.
Der Satz und dessen philosophische Aussagekraft bleiben bis zum Schluss präsent: Drei Senioren leben in einer WG. Einer der zwei Männer (Eddie) ist scharf auf Anne (Vgl. Huit Clos: Garcin/Estelle). Der Blick des Anderen (hier des 2. Mannes / Vgl. auch das Kapitel Der Blick – Das Sein und das Nichts) verhindert zunächst das Techtelmechtel, denn der Andere (Johannes) hat Gewalt über die beiden anderen (Anne/Eddie). Zeitweise machen sich die drei WGler das Leben zur Hölle und Anne plant, auszuziehen.
Aber während „Wir sind die Neuen“ eine Komödie ist, so ist Sartres Stück ein Drama – also ist es, trotz einiger Gemeinsamkeiten, etwas völlig anderes.