Obwohl ich das Buch schon vor einigen Tagen beendet habe, bin ich noch immer tief beeindruckt. Es ist eines der Bücher, die lange in Erinnerung bleiben werden, weil sie sehr einfühlsam und tröstend geschrieben sind.
Sam Truelove, Arzt, und Annie Truelove, Journalistin, haben sich nach einer schweren Tragödie zerstritten und auseinandergelebt. Nach fünf Jahren Trennungspause reicht Annie die Scheidung ein. Um persönliche Dinge zu regeln, reist sie in ihre alte Heimat und begegnet dabei nicht nur Sam, sondern vielen offenen Wunden. Sie gerät in ein Gefühlschaos aus Sehnsucht, Erschöpfung, Wut und Liebe. Und macht erste Schritte in Richtung Heilung, auch wenn dies ein langer Prozess ist.
Dabei erhält sie Unterstützung von ihrer eigenen Familie, aber auch ihrer Schwiegerfamilie und einer alten, fremden Frau. DDiese Protagonisten spielen in dem Roman ebenfalls eine wichtige Rolle und tragen dazu bei, dass das Buch sehr abwechslungsreich, überraschend und tiefgründig ist.
Das Auf und Ab der inneren Heilung ist überzeugend dargestellt. Annie kämpft mit Gott, mit ihrem Mann Sam und mit sich selber Dabei erlebt sie Rückschläge und Veränderungen. Das Buch wechselt auch in die Perspektive von Sam und dessen Mutter Mary. Beide haben ebenfalls ihre Päckchen zu tragen, auch wenn jeder anders damit umgeht. Sam stürzte sich z.B. jahrelang in die Arbeit um seine Schmerzen zu unterdrücken, die er nun, nachdem er seinen Job verloren hat, nicht mehr verdrängen kann.
Trotz harten Themen und Schicksalen ist der Roman auch ein Wohlfühl-Buch, das den Schmerz zwar beim Namen nennt, aber Heilung und Vergebung erkennen lässt. Es macht Mut zu kämpfen, die Wahrheit auszusprechen und Gott gegenüber ehrlich zu sein. Ein Buch, was ganz oben auf die Bestseller-Liste gehören sollte und von dem man viel lernen kann.