Mittlerweile stecke ich mitten im 11. Kapitel. Etwas dazu schreiben werde ich erst, wenn ich es zu Ende gelesen habe.
Original von Herrn Palomar:
ZitatOb es da schon Ansätze gibt? ich denke, es sollte sich lohnen, da in Berater zu investieren!
Es gibt verschiedene Ansätze. Manche Gesamtschulen, die ich kenne, machen in Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern in ihren gesamten 5.Klassen ein
Gewaltpräventions-Training.
In manchen Schulen gibt es z.B. Streitschlichter, das sind ausgebildete Schüler/innen, die in den Pausen für die Mitschüler da sind.
In Projekttagen werden oft entsprechende Themen, die das gute Miteinander-Umgehen beiinhalten voller Fantasie und lebendig mit den Schülern bearbeitet.
Es gibt immer mehr Schulen, die das Prädikat "Schule gegen Rassismus und Gewalt, Schule mit Courage" tragen dürfen, weil sie kontinuierlich an diesen Themen mit der gesamten Schule arbeiten (Projekttage u.a.)
Lehrer werden als Mediatoren ausgebildet, an die sich Schüler, Eltern und auch Lehrer wenden können, wenn sie merken, dass sie in ienem Konflikt stecken, mit dem sie alleine nict mehr zurechtkommen. Schon immer gibt es Beratungslehrer, die eine umfassende 2-jährige berufsbegleitende Ausbildung absolviert haben.
Die Klassenlehrer der 5. Klassen in "meiner" Schule haben einen Klassenrat in allen ihren 5.Klassen eingerichtet, d.h. einmal pro Woche sitzt die ganze Klasse zusammen und spricht über die anstehenden Themen, die nicht den Unterricht selbst betreffen, sondern das Miteinander. Die Leitung und das Protokoll übernehmen ein paar Schüler, der Lehrer oder der Lehrerin ist dabei, aber als Gruppenmitglied (und Unterstützung, solange die Schüler noch nicht selbstständig die Leitung hinkriegen). Das ist auf jeden Fall Prävention, denn wo Schüler ihre Angelegenheiten weitgehend selbst in die Hand nehmen bzw. miteinander aushandeln und ein gutes Klassenklima entsteht, ist die Gefahr, dass sich Mobbingstrukturen entwicklen, eher gering.
Um so etwas flächendeckend einzuführen, musste zunächst die gesamte Stundenverteilung neu geregelt und diskutiert und beschlossen werden, damit die Klassenratsstunden im Stundenplan entsprechend eingearbeitet werden können.
Mein Eindruck ist, dass in der Sek.1 seit vielleicht 10 Jahren wirklich viel in Bewegung gekommen ist. In den meisten Grundschulen gibt es schon seit mindestens 20 Jahren einen starken Trend hin zu gutem, differenzierten, handlungsorientierten Unterricht, Teambildung im Klassenzimmer. Das alles schafft gute Bedingungen, trotzdem kann man nicht verhindern, dass die Kinder immer konsumorientierter und spielsüchtiger werden. Unsere Gesellschaft ist es ja auch.
Sehr hilfreich ist es auch, dass Schulen ähnlichen Schultyps sich miteinander vernetzt haben und voneinander lernen. Teams fahren hin und gucken, wie dieses oder jenes in den anderen Schulen gemacht wird und berichten dann In den Gesamtkonferenzen davon, stellen unterschiedliche Modelle vor usw.
Dass Schulleitungen mit Verwaltungsaufgaben sehr stark belastet (oder auch überlastet) sind, stimmt. Tendenz steigend. So dass es inzwischen immer häufiger vorkommt, dass freiwerdende Schulleiterstellen nicht mehr besetzt werden können - mangels Bewerbern.