Jonathan Lethem - Die Festung der Einsamkeit

  • Titel: Die Festung der Einsamkeit
    OT: The Fortress Of Solitude
    Autor: Jonathan Lethem
    Übersetzt aus dem Amerikanischen von: Michael Zöllner
    Verlag: Tropen Verlag
    Erschienen: September 2008
    Seitenzahl: 672
    ISBN-10: 3608500685
    ISBN-13: 978-3608500684
    Preis: 24.95 EUR


    Das sagt der Klappentext:
    Anfang der siebziger Jahre ziehen die ersten weißen Hippiefamilien ins Zentrum Brooklyns, das zu der Zeit überwiegend von Schwarzen und Puertoricanern bewohnt wird. Dylan, der schüchterne Sohn des Malers Abraham Ebdus und dessen Frau Rachel sieht sich mit dem Umzug der Familie in eine bedrohliche Welt versetzt. Jede Zuneigung muß er sich erkämpfen wie das Stück Asphalt beim Spielen auf der Straße. Dennoch versucht seine Mutter ihn mit aller Macht in dem Viertel, in dem sie selbst aufwuchs, zu integrieren. Als sie eines Tages verschwindet und sich der Vater in die abstrakte Welt seiner Malerei flüchtet, ist der achtjährige Dylan auf sich allein gestellt. Beschützt von seinem gleichaltrigen schwarzen Freund Mingus Rude, den selbstbewußten Sohn eines vormals berühmten Jazzmusikers aus der Nachbarschaft, und begleitet von einem geheimnisvollen Ring, begibt er sich auf die Suche nach seiner Identität.


    Der Autor:
    Jonathan Lethem, geb. 1964, lebt in Brooklyn, New York. Für "Motherless Brooklyn" hat er den National Book Critics Circle Award 2000 und den Gold Dagger-Literaturpreis 2000 erhalten, außerdem wurde es von der American Library Association zum besten Buch des Jahres gewählt.


    Meine Meinung:
    Ein großartiger Roman. „Der beste Roman des Jahres“ wie die NEW YORK TIMES begeistert vermeldet. Sehr gut trifft es auch Richard Kämmerlings von der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG, der zu diesem Buch sagt: „Lethem hat ein reiches, vielfach funkelndes und mitreißend groovendes Buch geschrieben“.
    Im Mittelpunkt stehen der weiße Dylan und sein schwarzer Freund Mingus. Sie leben im New Yorker Stadtteil Brooklyn in den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Eine Freundschaft die aber den Widrigkeiten des Erwachsenenlebens dann nicht standhalten kann.
    Man kann davon ausgehen, dass dieses Buch auch autobiografische Züge trägt. Ein Buch aber auch über die Schwierigkeiten unterschiedlicher Entwicklungen und Lebensvoraussetzungen. Lethem schildert die 70er teilweise auch romantisch, lässt dabei aber nie die Realität aus dem Blick. Hervorzuheben ist auch die unglaubliche Ideenfülle dieses Buches. Leider aber lässt der Roman dann im letzten Drittel aber nach, der Autor beginnt dann in die Ich-Form zu wechseln, schafft es aber nicht, dann das Niveau der ersten beiden Drittel zu halten. Da geht es stilistisch und erzählerisch ein paar Kellerstufen herunter, da gibt es einen Break in der erzählerischen Einheit.
    Aber auch mit dieser Einschränkung gehört dieser Roman ohne Frage zu den begeisternden Romanen der zeitgenössischen amerikanischen Literatur. Jonathan Lethem gehört ohne Frage in eine Reihe mit Richard Powers und Jonathan Franzen.
    Für dieses Buch gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung. 8 Eulenpunkte für ein wirkliches und großartiges Leseerlebnis.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.