Detlef Kuhlbrodt - Umsonst und draußen

  • Titel: Umsonst und draußen
    Autor: Detlef Kuhlbrodt
    Verlag: Edition Suhrkamp
    Erschienen: September 2013
    Seitenzahl: 198
    ISBN-10: 3518125842
    ISBN-13: 978-3518125847
    Preis: 12.00 EUR


    Detlef Kuhlbrodt ist ohne Frage ein Meister der Lakonie, ein Meister des Beschreibens der Beiläufigkeit. Seine Beobachtungen betreffen keine Sensationen oder Außergewöhnlichkeiten. Er beobachtet und schreibt über das „stinknormale“ Leben – und hat selbst auch einen festen Platz in diesen Beobachtungen. Manches von dem was er schreibt wirkt resignativ ohne dabei aber ins weinerlich-sentimentale abzurutschen, manches wirkt wissend abgeklärt, manches scheint ihm aber auch zum Erstaunen gebracht zu haben – was ihn wahrscheinlich selbst verwundert hat, vermittelte er doch den Eindruck, eigentlich könnte ihn so richtig gar nichts mehr überraschen.


    Die Texte beginnen – haben aber keinen klaren Anfang, sie enden – aber auch das Ende ist nurmehr das letzte Wort, der zum Ende gesetzte Punkt – aber eben nicht der Schluss der Betrachtung. Die Betrachtungen erklären kaum, sie beschreiben allenfalls. Sie führen zurück zur Hippiekultur, mit der linken Politikszene (oder was einige dafür gehalten haben), sie beschäftigen sich in kurzen Sequenzen mit der Literatur, aber ohne die Gedanken zuende zu denken, sie (die Texte) sind einfach da, unsortiert in den Themen, geordnet allenfalls nach Daten.


    Und so ist dieses Buch ein wunderbar lesenswerter Cocktail aus Alltagsbetrachtungen, resignativ-nostalgisch geschilderten Gefühlen, eine Joint- und Kiffkultur wird beschrieben, die immer noch von vergangenen, „glorreichen“ Politzeiten träumt – es sind aber Betrachtungen, die deutlich machen, dass man das Leben schon in die eigenen Hände nehmen muss; das Warten auf Irgendwas wird ansonsten ein Warten ohne Ende auf das was oder wer ankommt. Es ist aber auch ein Buch über die eigenen Verletzlichkeiten und vielleicht findet sich der eine oder andere ja in einigen Szenen dieses Buches wieder.


    Detlef Kuhlbrodt wurde 1961 in Bad Segeberg geboren, lebt jetzt als freier Autor in Berlin. Seit den Achtzigern schreibt er für Zeitschriften und Zeitungen, vor allem für die taz.


    Ein lesenswertes Buch, welches mir 9 Eulenpunkte wert ist.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.