Klappentext:
Diego, Professor für Sprachwissenschaft , ist ein zurückgezogener, introvertierter Mensch, dessen einzige Leidenschaft die Bearbeitung eines neuen Wörterbuchs ist. Nur präzise Definitionen geben ihm das gute Gefühl, sein Leben unter Kontrolle zu haben. Als er auf einer Zugfahrt Antonia kennenlernt, fasziniert ihn ihre intuitive, natürliche Art. Kurze Zeit später sind sie ein Paar, sind verliebt und euphorisch. Selbst zu Diegos dementer Mutter findet Antonia sofort Zugang. Doch eines Tages erfährt Diego, dass seine Freundin eine ganz andere ist, als sie vorgibt, und ihn von Anfang an belogen hat. Er verliert seinen Halt. Die Welt der Wörter wird brüchig. Doch wie viel Wahrheit ist überhaupt nötig, wenn man sich wirklich liebt?
Eine tiefgründige poetische Liebesgeschichte voller Weisheit und Erkenntnis.
Rezension:
Am 15. September 2008 lernt der 38-jährige Professor Diego Rocci auf einer Zugfahrt von Pisa nach Rom die 34-jährige Antonia Zico kennen. Diego führt ein sehr geordnetes, durchorganisiertes Leben. Unter der Woche unterrichtet er Sprachwissenschaften und die Wochenenden verbringt er Zuhause in Rom, bei seiner Mutter. Seine Mutter ist anders als andere Mütter, sie ist senil und lebt in ihrer eigenen Welt. Ihr zur Seite steht Yvona, die sich um sie kümmert. Zu seinem Vater hat Diego ein eher angespanntes Verhältnis, lässt sich aber dennoch monatlich von ihm unterstützen. Seine Eltern leben nicht mehr zusammen, sodass es in Diegos Aufgabenbereich fällt, sich um seine Mutter zu kümmern.
Antonia fasziniert Diego vom ersten Augenblick an, denn sie scheint so gar nicht in seine Welt zu passen, sie ist unkonventionell und erfrischend, etwas, dass es so in Diegos Welt nicht gibt. Sie arbeitet unter der Woche in einer Einrichtung für Suchtkranke, die Wochenenden verbringt sie, ebenso wie Diego, in Rom. Trotz ihrer Gegensätze begegnen sich die Beiden immer wieder auf ihren Fahrten und es kommt wie es kommen muss, sie entwickeln Gefühle für einander.
Zu Diegos Erstaunen kommt Antonia auch sehr gut mit seiner Mutter zurecht. Alles scheint perfekt, doch genau das ist es, was Diego misstrauisch macht. Ist das alles nicht zu perfekt? Kurze Zeit später muss er feststellen, dass er mit seiner Vermutung richtig liegt ...
Perfekte Liebe oder Illusion? Der Plot wurde sehr bildgewaltig und behutsam erarbeitet. Als Leser merkt man, wie sich Diego nach und nach aus seiner geordneten Welt löst und entdeckt, dass es mehr gibt, als das, was er bisher erlebt hat. Die Figuren wurden sehr feinfühlig angelegt, sodass sich der Leser problemlos in diese einfühlen kann. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, er wurde so einfühlsam erarbeitet, dass ich das ganze Buch über förmlich ein verzücktes Lächeln auf den Lippen hatte.