Titel: Der Bleistift des Zimmermanns
OT: O lapis do carpinteiro
Autor: Manuel Rivas
Übersetzt aus dem Galicischen von: Elke Wehr
Verlag: Suhrkamp
Erschienen: Februar 2000
Seitenzahl: 168
ISBN-10: 3518411373
ISBN-13: 978-3518411377
Preis: ab 6.99 EUR bei Amazon Marketplace
Das sagt der Klappentext:
Eine Liebe wider die Zeit. Ein schüchterner Mörder als ihr Chronist. Manuel Rivas erzählt eine Geschichte, die in den wirren ersten Tagen des spanischen Bürgerkriegs beginnt und sich hindurchbewegt durch eine düstere, vermeintlich hoffnungslose Zeit. Ohne Beschönigung, mit wachem Blick schildert der Autor Menschen in einer Ausnahmesituation: Täter und Opfer, Verzweifelnde und Widerstehende. Herbal kann nicht verstehen, wie alle Willkür der neuen Machthaber diesen Mann nicht zu brechen vermag. In einer Mischung aus Haß und Faszination setzt er sich auf seine Fährte, folgt ihm auf seiner Gefangenenodyssee quer durch das Spanien des Bürgerkriegs. Und so wird der wortkarge Gendarm Herbal zum Chronisten Da Barcas und seiner allen Widerständen trotzenden Liebe zu Maria Mallo.
Der Autor:
Manuel Rivas (*1957, La Coruña, Spanien) hat Journalismus studiert und sammelte schon als 15jähriger erste Erfahrungen bei einer Tageszeitung. Er schreibt auch heute noch regelmäßig für El País und ist Herausgeber der Kulturzeitschrift Luzes de Galizia.
Meine Meinung:
Der Autor erzählt in einer poetischen und man möchte fast sagen „schüchternen“ Sprache. Intensiv und eindringlich beschreibt Manuel Rivas das Schicksal des Arztes Da Barca. Es geht aber auch um die Grausamkeiten des Franco-Regimes um Willkür und Unterdrückung der Menschen. Es ist der Gendarm Herbal der fasziniert ist von der Persönlichkeit Da Barcas. Er selbst ist nichts weiter als ein befehlstreuer Falangist, einer der das tut was man ihm sagt, der aber nicht fähig ist echte Eigeninitiative zu zeigen. Herbal ist der Mörders des Zimmermanns, der im Gefängnis die Gefangenen mit einem Bleistift gezeichnet hat. Herbal ist auch erstaunt und begreift nicht die Solidarität die unter den Gefangegen herrscht. Ein Buch aber auch über Kadavergehorsam, über die Dummheit des Individums und ein Buch das sich auch mit der Frage beschäftigt, inwieweit die Helfer sich schuldig gemacht haben.
Man darf nicht vergessen, dass sich Spanien offiziell nie mit der eigenen Geschichte auseinandergesetzt hat. Die Faschisten haben nie Rechenschaft über ihr Tun ablegen müssen. Insofern sind es gerade solche Bücher wichtig, die sich kritisch mit der Vergangenheit auseinandersetzen.
Ein sehr lesenswertes Buch, ein wichtiges Buch. 7 Eulenpunkte.