Verlag: Beck und Glückler
1991
Aus dem Franz. von Barbara Rösner-Brauch.
Kurzbeschreibung, Auszug aus der Rückseite:
Dieser Roman, angesiedelt in fernen Landstrichen, ist fest verankert im Herkunftsland des Autors: Algerien. Aber selbst Orsol ist geträumt. Nur die blendende Reinheit des Lichtes ist Wirklichkeit….
Über den Autor:
Mohammed Dib war ein algerische Schriftsteller. Er wurde vor allem durch seine "Algerische Trilogie" ("Das große Haus", 1954, dt. 1956; "Der Brand" 1954, dt. 1956; "Der Webstuhl" 1957) bekannt. Weitere Romane: "Gott bei den Berbern" (1970), "Abel" (1977), "Die Terrassen von Orsol" (1985), "Die maurische Infantin" (1994); auch Novellen und Essays. 1994 erhielt er als erster nordafrikanischer Schriftsteller den Großen Preis der Francophonie der Académie française.
Mein Eindruck:
Die Terrassen von Orsol ist ein Roman, in dem eigentlich nicht viel passiert und der mich doch gefesselt hat.
Es beginnt mit einem Mann, Aed, dem Ich-Erzähler, in großer seelischer Anspannung und nervlicher Zerrüttung. Er glaubt etwas ungewöhnliches, unreales gesehen zu haben, oder hat er es nur geträumt?
Aed war früher Professor an einer Universität in Orsol, als er glaubt, an Krebs erkrankt zu sein, gab er seine Stellung auf, Jetzt arbeitet er getrennt von seiner Familie in Jarbher als Sonderbeauftragter der Regierung und verfasst Berichte über die Stadt.
Die Orte Jarbher und Orsol sind vermutlich fiktiv. Mag Orsol auf Algerien weisen, ist Jarbher eine nordeuropäische Stadt, möglicherweise Finnland. Das würde in den Kontext der nordischen Trilogie von Mohammed Dib passen, von der “Die Terrassen von Orsol” der erste Teil ist.
Das Thema Exil war für Dib immer von Bedeutung.
Eigentlich hat Aed mit allem abgeschlossen, doch sein Leben ändert sich, als er bei einer Schiffsfahrt Aelle trifft. Noch einmal folgen höchst absurde und surrealistische Szenen.
Es gibt auch lange Passagen, die poetisch wirken, daher empfinde ich Dibs Prosa als lyrisch.
Vor dem Roman befindet sich eine Einleitung zur französischsprachigen Literatur des Maghreb. Am Ende des Buches sind noch Bemerkungen zu Mohammed Dib. Diese beiden bemerkenswerten Texte sind von Regina Keil, einer Kennerin der Literatur des Maghreb, verfasst.