Zoff für die Bosse - Daniel Woodrell

  • Ein Rene-Shade-Thriller


    Broschiert: 168 Seiten
    Verlag: Heyne


    OT: Muscle for the wing
    Aus dem Amerikanischen von Christine Strüh und Adelheid Zöfel



    Kurzbeschreibung:
    St.Bruno ist nicht das, was man sich unter einer sauberen Stadt vorstellt. Dagegen war das gute alte Sodom eher eine Schlafstadt. Doch zumindest ist alles unter Kontrolle: Der große Boß bestimmt, wo es langgeht, und die Politiker profitieren nicht schlecht davon. So hat jeder sein Auskommen.


    Über den Autor:
    Daniel Woodrell, 1953 geboren, wächst in St. Louis und Kansas City auf. Mit siebzehn verlässt er die Highschool und meldet sich bei den Marines. Nach dem College nimmt er am renommierten Iowa Writers' Workshop teil. Sein Romandebüt »Cajun-Blues« erscheint 1986. Für den Roman »Tomato Red« erhält er 1999 den Preis des amerikanischen P.E.N., im selben Jahr verfilmt Ang Lee seinen Roman »Wer mit dem Teufel reitet«. 2010 wird die Verfilmung von »Winters Knochen« beim Sundance Film Festival als bester Film ausgezeichnet, 2011 für einen Oscar nominiert. Daniel Woodrell lebt mit seiner Frau in Missouri.


    Mein Eindruck:
    Der Boss aka Zoff für die Bosse ist der mittlere Teil der Bayou-Trilogie, also Band 2 der Rene-Shade-Serie.
    Der Originaltitel dieses beinharten Thrillers lautet Muscles for the Wing. The Wing ist eine weiße Gefängnisgang mit viel Einfluss.
    Die sprachlich im dick aufgetragenem Stil erzählte Handlung ist in einer fiktiven Kleinstadt in Louisiana angesiedelt. Hier fühlt sich der unbestechliche Polizist Rene Shade wohl, besonders im Viertel Frogtown, wo die Sicherungen schneller durchbrannten, die Koteletten länger, die Röcke kürzer und die Erwartungen niedriger waren. Shade liebte dieses Viertel.
    Ein Teil der Handlung spielt sich in der Catfish-Bar ab, beliebter Treffpunkt der Elite der unteren Zehntausend.


    Ich meine, das Daniel Woodrell sich, abgesehen vom Schauplatz, ein wenig an Raymond Chandler anlehnt, auch wenn Shade natürlich kein Philip Marlowe ist. Aber gerade bei den Dialogen musste ich manchmal an Chandler denken, wobei Woodrell moderner schreibt. In manchen Passagen aber auch ein wenig flach.
    Der Roman hat viel Atmosphäre, kommt für mich aber nicht ganz an den ersten Teil "Cajun Blues" heran, da mich diesmal die Kriminalhandlung nicht so sehr überzeugte. Das actionreiche Finale ist aber bemerkenswert!