Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse 2013

  • Am Samstag war ich auf der Frankfurter Buchmesse und habe einige bemerkenswerte Veranstaltungen gesehen.


    Ein paar der Veranstaltungen werde ich im kommenden beschreiben.
    Andere Eulen sind natürlich auch herzlich eingeladen, ihre Eindrücke zur Frankfurter Buchmesse zu äußern. Das würde mich sehr interessieren.

  • Die erste war schon etwas besonderes.
    Iny und Elmar Lorentz zusammen mit Carla Federico (alias Julia Kröhn)
    auf dem Droemer-Knaur-Stand.


    Es handelte sich um ein moderiertes Gespräch mit den Autoren inklusive Buchvorstellung von 'Flammen des Himmels und Die Rosen von Montedideo.
    Zwar verzog der Moderator schmerzhaft das Gesicht, wenn ihm die Autoren die geschichtlichen Hintergründe ausführlich darlegten, aber was erwartet er bei einer Veranstaltung mit Autoren historischer Romane.
    Elmar sprach über die Täuferbewegung, die im Roman eine große Rolle spielt. Carla Federico über Uruguay..
    Es war noch einiges interessantes dabei, was die Autoren erzählten, z.B. was sie veranlasste ausgerechnet historische Bücher zu schreiben. Es ging dann auch um Schreibstile. Die Autoren legen Wert auf einen fliessenden Stil.


    Es war eine Veranstaltung mit sympathischen Autoren, die man einfach gern haben muss. Einen besseren Start in den Messetag gibt’s nicht.

  • Kurzbeschreibung des Romans:
    Münster im 16. Jahrhundert.
    Die junge Frauke Hinrichs und ihre Familie werden als Wiedertäufer, also Mitglieder einer verbotenen Sekte, verdächtigt und mussten deshalb schon dreimal fliehen, um dem Tod zu entgehen. Nun scheinen Frauke und die Ihren in Sicherheit zu sein. Doch es ist nur eine trügerische Sicherheit, denn ein berüchtigter ¬Inquisitor taucht in ihrer Heimatstadt auf, der sich die Vernichtung aller Irrgläubigen auf die Fahnen geschrieben hat.
    Fraukes Vater erkennt die Gefahr nicht, da er sich mittlerweile für einen geschätzten Bürger hält. Als seine Mitbürger dem »Bluthund des Papstes« jedoch ein Opfer nennen müssen, um selbst keinen Verfolgungen ausgesetzt zu sein, fällt ihre Wahl auf die Familie Hinrichs. Frauke kann fliehen – mit Hilfe Lothars. Er ist der Sohn eines engen Vertrauten des katholischen Fürst¬bischofs und liebt das Mädchen heimlich. Als sie sich wiedersehen, stehen sie auf feindlichen Seiten …

  • Kurzbeschreibung des Romans:
    Montevideo 1843. Der Frankfurter Bankierssohn Albert Gothmann verliebt sich Hals über Kopf in die lebenslustige Rosa, Tochter einer der ältesten spanischen Familien Uruguays. Doch ihre Liebe zwingt sie zum Verzicht auf ihre Heimat, ein Schicksal, das fortan alle Nachfahrinnen ihrer Familie teilen. Sind die Frauen stark genug, um für ihre Leidenschaft zu kämpfen?

  • Am Arte-Stand gab es ein Gespräch mit Carl Nixon, dessen Roman Rocking Horse Road mich Anfang des Jahres begeisterte.
    Das Gespräch führte Dr. Thomas Wörtche, der Jurymitglied der “anderen Bestenliste” ist, auf der Carl Nixons Roman auch stand.


    Ich war überrascht, einen Autor aus Neuseeland dieses Jahr auf der Buchmesse zu sehen, da Neuseeland letztes Jahr Partnerland war.
    Doch es lohnt sich, auch Nixons neuen Roman zu promoten. Der Autor hat es verdient.


    Es ging auch nicht nur über Carl Nixons ersten Roman, sondern auch über seinen zweiten Roman Settlers Creek. Carl Nixon hat auch schon den nächsten Roman geschrieben. Der deutsche Verleger Stefan Weidler war auch anwesend und hat den deutschen Titel des kommenden Buches genannt.


    Im Gespräch ging es um theologische Einflüsse in Nixons Werk, um Erzählperspektive, um gesellschaftspolitische Themen, die Neuseeland betreffen und wie seine Bücher in Neuseeland aufgenommen werden.
    In Deutschland wurde sein erster Roman teilweise als Krimi angepriesen, aber richtige Krimis sind seine Bücher nicht.


    Obwohl ich mich über die Gestelztheit der Fragen des Moderators gewundert hatte, kam seine große Begeisterung für die Bücher gut durch. Deswegen war ich mit der Moderation zufrieden. Eine Dolmetscherin hat Carl Nixons Antworten übersetzt. Das hat gut funktioniert.
    Mich hat Carl Nixon ruhige Art und seine exakten Antworten beeindruckt. Seinen nächsten Roman werde ich bei Gelegenheit gerne lesen.



    Kurzbeschreibung:
    Am Strand einer schmalen Landzunge vor Christchurch wird 1980 die Leiche der 17jährigen Lucy Asher gefunden. In der Mitte dieser schmalen Landzunge vor Christchurch verläuft die Rocking Horse Road. Lucys Eltern haben ein Milchgeschäft an dieser Straße, und Lucy arbeitete oft dort, angeschwärmt von einer Gruppe 15jähriger Jungen. Lucy wurde erwürgt. Für die Jungen ist damit ihre Kindheit zu einem traumatischen Ende gekommen. Die Suche nach dem Mörder schweißt sie zusammen. Im Jahr nach dem Mord, 1981, touren die Springboks, das südafrikanische Rugby-Team, durch das Land. Protest gegen das Apartheidsregime erhebt sich. Es kommt zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes. Die Jungen sind Rugby-Fans und erleben das Geschehen hautnah mit: "Wir hatten das Gefühl, dass da vor unseren Augen etwas sehr Wichtiges zerbrach. Wir konnten es nicht benennen, es war etwas, das uns zuvor selbstverständlich gewesen war und das, wie wir instinktiv wußten, niemals würde repariert werden können."


    Carl Nixon: Rocking Horse Road


    Über den Autor:
    Carl Nixon, geboren 1967 in Christchurch, ist ein neuseeländischer Autor von Romanen, Kurzgeschichten und Dramen. Er adaptierte Lloyd Jones' Roman "The Book of Fame" und J. M. Coetzees "Schande" für das Theater. Er gewann mit seinen Werken viele Preise, darunter den Katherine Mansfield Short Story Contest. 2007 war Nixon der Ursula Bethell/Creative New Zealand Writer in Residence an der University of Canterbury. Dort vollendete er seinen ersten Roman "Rocking Horse Road". Darüber hinaus schrieb er zahlreiche Theaterstücke für Kinder.

  • Settlers Creek-Carl Nixon


    Klappentext
    Aus dem Englischen von Stefan Weidle. Box Saxton ist ein erfolgreicher Bauunternehmer und Immobilienmakler in Christchurch, bis die Finanzkrise ihm den Boden unter den Füßen wegreißt. Die teure Privatschule für seine beiden Kinder läßt sich nicht länger finanzieren. Sein 19jähriger Sohn Mark wird mit diesen Veränderungen nicht fertig und nimmt sich das Leben. Da taucht Marks leiblicher Vater auf, Tipene, ein Maori, der die Mutter des Jungen bald nach der Geburt verlassen hat. Nach dem Gesetz der Maori muß ein Familienmitglied in der Grabstelle der Ahnen beigesetzt werden, und dieser Tradition will Tipene folgen. Box und seine Frau weigern sich, den Leichnam des Jungen herauszugeben, deshalb stiehlt Tipene ihn, wobei er das neuseeländische Recht auf seiner Seite hat. Carl Nixon beschreibt die Auswirkungen der Finanzkrise, ebenso den unlösbaren Konflikt zwischen zwei verschiedenen Formen der spirituellen Bindung an das eigene Land.

  • Im Paschen Literatursalon las Mirko Bonne insgesamt 3 gut ausgewählte Abschnitte aus seinem Roman “Nie mehr Nacht“, der auf der Short List des deutschen Buchpreis stand. Daher war das Interesse groß. Selbst Mirko Bonne schien da zu viel sein. Seine Bemerkung, wie ein Möbelstück auf der Buchmesse herumgeschoben zu werden und dass er sich irgendwann entscheiden muss zwischen Schreiben oder Vorlesen.
    Das ist halt der Preis für den Erfolg. Für den Verlag Schöffling auf jeden Fall ein schöner Erfolg.


    Mirko Bonne startete mit 2 Lyrikbänden, aber die Prosa bescherte ihm den Durchbruch.


    Das Gespräch konzentrierte sich dann aber sehr auf den Roman. Fast wurde schon zu viel verraten. Das war für mich kein Problem, da ich ihn schon gelesen habe. Deswegen war es für mich jetzt auch nicht so spannend.


    Doch Mirko Bonnes Motivationen zu dem Roman wurden transparent. Deswegen hat sich die Veranstaltung sehr gelohnt, zudem ich auch den Paschen Literatursalon grundsätzlich gut finde.


    Kurzbeschreibung des Romans:
    Markus Lee reist in den Herbstferien in die Normandie, um für ein Hamburger Kunstmagazin Brücken zu zeichnen, die bei der Landung der Alliierten im Sommer 1944 eine entscheidende Rolle spielten. Lee nimmt seinen fünfzehnjährigen Neffen Jesse mit, dessen bester Freund mit seiner Familie in Nordfrankreich ein verlassenes Strandhotel hütet. Überschattet wird die Reise von der Trauer um Jesses Mutter Ira, deren Suizid der Bruder und der Sohn jeder für sich verwinden müssen. In der verwunschenen Atmosphäre des Hotels L Angleterre entwickelt sich der geplante einwöchige Aufenthalt zu einer monatelangen Auszeit, die nicht nur für Markus Lee einen Wendepunkt im Leben markiert. NIE MEHR NACHT erzählt schonungslos und ergreifend von der Befreiung Frankreichs, bei der zahllose junge Männer umkamen, die kaum älter als Jesse waren. Dem Zeichner aber ist es zunehmend unmöglich, die Verheerungen des Krieges künstlerisch darzustellen. Doch beinahe noch schwerer fällt es ihm, den Tod der geliebten Schwester zu vergessen. Denn während ein dramatisches Kapitel europäischer Geschichte auf unheimliche Weise in ihm auflebt, stellt sich Markus Lee einem Trauma der eigenen Jugend und Abgründen seiner Familie. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2013 (Longlist)


    Über den Autor:
    Mirko Bonné, geboren 1965 in Tegernsee, lebt in Hamburg. Neben Übersetzungen von u. a. Sherwood Anderson, Robert Creeley, E. E. Cummings, Emily Dickinson, John Keats und William Butler Yeats veröffentlichte er bislang vier Romane und fünf Gedichtbände sowie Aufsätze und Reisejournale. Für sein Werk wurde Mirko Bonné vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Ernst Willner-Preis (2002), dem Prix Relay du Roman d Evasion (2008) und dem Marie Luise Kaschnitz-Preis (2010).

  • Rolf Lappert las im Azubi-Bistro aus seinem Roman, ein Hanser-Taschenbuch, das als Jugendbuch gehandelt wird.
    Ich hatte diese Lesung eigentlich gar nicht auf meinem Plan, aber durch Zufall kam ich in Halle 4 am Azubibistro vorbei und der Titel Pampa-Blues zog mich an.
    Rolf Lappert las ein paar ziemlich amüsante Passagen, die mich überzeugten.


    Der Autor hat am Schluß noch verraten, dass das Buch als Fernsehfilm kommen wird, ca. 2014/2015 wird er in Deutschland im Fernsehen laufen.


    Pampa Blues hat übrigens den Luchs gewonnen, vergeben von Radio Bremen und der Zeit.



    Ich habe mir den Roman gekauft und Rolf Lappert signierte es mir unter Schmerzen, da er eine Handgelenkverstauchung hatte. Also Danke dafür!


    Kurzbeschreibung des Romans:
    Der 16-jährige Ben sitzt in dem verschlafenen Nest Wingroden fest, wo es nicht viel mehr gibt als eine Tankstelle, den Baggersee und die schöne Friseuse Anna. Als der Visionär Maslow Nachrichten von einem UFO verbreitet, um den Ort in eine Pilgerstätte zu verwandeln, taucht Lena mit ihrer Kamera auf. Maslows Plan scheint zu funktionieren. Doch dann treibt das UFO in den Nachbarort ab, Polizei und Presse kommen wegen eines Mordverdachts, Lena ist gar keine Journalistin - und Ben ist verliebt. In seinem ersten Jugendbuch beschwört Rolf Lappert irgendwo in der Pampa eine Schicksalsgemeinschaft aus schrägen Figuren. Mitten darin: der Held Ben, der die Probleme meistern muss, die das Erwachsenwerden und die erste Liebe mit sich bringen.


    Rolf Lappert – Pampa Blues (ab 14 Jahren)


    Über den Autor:
    Rolf Lappert wurde 1958 in Zürich geboren und lebt in der Schweiz. Er absolvierte eine Ausbildung zum Grafiker, war später Mitbegründer eines Jazz-Clubs und arbeitete zwischen 1996 und 2004 als Drehbuchautor. Bei Hanser erschien 2008 der Roman Nach Hause schwimmen, der 2008 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, und Auf den Inseln des letzten Lichts (Roman, 2010).

  • Für mich war die Preisverleiihung an Patricia Melo Höhepunkt und Abschluß der Buchmesse dieses Jahr.
    Der Preis wurde zum 26 mal, und das erste mal von Litprom vergeben. Das Preisgeld stiftet die Frankfurter Buchmesse.


    Melos aktueller Roman heißt Leichendieb.


    Im Weltempfang fand die Veranstaltung in deutscher und portugisischer Sprache statt. Dafür standen Kopfhörer für den Empfang der Simultanübersetzung zur Verfügung.


    Nach einer beeindruckenden Laudatio von Dr.Thomas Wörtche und Übergabe des Preises folgte noch ein Gespräch mit der Autorin und ihrer deutschen Übersetzerin, moderiert von Katharina Borchardt.
    Das Werk der Autorin bietet eine Reihe von Themen. es sind anscheinend wirklich mehr als nur Krimis.


    Patricia Melo machte einen sympathischen Eindruck, sie wusste auch gekonnt und klar sich auszudrücken. Es war ein spannendes Gespräch.


    Ich habe mir daher heute gleich dsas neue Buch von Patricia Melo bestellt.



    Kurzbeschreibung des Romans:
    Alles beginnt mit einer Ohrfeige vom Chef.
    Als die Geschlagene sich jedoch deswegen umbringt, wirft der Vorstand einer Telefonmarketingfirma alles hin. Doch sein neues Leben reißt ihn in einen Strudel der Kriminalität im Drogensumpf Brasiliens.
    Der neue Roman von Patrícia Melo: schonungslos und abgebrüht.


    Über die Autorin:
    Patrícia Melo geboren 1962 in São Paulo. Die Autorin und Dramaturgin schreibt Romane, Hörspiele und Drehbücher. Die »Times« kürte Patrícia Melo zur »führenden Schriftstellerin des Millenniums« in Lateinamerika. Außerdem wurde ihr der »Prix Deux Océans« verliehen. Patrícia Melo lebt in der Schweiz.

  • Mensch, HerrPalomar! Warum hast du nichts gesagt? Wir hätten uns treffen können, ich war gestern auch auf der Messe. Schade, ich hätte dich gerne kennengelernt. :cry


    Dafür war es mir vergönnt, Inge Lütt zu treffen. Eine sehr sympathische Frau, bei der ich den Eindruck hatte, sie schon lange zu kennen. Ich habe einen total leckeren Keks in Form einer Bratsche von ihr geschenkt bekommen. Mit Schokoglasur und glänzender Perle dekoriert.


    Und jetzt plaudere ich mal aus dem Nähkästchen. Inge Lütt ist als Büchereule hier unter dem Namen blaustrumpf bekannt mit einem Foto als Avatar. Auf dem Foto ist ein Mädchen mit langen Haaren. Aber soll ich euch mal was sagen? Das ist geschummelt! Inge hat gar keine Zöpfe! :lache


    Nein, ganz ernsthaft, es war sehr angenehm, sich mit Inge zu unterhalten und laut Aussage des Verlagschefs, der mit am Stand war, kam ihr Buch sehr gut an. Bravo! Sonnen wir uns im Glanz erfolgreicher Büchereulen. :wave

  • Zitat

    Original von Rosha
    Mensch, HerrPalomar! Warum hast du nichts gesagt? Wir hätten uns treffen können, ich war gestern auch auf der Messe. Schade, ich hätte dich gerne kennengelernt. :cry
    wave

    Hallo Rosha,
    ja, schade. Ich hätte dich auch gerne getroffen.
    Vielleicht klappt es im nächsten Jahr. :wave

  • Hier kommt noch was ich gestern nicht mehr schaffte zu schreiben.


    Um 11 Uhr war ich vor der ARD-Bühne und sah ein Gespräch mit Peter Härtling.
    Es war ziemlich überfüllt, Sitzgelegenheiten bei denen man auch etwas kann, gab es nicht mehr.
    Bei dem Interview mit Peter Härtling ging es um sein neues Buch Tage mit Echo.
    Ein Buch mit zwei Erzählungen, die indirekt aufeinander Bezug nehmen, mit dem Thema letzte Bücher . Ein Buch mit dem Peter Härtling dem biographischen Schreiben über Künstler und seine Fiktion wieder etwas hinzufügen konnte.
    Fontanes Der Stechlin oder Uwe Johnsons letztes Buch konnte Härtling als Beispiel nennen.


    Die Frage der Interviewpartnerin, ob auch er sein letztes Buch schreibt fand ich nicht besonders angemessen. Schließlich ist Peter Härtling trotz seines Alters ungebrochen aktiv und wird sicher noch weiteres folgen lassen.
    Härtling nahm aber alles gelassen und mit Humor, so kennt man ihn.


    Die Interviewerin war nicht gut vorbereitet, denn von Härtlings neuem Jugendbuch wusste sie nichts. Das war aber immerhin für Peter Härtling die Gelegenheit, auch dieses Buch ausführlich vorzustellen. Hallo Opa - Liebe Mirjam. Dabei geht es um einen E-Mail-Wechsel eines Großvaters mit seiner 14jährigen Enkelin, natürlich basierend auf Härtlings eigenen Erfahrungen.
    Internet-Mobbing und andere Probleme für Jugendliche heutzutage werden darin angesprochen.


    Das war auch eine interessante Veranstaltung, aber man spürte hier doch ein wenig die Kürze. Gerne hätten ein paar Passagen mehr daraus vorgelesen werden können.


    Kurzbeschreibung über das Buch:
    Ein Buch, zwei Geschichten, ein Thema. Peter Härtling folgt zwei Figuren: seinem Alter Ego Robert Brodbeck und dem jungen Maler Carl Philipp Fohr. Der eine ist ein alternder Schauspieler, der als Vorleser durch die Republik reist, der andere ein junger Maler der Romantik, der nach Rom wandert und dort zu einem großen Werk ansetzt. Beide leben sie im Aufbruch und kosten das Leben aus. Brodbeck ist fasziniert von der Idee, letzte Bücher großer Schriftsteller vorzulesen, und reist nach Klütz. Das kleine Städtchen in Mecklenburg-Vorpommern ist das Vorbild für Uwe Johnsons Jerichow, und Brodbeck wird einen Sommer dort verbringen, um die »Jahrestage« vorzulesen. Es wird ein Sommer der unerwarteten Be gegnungen, der wundersamen Vermi schung von Fiktion und Wirklichkeit, der Bele bung und der Erschöpfung, an dessen Ende das nächste Vorhaben steht: Fontanes »Stechlin« in Potsdam.Carl Philipp Fohr wächst Ende des 18. Jahr hunderts in Heidelberg auf, hadert mit der Schule und will nur eines: Maler werden. Dank engagierter Lehrer und großzügiger Mäzene wird sein Talent früh zeitig gefördert. Aber Fohr will sich aus den akademischen Zwängen befreien und bricht nach Rom auf, wo er Anschluss an die Kreise der Deutschrömer im Café Greco findet und den Plan für ein großes Gruppenbild entwirft – zu dem es leider nicht mehr kommt.


    Über den Autor:
    Peter Härtling wurde 1933 in Chemnitz geboren. Er wuchs auf in Sachsen, Mähren, Österreich und Württemberg. Zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn arbeitete er bei verschiedenen Zeitschriften und war literarischer Redakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift DER MONAT. Er war Cheflektor und anschließend bis 1973 Geschäftsführer des S. Fischer Verlages. Seitdem lebt er als freier Schriftsteller in Walldorf bei Frankfurt am Main. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.


    Seine Kinderbücher erscheinen bei Beltz & Gelberg, darunter »Sofie macht Geschichten« (mit Bildern von Jutta Bauer) und so berühmte Romane für Kinder wie »Das war der Hirbel«, »Oma« (Deutscher Jugendliteraturpreis), »Theo haut ab«, »Ben liebt Anna«, »Alter John«, »Krücke«, »Fränze«, »Mit Clara sind wir sechs«, »Lena auf dem Dach«, »Jette«, »Tante Tilli macht Theater« oder »Reise gegen den Wind«. Zuletzt erschien von ihm der Roman »Paul das Hauskind« . Weitere Informationen auch unter www.haertling.de.


    Seine Gedichte, Aufsätze und Kinderromane wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt, mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet und teilweise sogar verfilmt (»Krücke«). Für sein kinderliterarisches Gesamtwerk erhielt Peter Härtling den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreis 2001. »Härtling ist unzweifelhaft eine Schriftsteller-Persönlichkeit, von der die deutschsprachige Kinderliteratur der letzten 30 Jahre maßgeblich geprägt wurde«, so die Jury in ihrer Begründung.

  • Kurzbeschreibung:
    Eine Geschichte in E-Mails - zwischen Mirjam und ihrem etwas weisen Opa. Eine innige Geschichte von großer Nähe und Zugewandtheit: Im unvergleichlichen Härtling-Ton erzählt er leicht und klar von einer Freundschaft zwischen Großvater und Enkelin, die mit dem Tod nicht einfach aufhört.


    Mirjam ist 14 und berichtet ihrem beinahe 80-jährigen Opa von falschen (Facebook-) Freunden, dem Schulwechsel, der deswegen sein muss, und ermahnt ihn, sich nicht in ihre Angelegenheiten zu mischen. Der Opa antwortet - manchmal nicht sofort -, wie schwierig das mit dem Erinnern ist und erzählt, wie es für ihn damals, nach dem Krieg, war, die richtigen Freunde zu finden. Er gibt ihr Ratschläge, wie man mit Ängsten und mit Eltern umgeht, und versichert ihr, das Gästebett sei immer für sie gemacht. Mirjam erfährt von ihm, wie es ist, wenn man nicht mehr sicher auf den Beinen ist, und das Gefühl hat, alles sei vielleicht ein letztes Mal. Eines Tages antwortet Opa Mirjam nicht mehr ...

  • Eine weitere beeindruckende Veranstaltung, die ich Samstag gesehen habe, war die vom Arara-Verlag mit den brasilianischen Autoren Felipe Pena und Mayra Dios Gomes. Dabei wurden deren Bücher „Das Diplomgeschäft“ (Pena) und „Brazilian Underground: Die Geschichte von Satine“ (Gomes) vorgestellt.
    Die gut organisierte Veranstaltung fand im Paschen Literatursalon unter regen Zuschauerinteresse statt und zeigt wieder, wie wichtig die Buchmesse ist, um ein Partnerland zu präsentieren.


    Beide Autoren sind in Brasilien sehr anerkannt und haben auch schon mehrere Bücher geschrieben, in Deutschland waren sie bisher unbekannt.


    Die Autoren gehören eher der jüngeren Generation an, besonders Mayra Dios Gomes ist erst 25 Jahre alt und arbeitet trotzdem bereits an ihrem vierten Buch. Brasilian Underground hat sie mit 16 geschrieben! Das Buch ist stark autobiographisch gefärbt.
    Felipe Peba hat einen anderen Ansatz. Sein Roman Das Diplomgeschäft ist der erste Teil einer Campus-Trilogie und besitzt knallharte Thriller-Elemente, wenn auch ironisch gebrochen.


    Zum Glück sprachen beide Autoren gut Englisch, so das auf Portugiesisch jeweils nur ein kurzer Ausschnitt aus den jeweiligen Büchern gelesen wurden.
    Dann wurden etwas längere Ausschnitte auf Deutsch von deutschen Sprechern vorgetragen.
    Die Veranstaltung funktionierte sprachlich sehr gut, u.a. auch weil für die anschließenden Fragen eine Übersetzerin zur Verfügung stand.


    Zum Gelingen der Veranstaltung diente auch, dass man sah, wie sehr sich der Verlag um seine Autoren kümmert. Der Arara-Verlag ist ein noch junger Verlag aus Karlsruhe und veröffentlicht brasilianischer Bücher, die nicht nur das klischeebeladene Bild von Brasilien zeigen.


    Abschließend bot sich die Gelegenheit, sich die Bücher signieren zu lassen. Wenn es dabei auch leicht chaotisch im kleinen Arara-Messestand zuging, konnte ich mir Das Diplomgeschäft signieren lassen!

  • Kurzbeschreibung:
    Wie viele Hindernisse muss man überwinden, bis man endlich seinen Weg findet und wie viele Grenzen kann man austesten, bis endgültig alles zusammenbricht?
    Die junge Brasilianerin Satine lebt mit ihrer wohlhabenden Familie in Rio de Janeiro und hat alles, was man sich wünschen kann. Doch der plötzliche Tod ihres Vaters wirft sie mit zwölf Jahren emotional aus der Bahn. Auf dem schwierigen Weg der Selbstfindung macht die Jugendliche viele, oft schmerzhafte Erfahrungen, nimmt Drogen, verstrickt sich in Lügen und lernt Ricky kennen – die große Liebe, für die sie durchs Feuer gehen würde. Beherrscht von ihren Gefühlen gerät Satine in eine Phase ihres Lebens, in der sie die Realität mehr und mehr aus den Augen verliert.
    Eine Geschichte über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens...

  • Kurzbeschreibung:


    Eine Pharmaziestudentin wird auf dem Campus einer Universität in Rio de Janeiro angeschossen und schwer verletzt. Der Rektor der Universität beauftragt Antonio Pastoriza, den Direktor der Fakultät für Psychologie damit, die wahren Hintergründe der Tat aufzuklären. Bei den Ermittlungen gerät dieser in Verdacht, in das Verbrechen verstrickt zu sein, wird in einen Streit mit dem Polizeichef verwickelt und findet sich plötzlich inmitten eines Kriegs zwischen Milizen und Drogenhändlern wieder.
    „Das Diplomgeschäft“ ist das erste Buch der Campus-Trilogie des brasilianischen Autors Felipe Pena. Die spannende Handlung des fesselnd geschriebenen Romans gewährt einen tiefen Einblick in den universitären Alltag in Brasilien sowie die Verstrickung von Bildung, Wirtschaft und Drogenhandel.