Commissaire Mazan und die Erben des Marquis - Jean Bagnol

  • Auch ich durfte an der Leserunde teilnehmen - und bin total begeistert.


    Ein spannend geschriebender Katzenkrimi mit symathischen und authentischen Figuren. Man merkt schnell, dass das Buch von einem (oder besser gesagt hier zwei!) Autor geschrieben wird, der sein Handwerk beherrscht. Schnell ist man in der Geschichte drin. Ein besonderes Highlight sind für mich definitiv die Katzenkapitel gewesen. Ich habe selbst zwei Katzen mit sehr unterschiedlichen Charakteren und auch im Buch kommt klasse rüber, wie unterschiedlich Katzen sein können. Dennoch wurde ihr Wesen super getroffen. Auch Zadira ist gut gelungen, sie ist zwar richtig though, aber kein Mannsweib, wie es sonst oft in diesem Genre vorkommt. Die Handlung war spannend, für mich gab es im gesamten Krimi keine Längen. Ich hatte recht lange sehr viele Figuren als Täter im Verdacht, und vielleicht hat mich ja deshalb die Lösung am Ende nicht wirklich überrascht. War mir etwas zu naheliegend und ich hätte mir da mehr erwartet - mehr will ich dazu aber nicht verraten.


    Insgesamt ein sehr gelungener Auftakt zu einer Serie, die ich bestimmt verschlingen werde. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil und hoffe all die liebgewonnen Figuren und vor allem Katzen wiederzusehen / -lesen.


    9 Punkte!

  • Inhalt:


    Die halbalgerische Drogenfahnderin Zadira Matéo wird in ein beschauliches provenzalisches Winzerdorf abgeschoben. Verbittert begegnet sie jedem mit Misstrauen, nur einen herrenlosen schwarzen Kater schließt sie ins Herz. Als die Leiche einer jungen Frau auftaucht, wird der Streuner zu ihrem Partner, zu »Commissaire Mazan«. Denn er kann dorthin, wo Zadira keinen Zutritt hat, er hört, was niemand wissen darf, und sieht, was geheim bleiben soll.


    Meine Meinung:


    Ich habe mich sehr schnell in dieses Buch eingelesen. Ich hatte zwar etwas Schwierigkeiten mit dem Prolog, aber dann ging es sehr gut los. Das Buch enthält viele verschiedene Genres, nicht nur die des Krimis. Wunderschöne malerische, duftende Beschreibungen der Gegend, wenn ich die Augen schließe, kann ich alles bildlich vor mir sehen und riechen. Die Welt aus den Augen der Katzen. Aber auch ein Hauch einer etwas anderen Erotik und ein Humor, der mich oft schmunzeln ließ, kommen in diesem Buch nicht zu kurz.


    Das Buch baut auf zwei faszinierende Charaktere auf: Zadira ist eine sehr einzigartige Polizistin. Ein sehr faszinierender Charakter, wild und unbändig, sehr eigen, aber auch gefühlvoll. Ein Mensch, der sich in keine Schublade pressen läßt und dadurch diesen Krimi sehr bereichert und ihn besonders macht.


    Der zweite Protagonist „Commisaire Mazan“. Der Kater ist vorsichtig und hilfsbereit. Das Gegenteil von Zadira. Es gefällt mir, wie die Autoren versuchen, sich in die Welt des Katers und auch anderer Katzen hinein zu versetzen und das bekommen sie sehr gut hin. Beide Ebenen sind sehr eindrucksvoll dargestellt und es ist schön zu lesen, wie Zadira und Mazan zusammen finden.


    Das Buch gefällt mir sehr gut, geht rasant voran und ist zu keiner Zeit langweilig, auch niemals kitschig durch die Einschübe der Katzenwelt. Es hatte eine regelrechte Sogwirkung auf mich, je weiter ich las.


    Die Autoren haben es geschickt geschafft, falsche Fährten zu legen und Verwirrungen zu schaffen. Immer neue Überlegungen, immer neue Tatverdächtigte und doch war das Ende überraschend und anders als für mich erwartet aber absolut nachvollziehbar.


    Trotz des Prologs hat sich der Roman für mich so gut weiterentwickelt und begeistert, dass ich hier 10 von 10 Eulenpunkten vergeben kann. Und ich werde auf jeden Fall beim nächsten Abenteuer mit Commissaire Mazan und Zadira (und hoffentlich auch Atos und Jules) wieder dabei sein.

    :lesend Svea Lenz - Lebensträume. Ärztin einer neuen Zeit

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    Hörbuch: Alex Lepic - Lacroix und der Bäcker von Saint-Germain

    Hörbuch: Monika Peetz - Ausgerechnet wir

    SuB: 317

  • "Commissaire Mazan und die Erben des Marquis" von Jean Bagnol [Rezension]



    Preis: 14,99 €
    Einband: Paperback
    Seitenanzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 01.10.2013
    Verlag: Verlagsgruppe Droemer Knaur
    ISBN-10: 3426213788
    EAN: 978-3426213780



    Klappentext


    Die halbalgerische Drogenfahnderin Zadira Matéo wird in ein beschauliches provenzalisches Winzerdorf abgeschoben. Verbittert begegnet sie jedem mit Misstrauen, nur einen herrenlosen schwarzen Kater schließt sie ins Herz. Als die Leiche einer jungen Frau auftaucht, wird der Streuner zu ihrem Partner, zu »Commissaire Mazan«. Denn er kann dorthin, wo Zadira keinen Zutritt hat, er hört, was niemand wissen darf, und sieht, was geheim bleiben soll.
    ((c) http://www.droemer-knaur.de/)



    Über den Autor


    Jean Bagnol ist das Pseudonym des Schriftsteller-Ehepaares Nina George und Jens "Jo" Kramer.


    Die Spiegel-Bestsellerautorin George und der Journalist, Pilot und Schriftsteller Kramer sind seit 2006 verheiratet, leben in Hamburg, schreiben unter insgesamt sieben Namen und Pseudonymen und veröffentlichten bisher insgesamt 29 Solowerke (Romane, Sachbücher, Thriller, historische Romane).
    George und Kramer wurden bisher dreimal – einzeln – für den DeLiA, den Preis für den besten deutschsprachigen Liebesroman, nominiert; 2011 gewann George ihn mit dem Knaur-Roman "Die Mondspielerin".


    "Commissaire Mazan und die Erben des Marquis" ist der erste gemeinsame Jean-Bagnol-Provencethriller des Schriftsteller-Ehepaares Nina George und Jo Kramer. Sie wären beide gerne als Katzen auf die Welt gekommen, müssen sich aber damit begnügen, die Samtpfoten zu erforschen und erstmals über sie zu schreiben. Als Provence-Liebhaber und Spannungsautoren kam ihnen die erste Idee zu "Commissaire Mazan und die Erben des Marquis", als sie im Château de Mazan im Vaucluse ihren zukünftigen Helden auf leisen Pfoten (und mit unwiderstehlicher Eleganz) eine Thunfischpastete stehlen sahen.
    ((c) http://www.droemer-knaur.de)




    Inhalt


    Die temperamentvolle, halb-algerische Drogenfahnderin Zadira Matéo wird aus ihrer geliebten Stadt Marseille in das beschauliche Städtchen Mazan strafversetzt, doch dort ist die Zahl der Straftaten so dicht gesät wie die Bäume in der Wüste.
    Etwa zeitgleich mit Zadira findet sich ein fremder schwarzer Kater in dem Städtchen ein, aber dort trifft er nur auf verängstige und verunsicherte Katzen. Wovor seine Artgenossen so große Angst haben, das bleibt ihm vorerst ein Rätsel.
    Als die Leiche einer jungen Frau gefunden wird gehen Zadira und der Kater eine Art Partnerschaft ein um deren Mörder zu finden.




    Eigene Meinung


    Dieses Buch war eine absolute Premiere für mich, denn es war mein erster Katzenkrimi. Einigen Vorurteilen zu trotz habe ich dieses Buch gelesen und ich muss sagen, es ist einfach toll. Die beiden Autoren haben genau die richtige Mischung zwischen menschlichen und tierischem Ermittler getroffen, sodass Freunde von beiden Seiten voll auf ihre Kosten kommen.
    Rundherum um die Handlung besticht das Buch vor allem durch die anschaulichen Beschreibungen der Umgebung, sodass man sich als Leser Mazan gut vorstellen kann, auch wenn man noch nie dort gewesen ist.
    Die Protagonisten, vor allem Zadira, haben ihre Ecken und Kanten, was sie menschlich erscheinen lässt. Anfangs wurde ich mit ihr leider so gar nicht warm, aber im Laufe der Zeit ist sie mir dann doch ans Herz gewachsen. Im Sturm erobert hat es dagegen der schwarze Kater Commissaire Mazan. Seine Art erinnert mich etwas an meinen Kater und macht ihn daher unwiderstehlich für mich.
    Leider "plätscherte" die Handlung manchmal nur vor sich hin und bis auf die letzten Seiten hielt sich die Spannungskurve in Grenzen. Dies tut der Geschichte allerdings keinen Abbruch, denn diese Schwäche machen die Autoren durch humorvolle Dialoge wieder wett.
    Der Schreibstil der Autoren hat etwas für sich und lässt sich flüssig lesen. Hätte ich es nicht gewusst, dann wäre mir vermutlich gar nicht aufgefallen, dass es zwei verschiedene Autoren waren, die an diesem Buch gearbeitet haben.
    Das Cover ist durch seine Schlichtheit zwar nicht unbedingt eines, was sofort ins Auge sticht, aber durch seine "dunkle Art" ist es gleichzeitig wieder anziehend.



    Fazit


    "Commissaire Mazan und die Erben des Marquis" ist mal ein Krimi der etwas anderen Art, was ihn, gerade für Katzenfreunde, zu etwas besonderem macht. Durch seine lustigen Dialoge und das ein oder andere Geschehen wird der Leser meistens bei Laune gehalten, auch wenn eine kleine Portion Spannung nicht geschadet hätte.



    Empfehlung


    Dieses Buch kann ich Lesern empfehlen, die sowohl Krimis, als auch Katzen mögen. Lesern die absolut nichts mit Katzen anfangen können sollten "Commissiare Mazan und die Erben es Marquis" lieber bei ihrem Buchhändler stehen lassen.



    Bewertung


    Bei diesem Buch handelt es sich, zumindest für mich, um etwas ganz neues. Alles in allem war das Buch sehr stimmig, allerdings muss ich für die geringe Spannung einen halben Stern abziehen. Daher gibt es von mir 4,5 von 5 Sternen für den schwarzen Kater, von dem wir sicher noch einiges lesen werden.



    9 von 10 Eulenpunkten (4,5 von 5 Sternen)

  • Ich habe das Buch in der Leserunde gewonnen und gelesen, dafür nochmals vielen Dank an Wolke und den Verlag.


    Zum Inhalt wurde schon so viel geschrieben, das kann man eigentlich nicht mehr steigern. Deshalb schreibe ich nur meinen persönlichen Eindruck.


    Normalerweise bin ich kein Fan von Tierkrimis, aber hier habe ich die rühmliche Ausnahme gelesen. Dem Autorenpaar ist es gelungen beides - Krimi und Tier - super miteinander zu verbinden. :anbet


    Ich würde mich hier sogar auf eine Fortsetzung freuen.


    Von mir gibt es die volle Punktzahl.


    Viele Grüße :wave

  • Meine Meinung


    Ich hatte das große Glück, Commissaire Mazan und die Erben des Marquis hier in der Leserunde lesen zu dürfen. Andererseits wäre dieses Buch wahrscheinlich vollkommen an mir vorbeigegangen, was ich sehr schade gefunden hätte.


    Dieses Buch bietet keinen 08/15-Krimi. Commissaire Mazan vermischt verschiedene Genre und heraus kommt eine überraschende, aber überzeugende Geschichte. Vor dem eigentlich Mordfall wird das Opfer über viele Seiten vorgestellt, was ungewöhnlich, aber sehr interessant ist.


    Tierkrimis gibt es bereits mehrere, aber Kater Mazan bringt noch einmal etwas Besonderes mit in die Geschichte. Die Passagen aus seiner Sicht sind etwas gewöhnungsbedürftig, dafür machen sie den Charme dieser Geschichte aus.


    Was ich nicht unbedingt gebraucht hätte, ist der SM-Aspekt der Geschichte. Ich muss aber auch zugeben, dass er zu diesem ungewöhnlichen Krimi passt.


    Auch die anderen, menschlichen, Figuren, sind gut ausgearbeitet und auch wenn man sie nicht unbedingt mag, wirken sie authentisch und einfach menschlich. Niemand ist perfekt, alle machen Fehler und gerade das finde ich gut.


    Fazit


    Ein sehr ungewöhnlicher, aber auch sehr guter Kriminalroman. Gerne mehr davon.

  • Die taffe Zadira Matéo, Drogenfahnderin mit Migrationshintergrund, wurde strafversetzt - von Marseille in ein kleines Städtchen in der Provence. Sie ist frustriert , lässt das jeden in ihrer Umgebung spüren und hat nicht die leiseste Absicht, in irgendeiner Form Wurzeln in Mazan zu schlagen.
    Der Mord an einer jungen Frau, die augenscheinlich für Sado-Maso-Spiele missbraucht wurde, lässt ihr keine Ruhe. Hartnäckig ermittelt sie in alle Richtungen, ungeachtet der Anweisungen vorgesetzter Institutionen, wie schon seinerzeit Marseille. Strafversetzt ist sie bereits, viel schlimmer kann es nicht mehr kommen ;-).


    Quasi gleichzeitig mit Zadira trifft ein streunender Kater in dem Städtchen ein und wird dort in der Katzenwelt ähnlich feindselig aufgenommen. Mit seinen feinen Antennen spürt er sofort, dass etwas nicht stimmt in Mazan, eine ungute Atmosphäre von Angst und Tod wabert dort durch die malerischen Straßen.


    Während ihrer Bemühungen die Geheimnisse von Mazan zu entschlüsseln, laufen sich Zadira und der Kater immer wieder über den Weg. Widerwillig fühlen sich diese beiden verwandten Seelen und notorischen Einzelgänger zu einander hingezogen und im Laufe der Ermittlungen ergänzen sie sich perfekt.


    Zu Beginn war ich nicht sicher, ob ich diesen Genre-Mix von Sado-Maso, Grusel und Katzen als Ermittler auch wirklich mögen würde. Die herausragende Sprache und die so wunderbar eingefangene Atmosphäre der Provence und ihrer Bewohner haben mich jedoch von der ersten Zeile an hingerissen.
    Und sehr schnell lösten sich alle meine Vorbehalte in Luft auf. Die Ermittlungen von Zadira wurden zusehends vielschichtiger und spannender, die mir anfangs noch so eigenwillig erschienenen Komponenten perfekt und stimmig verknüpft. „Sado-Maso“ ist seit Shades of Grey en vogue. Mir hat es gut gefallen, wie das Thema hier von mehreren Seiten reflektiert wird.
    Irgendwie weiß man sehr früh, wer der Mörder ist – und erfährt es doch erst ganz am Schluss. Klingt kryptisch, aber so ist es :-].


    Wie Voltaire habe ich mich auch oft gefragt, ob Katzen uns Menschen wirklich in dieser Art und Weise wahrnehmen und durchschauen? Amüsiert habe ich verfolgt, wie Parallelen zwischen Katzen- und Menschenwelt gezogen werden, besonders hinsichtlich ihrer Befindlichkeiten und Beziehungen.
    Zadira mit ihrem Sinn für Ironie und Sarkasmus ist mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer geworden. Sie ist frech, cool, respektlos – und gleichzeitig mitfühlend, warmherzig und loyal – genau wie ihr „Commissaire Mazan“. Die subtilen verbalen Zweikämpfe zwischen den „Enarchen“ aus Frankreichs Kaderschmiede und der „Pied-noir“ - Polizistin waren große Klasse!


    Mein Fazit:
    Selten habe ich einen so vielschichtigen und außergewöhnlichen Krimi gelesen. Sprachlich herausragend und wunderbar ausgestaltete Figuren (sowohl Menschen als auch Tiere) machen diesen spannenden und schlüssig aufgebauten Krimi zu einem besonderen Lesevergnügen. Wer es schafft, trotz der spannenden Handlung langsam und aufmerksam zu lesen, findet dazu noch eine Fülle von liebevollen Details und eine Menge kluger Gedanken.

  • Überraschend neu


    Was für wunderbare Entdeckungen und Überraschungen man als Leser doch immer wieder erleben darf.
    Ein Krimi, ein Krimi mit Katzen - ja, hört sich gut an, wird bestimmt nett. So oder ähnlich waren meine Gedanken zu dem Buch bevor ich mit Lesen angefangen hatte.
    Aber dann der Knaller: Sofort war ich von dem absolut schönen Schreibstil gefangen, die Protagonisten, egal ob Mensch oder Tier, überzeugen auf ganzer Linie.
    Dazu kommt eine wirklich gelungene Story mit vielen Überraschungen und Wendungen.
    Dies ist ein Krimi der besonderen Art - niemals flach oder langweilig, sondern im Gegenteil immer interessant und den Leser fordernd.
    Ich hoffe, dass hier der Grundstein für weitere Fälle mit Commissaire Mazan und Zadira Matèo gelegt wurde.
    Denn dieser Reihe würde ich sicherlich treu bleiben.


    Gerne gebe ich 9 von 10 Punkten ( ein wenig Luft nach oben muss ja noch bleiben ).

  • Die Großstadtpolizistin Zadira wird in die kleine Provinz Mazan zwangsversetzt. Gleichzeitig kommt die Streunerkatze Commissaire Mazan in das Dorf, welche ihren Namen Zadira zu verdanken hat. Kurz nach deren Ankunft wird ein junges Mädchen ermordet aufgefunden. Zadira und Commissaire Mazan setzen alles daran den Mörder zu finden, denn es gibt auch jemanden, der gerne Katzen quält und tötet. Ob hier ein Zusammenhang besteht?


    Also ich muss sagen, dass ich anfangs ziemlich lange meine Probleme mit dem Buch hatte.
    Was allerdings nicht an der Katze lag. Man darf sich auch nicht vorstellen, dass Zadira und Commissaire Mazan, beide zusammen an dem Fall „arbeiten“. Sondern beide ermitteln auf ihre Art und Weise, Commissaire Mazan noch mit Unterstützung der anderen Katzen in Mazan.
    Der Schreibstil ist für so einen Krimi ungewohnt anspruchsvoll, was mich aber nicht weiter gestört hat. Im Gegenteil, das hat mir sogar gut gefallen.
    Aber irgendwie habe ich keinen richtigen Zugang zu der Geschichte gefunden und bis ziemlich zum Schluss bin ich auch mit der eigenwilligen Zadira nicht wirklich warm geworden.
    Gestört hat mich auch, dass von den vielen Personen mal mit Vor- und mal mit Nachnamen gesprochen wurde, sodass ich teilweise ganz durcheinander war und überhaupt nicht wusste von wem nun die Rede ist. Meiner Meinung nach sollte man nur einen Namen durchweg benutzen, dann spielt es auch keine Rolle, ob Vor- oder Nachname.
    Dies war mein erster Katzenkrimi und die Umsetzung mit der Katze fand ich, bis auf ein paar Kleinigkeiten, auch gelungen.
    Zum Schluss war ich dann auch in der Geschichte drin und habe diese in einem Rutsch durchgelesen. Ich denke allerdings nicht, dass mir das Buch sonderlich lange im Gedächtnis bleiben wird. Würde mich jedoch an eine Fortsetzung wagen.


    Fazit: Trotz Anfangsschwierigkeiten, war es ein spannender Krimi, mit gelungener Katzenbesetzung. Für Fans der Schriftsteller sicherlich ein Muss – für mich jedoch nichts besonderes. Ich vergebe gute 6 von 10 Punkten.

    Einige Bücher soll man schmecken, andere verschlucken und einige wenige kauen und verdauen.

  • Ich habe das Buch auch gewonnen und an der Leserunde teilgenommen.


    Allerdings fiel es mir schwer in das Buch hineinzufinden. Die Katzen konnet ich mir gut vorstellen und auch Kommissarin Zadira und doch wollte der Funke nicht so recht überspringen.
    Vielleicht wollten die beiden Autoren erstmal die Figuren vorstellen bevor es zum zweiten Band geht?


    Ich musste mich ziemlich konzentrieren beim lesen, denn die Namen waren sehr gewöhnungsbedürftig.
    Gut gefallen hat mir der Tierarzt und sein sabbernder Hund.
    Die Auflösung war nach vollziehbar, aber ich hatte mir hier ein wenig mehr versprochen.

  • Für mich als grossen Tierfreund und beigesterte Leserin von Nina Georges Romanen schien Jean Bagnol’s erstes Werk „Commissaire Mazan und die Erben des Marquis“ wie die berühmte Faust aufs Auge zu passen. Umso überraschter war ich, dass mich die ersten Kapitel schwer ins Grübeln brachten, ob mir das Buch gefällt. An die sehr ungewöhnliche Genre-Mischung zwischen Krimi, Sado-Maso-Erotik und Tierroman musste ich mich erst gewöhnen. Dennoch war meine Neugier geweckt und es war dann vor allem der faszinierende Erzählstil, der mich „bei Stange“ gehalten hatte.


    Sobald ich mich jedoch voll und ganz auf die Geschichte eingelassen hatte, hatte Commissaire Mazan leichtes Spiel mit mir. Er und seine neuen Freunde, die er in Mazan kennenlernte, haben mich immer mehr um den Finger gewickelt und die Zeilen flogen nur so dahin. Neben meinen Lieblingsszenen, in denen Commissaire Mazan und Co. auch das eine odere andere Mal menschlicher wirkten als so mancher Zweibeiner, empfand ich auch den Krimiplot selber immer spannender. Es ist dem Autorenpaar absolut gelungen, mich meistens im Dunklen tappen zu lassen oder auf falsche Fährten zu locken. Die Auflösung kam für mich sowohl überraschend als in sich schlüssig.


    Auf jeden Fall ist Jean Bagnol eine ganz besondere Kriminalgeschichte gelungen, die ich mit wachsendem Vergnügen gelesen habe. Rückblickend faszinieren mich vor allem auch die Empfindungen, die das Buch ausgelöst und während des Lesens gewandelt hat. Nachdem ich anfangs mit der Geschichte noch gehadert habe, habe ich mich mit jeder Seite immer wohler gefühlt und auch wenn ich mich wiederhole, möchte ich betonen, dass ich sehr froh bin, die anfängliche Skepsis überwunden zu haben und dran geblieben zu sein.


    Es ist mir richtig schwer gefallen, das Buch zuzuklappen und Zadira, Jules, Commissaire Mazan und Atos einfach so zurück zu lassen. Ich würde mich über ein "Wiederlesen" sehr freuen!

  • Wäre das Lesen dieses Buches ein Tag, so träfe die Beschreibung, ich sei am dazugehörigen Morgen mit dem linken Fuß aus dem Bett gestiegen, es wohl am Besten, was mein Verhältnis zu diesem Buch angeht.
    Ich habe mit dem Titel nicht im Entferntesten den Marquis assoziiert, eher an eine humorvolle Adelsschmonzette à la Georgette Heyer gedacht oder etwas wie "Die Meute der Erben" von Gaby Hauptmann erwartet. Oder eben etwas wie das "Lavendelzimmer" oder die "Mondspielerin", die mich nachhaltig positiv beeindruckt hatten. Ich muss uneingeschränkt zugeben, dass die marquisbezogenen Szenen gut geschrieben wurden und wirklich nie ins Ordinäre abglitten, trotzdem hat mir diese Überraschung nicht gefallen. Obwohl ab und zu der Lavendel/Mond-Stil durchschimmerte, wurden das Buch und ich nicht so recht warm miteinander. Zumal in meinem Hinterkopf stets ein Relikt aus meiner Jugendzeit herumgeisterte, aber da ging es um einen Schäferhund - Rintintin.
    Die Idee des gemischten Ermittlerteams aus Zwei- und Vierbeinern wurde aber recht nett umgesetzt.
    :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Ein sehr gelungener Krimi, besonders dann wenn das Geschehen aus der Sicht des Katers Mazan erzählt wird. An diesen Stellen ist das Buch erfrisschend anders. Katzen sehen, hören und wissen einfach doch mehr als wir dummen Menschen. :grin


    Der Mordfall an sich ist sehr gut konstruiert und in sich stimmig. Es gibt doch nichts schlimmeres als Logiklöcher, die sucht man hier vergebens. Der Mörder ist auch nicht schon früh klar. Die Suche bleibt bis zum Schluss offen und überaus spannend.
    Ich muss zugeben beim Lesen des Titels nicht sofort an den Marquis de Sade gedacht zu haben. Dafür kenne ich doch zu viele Marquis aus Georgette Heyer Büchern.
    Die Ermittlerin Zadira war mir leider nicht von Anfang an sympathisch und ich empfand manchmal auch zu stereotyp. Eine gutaussehende Ermittlerin mit traumatisierender Vergangenheit ist nicht neu und habe ich in letzter Zeit auch zu häufig gelesen.
    Aber das ist verziehen, da die Katzen das locker wettmachen. Meine Lieblinge sind ja das Kätzchen Tin Tin und der Hund Atos. Herrlich komisch und obwohl beide keine Hauptfiguren sind, sind sie es, die mir das Buch so sympathisch gemacht haben.


    Ein guter Krimi mit höchst ungewöhnlichen tierischen Ermittlern.

    Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat. - Marie von Ebner-Eschenbach

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  • Mit deutlicher Verspätung (sorry, sorry, sorry, als ich die Leserunde anfing, war noch nicht abzusehen, was der Jahreswechsel so alles für mich bereit halten sollte ...) kommt hier nun noch mein Leseeindruck aus der Leserunde.


    Autorenvita und Inhaltsangabe sind bereits oft genug genannt worden, ich steige gleich bei meiner Bewertung ein.


    Der Prolog hat mich sehr neugierig auf den Roman gemacht, aber durch die folgenden, ersten Kapitel bin ich nur recht schwer in die Geschichte gekommen. Dies lag in erster Linie an den ersten Szenen mit "Commissaire Mazan", dem streunenden Kater, denn neben diversen menschlichen Perspektiven bekommt auch dieser Kater seine eigene Stimme, und ich fand zunächst nur schwer Zugang zu ihr. In Akif Pirinccis Felidae fand ich das besser gelöst. Ich habe mich dann eingelesen in die Katerstimme, grundsätzlich gefiel mir Commissaire Mazan in der Schilderung der menschlichen Perspektiven allerdings besser.


    Die strafversetzte Polizistin Zadira hingegen war in ihrem gegensätzlichen Mix aus Wut, Frustration und Hingabe zum Beruf ein echtes Highlight, auch wenn sich einige Probleme, mit denen sie sich auseinandersetzen musste (z.B. die Ablehnung ihres neuen Kollegen auf der Wache) recht schnell in Luft auflösten.


    Auch mir gefielen die Erotik-Szenen im Buch, sie waren wohltuend stilvoll. Mittlerweile gehören Bettszenen zu so vielen Büchern dazu, ohne wirklich Bezug zur Handlung zu haben (z.B. im allseits beliebten historischen Roman mit "in"-Schwäche) und sind dann auch noch nicht mal besonders interessant zu lesen, das nervt mich gewaltig. Hier nun das genaue Gegenteil, der Bezug zur Handlung ist da, die Szenen vermitteln Atmosphäre, bieten Figurencharakterisierung und stilistisches Niveau.


    Die Krimihandlung bot ausreichend falsche Spuren, um mich zumindest kurzfristig auf eine falsche Fährte zu locken, die Auflösung kam also durchaus überraschend für mich.
    Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen, am Ende war ich auch mit dem Kater versöhnt und ich würde sehr gern mehr von ihm und Zadira lesen!

  • Ich habe das Buch auch in der Leserunde gelesen und wundere mich gerade, dass ich keine Rezi dazu geschrieben habe :gruebel


    Rückblickend kann ich sagen, dass mir das Buch in allerbester Erinnerung ist und es ist nicht in der Versenkung meines Gedächtnisses verschwunden. Ich kann mich noch gut an die Handlung und die menschlichen und tierischen Protagonisten erinnern.
    Das ist nicht selbstverständlich, wie oft kommt es vor, dass man ein Buch liest und sich nahc einem halben Jahr schon nicht mehr an den Inhalt erinnern kann. Das ist hier anders und ein weiterer Pluspunkt für das Buch.
    9 Eulenpunkte und baldige Fortsetzung erwünscht :-)

  • Zadira Matéo, die halbalgerische Drogenfahnderin, hat es bei der Polizei nicht leicht als Frau und Tochter eines algerischen Einwanderers. Letztlich wird sie in die Provinz versetzt, wo sie auf einen herrenlosen schwarzen Kater trifft.
    Nachdem er ihr bei einem Mordfall hilft, erhält er seinen Namen „Commissaire Mazan“. Zusammen sind sie ein ganz spezielles, unvergleichbares Team aus Mensch und Katze.


    Das Buch ist etwas ganz besonderes. Dass die Erzählperspektiven wechseln, kennt man zwischenzeitlich schon mal, aber dass die Geschichte auch aus der Sicht einer Katze erzählt wird, ist dann wiederum ungewöhnlich. Und gerade diese Perspektive hat mir sehr gut gefallen. Der Autor ist sehr einfühlsam und weiß, wie er die Erzählteile der Katze glaubhaft dem Leser näher bringen kann.


    Natürlich darf auch die Verwunderung des Katers nicht fehlen, wenn er die Angewohnheiten der Katzen mit denen der Menschen vergleicht. Zwar handelt es sich bei dem Buch um einen Krimi, aber gerade durch die Erzählperspektive des Katers, hat der Roman auch seine lustigen Seiten, die die ganze Geschichte auflockern und den Leser zum Schmunzeln bringen.


    Des Weiteren neigt der Autor dazu, Landschaften sehr detailliert zu beschreiben. Man erhält eine Fülle an Details, die es dem Leser dann wieder einfach machen, sich die entsprechende Gegend vorstellen zu können.


    Fazit:
    Das Buch ist eine Empfehlung für alle Katzenfreunde und Krimifans. Beide werden hier auf ihre Kosten kommen und neben einem sehr interessanten Krimi auch eine witzige Geschichte über einen neuen Katzenermittler bekommen. Ich freue mich schon jetzt auf den Folgeband.



    Reihe:
    1. Commissaire Mazan und die Erben des Marquis
    2. Commissaire Mazan und der blinde Engel