Emmanuel Carrere --- AMOK

  • Klappentext:
    Am Morgen des 09. 01.993, einem Samstag, während Jean-Claude Romand seine Frau und seine Kinder umbrachte, nahm ich mit meiner Familie an einer Sitzung des Elternbeirates teil, die in der Schule unseres Ältesten stattfand. Gabriel war fünf, so alt wie Antoine Romand.


    Alles begann ganz harmlos: eine versäumte Medizinklausur, eine Lüge, die eine weitere nach sich zog, und der Student Jean-Claude Romand kam aus dem Tritt. Um den schalen Geschmack seiner Erfolglosigkeit zu kaschieren entwickelte er ein Doppelleben. Jahre später glaubte jeder in dem zweifachen Vater einen Arzt der WEltgesundheitsorganisation zu sehen.
    Nach außen ein gelungenes Leben, aber nichts war echt.
    Schließlich treibt die unablässige mimikry ihn in die Ecke, er löscht seine Familie aus und will sich selbst richten.



    Die Abgründigkeit dieser Geschichte scheint von Dostojewski zu stammen und docj hat sie sich 1993 in einem kleinen französischen Ort an der schweizer Grenze zugetragen. Vor aller Augenentspann sich eine Tragödie und niemand, nicht einmal die Ehefrau, hatte das geringste geahnt.
    War da kein Spalt im Leben? Diese Frage ließ Emmanuel Carrere nicht mehr los. Wie hypnotisiert entdechte er einen schwindelerregenden Alptraum von Lügen und Wahrheit, Verdrängung und Mimikry und bannte ihn in eine kristaline Sprache. Es gibt viele dieser Fälle, und fast nie haben wir eine Chance, hinter die Geschichte zu schauen. Doch Carrere gelingt es mit Distanz nd psychologischem Gespühr entdeckt er unf die Innenwelt einer gigantischen Lüge, die unausweichlich tragisch endet.



    ÜBER DEN AUTOR:
    Emmanuel Carrere
    Jahrgang 1957, lebt in Paris, wo er als Schriftsteller arbeitet. Neben Drehbüchern veröffentlichte er mehrere Romane, deren letzter in vier Sprachen vorliegt und auch ins deutsche übersetzt wurde: SCHNEETREIBEN.



    Meine Meinung:
    Zu Beginn sehr fesselnd und gut gechrieben, verlor dieses buch gegen Ende für mich immer mehr von seinem Reiz. Frömmeleien und für mich religöser Quatsch bestimmen das Ende des Buches und lassen einen Menschen, der nicht nur seine Kinder, seine Frau und seine Eltern getötet hat, sondern auch versuchte seine Geliebte zu ermorden und dies alles nur tat, um seine vorausgegangenen Betrügereien zu vertuschen, für meinen Geschmack viel zu gut wegkommen.
    Der Anfang des Buches ist wirklich lesenswert und absolut gut, zum Ende hin läßt es aber immer mehr nach. Zumindest empfand ich dies so, da ich mit Gebeten und Frömmigkeit nicht viel am Hute hab.

  • Hallo,

    im aktuellen Literarischen Quartett (Sendung vom 10. August) wird das Buch "Der Widersacher" von Emmanuel Carrère besprochen. Der Inhalt hört sich jetzt für mich nach dem gleichen Inhalt wie dieses Buch "Amok" an.


    Tatsächlich ist das Buch neu aufgelegt worden. Es erschien im Original bereits 2001 unter dem Titel "L’Adversaire" und war lange Zeit nur noch antiquarisch erhältlich.


    https://literatourismus.net/2016/01/emmanuel-carrre-amok/


    Grüsse

    mosaique