Ich darf nicht vergessen - Alice LaPlante

  • Alice LaPlante - Ich darf nicht vergessen


    Produktinformation
    Taschenbuch: 320 Seiten
    Verlag: Goldmann Verlag (15. Juli 2013)
    Sprache: Deutsch
    Originaltitel: Turn of Mind


    Über die Autorin
    Alice LaPlante ist eine preisgekrönte Autorin, die an der San Francisco State University und an der Stanford University unterrichtet. Bevor sie ihren ersten Roman schrieb, hatte sie bereits vier Sachbücher erfolgreich veröffentlicht. “Ich darf nicht vergessen” war innerhalb eines Monats nach Erscheinen nicht nur auf der Bestsellerliste der New York Times, sondern auch auf der Liste der Independent Booksellers Association vertreten. Von der New York Times über die Vogue bis zum Guardian wurde der Roman als eines der besten Bücher des Jahres ausgewählt und mit dem Wellcome Trust Book Prize ausgezeichnet sowie für den renommierten Krimipreis, den Gold Dagger, nominiert. Alice LaPlante lebt mit ihrer Familie im nördlichen Kalifornien.


    Über das Buch
    An einem kalten Februartag wurde Amanda O'Tooles Leich in ihrem Haus gefunden. Vier ihrer rechten Hand hatte jemand präzise abgetrennt. Ausgerechnet ihre beste Freundin Jennifer White kennt sich auf diesem Gebiet sehr gut aus. Als berühmte Handchirurgin weiß sie, welches Skalpell für diese Art Art von Operation in Frage kommen würde. Deshalb zählt die Polizei sie auch zu den Hauptverdächtigen. Nur Jennifer selbst kann sich an nichts mehr erinnern. Sie weiß nicht, was an dem Abend vorgefallen ist, an dem ihre Freundin Amanda ermordet wurde, denn Jennifer leidet an Demenz. Oft liegt ein Schleier über ihren Erinnerungen und manchmal weiß sie selbst nicht mehr, was sie am selben Tag getan hat. Deshalb notieren sie oder die Menschen, mit denen sie Kontakt hat, auch minutiös alles in einem kleinem Tagebuch, damit nichts verloren geht. Doch ausgerechnet die Seite vom Tag des Mordes ist nicht mehr da. Sie wurde herausgerissen und niemand weiß warum, oder von wem. Jennifer versucht sich zu erinnern, aber nur schwer kann sie vergangene Momente wieder heraufbeschwören. An manchen Tagen erkennt sie ihre eigenen Kinder nicht. Und manchmal weiß sie nicht einmal mehr, wem sie trauen kann und wer ihre Lage nur auszunutzen versucht....


    Eigene Meinung
    Dr. Jennifer White ist zu Beginn des Buches 64 Jahre alt und leidet an Demenz. Vor Ausbruch ihrer Krankheit war sie eine begnadete Handchirurgin, bei Kollegen beliebt und von Studenten die sie ausbildete, verehrt. Aus der Ehe mit ihrem Mann James gingen 2 Kinder hervor. Mark, 29 und Anwalt, sowie, Fiona, 24 und Professorin für Wirtschaftswissenschaften an Universität von Chigago. James verstarb kurz vor Ausbruch der Krankheit an einem Herzinfarkt. Da Jennifers Krankheit mittlerweile so weit vorgeschritten ist, dass sie nicht mehr alleine leben kann, wohnt Magdalena, eine Pflegerin, die sie über eine Agentur eingestellt hat, bei ihr und geht ihr zur Hand. Nur drei Häuser weiter wohnt Jennifers beste Freundin Amanda. Sie, James, Amanda und deren Mann Peter kennen sich schon seit Jahrzehnten und auch wenn ihre Freundschaft von extremen Höhen und Tiefen geprägt war, den Kontakt haben sie nie verloren. Amanda ist die Einzige, die Jennifers Geheimnis kennt. Ein Geheimnis welches sie seit Jahren mit sich herumschleppt und welches James nie erfahren sollte. Doch bei einer Feier wird sie davon eingeholt und das Leben der vier Freunde verändert sich für immer...


    Ich bin mit sehr großen Erwartungen an das Buch herangegangen und wurde bitter enttäuscht. Das Thema an sich fand ich sehr spannend. Eine Frau die an Demenz leidet durchlebt ihr Leben so gut es geht noch einmal, um den Mord an ihrer besten Freundin aufzuklären. Die Umsetzung ging aber leider für mich völlig daneben. Das Buch gliedert sich in 4 Kapitel wovon das erste - die Zeit bevor Jennifer ins Pflegeheim kam - den meisten Raum einnimmt. Ich bin überhaupt nicht in die Geschichte hinein gekommen. In viel zu kurzen Absätzen werden Erinnerungen, die Jennifer plötzlich wieder einfallen, erzählt und aktuelle Geschehnisse geschildert. Ohne Zeitangaben und so sprunghaft, dass es wirklich schwierig war der Handlung zu folgen. Was das Ganze noch erschwert hat ist, dass Dialoge gänzlich ohne Anführungszeichen geschrieben wurden. Die Unterscheidung zwischen Gesprochenem und Gedachtem viel mir daher schwer und war sehr mühsam.
    Man erfährt sehr viel über das Krankheitsbild der Demenz und bekommt einen guten Einblick in das Leben mit der Krankheit. Für mich persönlich wurde das aber überstrapaziert. Über mehrere Seiten hat man immer wieder das Gefühl, das Buch sei nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Erinnerungen, die aber so wirr und gleichzeitig so voller geheimnisvoller Andeutung sind, dass man nicht mehr unterscheiden kann, was jetzt wirklich wichtig ist und was nicht. Vielleicht muss ein Buch über Demenz auch genau so sein. Mich hat es jedenfalls überfordert. Auch die Auflösung bot keine Überraschung. Aufmerksame Krimileser merken gleich zu Beginn, dass sie auf eine falsche Fährte geführt werden sollen.


    Alles in allem ist das Buch für mich persönlich leider eine totale Enttäuschung und ich gebe ihm nur 3 Punkte. Und die ehrlich gesagt nur, weil es mich dazu gebracht hat, mich näher mit dieser furchtbaren Krankheit zu beschäftigen. Die Rezi wollte ich euch aber dennoch nicht vorenthalten. Ich bin mir sicher, dass es hier einige Eulen gibt, denen das Buch gefällt und die damit vielleicht besser umgehen können.


    Liebe Grüße


    Finnia