Verlag: Septime, 2013
191 Seiten
Übersetzer:Yajin Motoko, Leopold Federmair
Kurzbeschreibung:
Seit dem Tod seiner Frau vor 7 Jahren hatte Dokumentarfilmer Aoyama keine einzige Verabredung. Nachdem sogar sein 15-jähriger Sohn Shige zu einer neuen Heirat drängt, beschließt Aoyama, genau das zu tun. Um in möglichst kurzer Zeit, die Richtige zu finden, kommt für den erfolgreichen Geschäftsmann nur eine systematische Suche in Frage. Sein bester Freund Yoshikawa entwickelt den perfekten Plan: Unter dem Deckmantel eines Film-Castings, soll Aoyama seine zukünftige Braut finden. Tausende Frauen bewerben sich, doch es ist von Anfang an die hübsche Ballett-Tänzerin Yamasaki Asami, die Aoyamas Herz erobert. Betört und geblendet von ihrer Zerbrechlichkeit und dem schüchternen Lächeln, ignoriert er sein immer größer werdendes Gefühl, das mit Asami irgendetwas nicht stimmt. Was als zarte Liebesgeschichte beginnt, mündet bald in einen beklemmenden Albtraum...
Über den Autor:
Ryu Murakami, Jahrgang 1952, ist neben seiner Tätigkeit als Filmemacher einer der interessantesten japanischen Schriftsteller der Gegenwart. Mit dem Akutagawa-Preis ist er Inhaber des wichtigsten Japanischen Literaturpreis.
Mein Eindruck:
Den japanischen Schriftsteller Ryu Murakami sollte man nicht mit seinen Namensverwandten Haruki Murakami verwechseln, da er einen ganz anderen Stil verwendet und auch gerne Schockeffekte einbaut, Anstelle von Harukis Melancholie schreibt er nüchtern und geradlinig.
Zur Handlung: Ein Witwer nutzt einen Trick, um Frauen kennen zulernen. Ziel ist es, eine neu Ehefrau zu finden, möglichst jung und hübsch.
Er trifft tatsächlich eine junge Schauspielerin, die die Richtige zu sein schient. Eine Frau, von der eine starke Kraft auszugehen scheint, aber die auch etwas mysteriöses hat. In ihrer Kindheit hatte sie es offenbar nicht leicht,
Das Casting wird als Psychothriller angesehen, wobei es der Verlag Septime ganz normal als Roman vermarktet. Zu Recht, den über weite Strecken ist der Roman auch ein Gesellschaftsportrait.
Das Casting war Vorlage für den Schockfilm Audition von Takashi Miike, der für provozierende Filme bekannt ist. .Wenn man es genau nimmt, ist es aber außer einer sehr gewalttätigen Szene am Ende, ein Film, der das Leben in Japan zeigt.
Bei dem Roman ist es genauso. Überhaupt sind sich Roman und Film sehr ähnlich.
Ich schätze an dem Roman, dem ich 8 von 10 Punkten gebe, seinen geschickten Aufbau und die klare Sprache. Ich kannte schon die Verfilmung, aber auch als Leser ohne Kenntnis vom Film ahnt man wohl, dass es auf eine Katastrophe und ein dramatisches Ende zusteuert.