Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: CH Beck; Auflage: 3 (21. Dezember 2012)
Kurzbeschreibung:
Gunter Hofmann, langjähriger Chefkorrespondent der "ZEIT", schildert die faszinierende Beziehung zwischen zwei berühmten Deutschen, die gegensätzlicher kaum hätten sein können. Seine intime Kenntnis der Akteure und Ereignisse, sein feines Gespür für die seelischen Konstellationen und nicht zuletzt sein glänzender Stil machen dieses Buch über zwei Weggefährten, Kanzler und Rivalen zu einer spannenden Lektüre.
Der eine war im Exil gegen Hitler, der andere Wehrmachtssoldat. Der eine war Minderheitsdeutscher, der andere stand für die Mehrheit: Wenig passte zusammen in diesen Leben von Willy Brandt und Helmut Schmidt. Und dennoch, sie fanden einen Grundkonsens, der erst im hochdramatischen Streit um die "Nachrüstung" erschüttert wurde. Vielleicht gerade weil ihre Freundschaft so schwierig war, wurden zwei derart außergewöhnliche Kanzlerschaften daraus.
Über den Autor:
Gunter Hofmann, Journalist und Autor, war bis 2008 Chefkorrespondent der »ZEIT« in Berlin. Für sein Buch »Abschiede, Anfänge – Die Bundesrepublik« erhielt er 2002 den Preis der Friedrich-Ebert-Stiftung für das beste politische Buch. Zusammen mit Ruprecht Eser schrieb er zudem das Drehbuch zum Dokumentarfilm »Helmut Schmidt – Der deutsche Kanzler« (2008).
Mein Eindruck:
Dieses Buch ist deswegen so interessant, weil es sich zwei wichtigen Persönlichkeiten der deutschen Politik widmet und dabei entspannt, aber doch sorgfältig und gründlich erzählt. Der Autor geht unter die Oberfläche und hat einen übergreifenden Blick.
Gunter Hofmann erzählt in seinem Doppelportrait die Geschichte einer schwierigen Freundschaft spannend. Auch wenn viele zeitgeschichtliche Ereignisse bekannt sind, stellt Hofmann die Zusammenhänge gut her und zeigt, was das für Brandt und/oder Schmidt bedeutete.
Der langjährige ZEIT-Redakteur Gunter Hoffmann ist ein Kenner der Bonner und Berliner Politik. Er kannte sowohl Brandt als auch Schmidt persönlich. Seine Gespräche mit beiden begründen sehr wahrscheinlich große Teile des Inhalts. Außerdem hat er die Bücher beider Politiker kritisch recherchiert, in denen sie sich autobiographisch geäußert haben, ihren „Erinnerungen“. Auch den Briefwechsel hat er ausgewertet.
Es stellt sich heraus, dass es zwischen Willy Brandt und Helmut Schmidt tatsächlich eine Freundschaft gab, wenn auch eine schwierige, da beide höchst unterschiedliche Charaktere mit verschiedenen Lebenserfahrungen waren.
Es gab politische Meinungsverschiedenheiten und Streit, aber auch Wertschätzung und Loyalität.
Fotos sind in diesem Buch nur sparsam eingestreut, aber immerhin sind ein paar gute Motive dabei.
Mir machen immer Bücher Spaß, die das zwanzigste Jahrhundert durchstreifen. Somit ist das Buch auch ein Buch über die zentralen Ereignisse in Deutschland in einem Jahrhundert, das wohl zu den schlimmsten und grausamsten gezählt werden muss.
Ein wirklich gutes und gut geschriebenes Buch!