Yrsa Sigurdardottir: Todesschiff

  • Kurzbeschreibung (amazon)


    Eine Luxusjacht treibt führerlos in den Hafen von Reykjavík – ein Geisterschiff. Wo sind die sieben Menschen, die eigentlich auf dem Schiff sein sollen? Gerieten sie in Seenot und treiben jetzt draußen auf dem Atlantik in einem Rettungsboot? Doch dann wird eine Leiche an Land gespült. Dieser Mensch ist eindeutig nicht im Wasser umgekommen. Wurde er auf dem Geisterschiff umgebracht?


    Eigene Meinung


    Dieses Buch ist der 6.Band um die Anwältin Dóra Gudmundsdóttir, das man auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände lesen kann.
    Wie die anderen Bände der Serie hat "Todesschiff" nicht die atemberaubende Spannung eines blutigen Thrillers, sondern zeichnet sich durch eine eher subtile Spannung und eine unheimliche Atmosphäre aus. Trotz der gruseligen Grundstimmung werden letztlich alle Vorkommnisse rational erklärt, was für den Leser, der nicht auf Übernatürliches steht, befriedigend ist.
    Als sehr gelungen empfinde ich die Aufteilung auf zwei Erzählstränge. Der gegenwärtige Erzählstrang berichtet über die Ermittlungen, die die Anwältin Dóra für die Eltern des auf der Yacht mitsamt seiner Familie verschollenen Ægir führt, da sie den Eltern die Lebensversicherung des jungen Ehepaares zukommen lassen will, wofür es erforderlich ist, dass die Verschwundenen offiziell für tot erklärt werden. Diese Ermittlungen gehen mit solider, glaubwürdig gestalteter Arbeit einher und schließen auch weitere Entwicklungen in Dóras Privatleben mit ein.
    Der zweite Erzählstrang ist zeitlich zurückversetzt und schildern die unheimlichen Geschehnisse an Bord der Yacht bis zum tragischen Ende der Reise. Diese Erzählung ist teilweise sehr unheimlich und war für mich nicht so leicht zu durchschauen, sodass ich einige falsche Theorien entwickelt habe.
    Vom Sprachstil hat mir der Roman ebenfalls gefallen, er bietet intelligent konstruierte, aber doch leicht und schnell lesbare Unterhaltung. Durch Dóras unmögliche Sekretärin Bella ist auch für eine Prise Humor gesorgt. Das ist vermutlich auch der Grund dafür, dass diese unverschämte Frau immer noch nicht entlassen wurde. ;-)
    Fazit: Ich empfehle "Todesschiff" für Freunde ruhigerer Krimis, die sich eher von subtiler Spannung mit leichtem Gruselfaktor als von spektakulären, in brutalen Details geschilderten Metzeleien angesprochen fühlen.
    8 Punkte

  • Freut mich, dass es wieder mal ein spannendes Buch der Autorin gibt. Danke für die Rezi, das kommt sofort auf meine Geburtstags WL :grin
    Habe auch all die Vorgänger schon gelesen.

  • Man muss schon sehr gerne sehr langsame Krimis mögen, um mit diesem Buch zufrieden zu sein. Ich kenne bereits andere Bücher der Autorin und bin mit ihrem Stil vertraut, allerdings habe ich mich mit "Todesschiff" etwas schwerer getan.


    Die Erzählung kommt sehr langsam voran, auf beiden Erzählebenen. Dora muss sich mühsam Schritt für Schritt an der Auflösung der geheimnisvolle Story voran tasten. Zudem gibt es viel von ihrem Privatleben, was ich persönlich eher langweilig und uninteressant fand. Aber auch auf der Erzählebene, die auf dem Schiff spielt, dauert es lange, bis etwas passiert. Zwar ist die unheimliche Grundstimmung, die für die Autorin typisch ist, schnell aufgebaut, aber irgendwie passierte doch nichts. Zudem fand ich das Ehepaar, vor allem die Ehefrau, sehr fad und nicht sehr tiefgründig. Sogar die Kinder empfand ich als nicht so gut beschrieben, auch wenn sie mir zum Schluss dann doch Leid taten.


    Die Story an sich ist gut, und wie €nigma schon schrieb, trotz allen unheimlichen Andeutungen doch rational erklärbar. Aber mir ging das ganze diesmal doch ein wenig zu langsam. Für mich war "Todesschiff" das bisher schwächstes Buch der Autorin.

  • Zitat

    Original von Darcy



    Die Story an sich ist gut, und wie €nigma schon schrieb, trotz allen unheimlichen Andeutungen doch rational erklärbar. Aber mir ging das ganze diesmal doch ein wenig zu langsam. Für mich war "Todesschiff" das bisher schwächstes Buch der Autorin.


    Kann ich so nicht bestätigen. Bis auf die 2 letzten aus der Serie um Dora habe ich alle Bände gelesen. Jetzt mit einigem Abstand und ich fand das Buch sehr spannend und unheimlich.


    Auch dass das Privatleben mit einfließt hat mich nicht gestört, bei vielen Krimis ist da noch viel mehr, und Dora hat ja ein "normales" Umfeld.


    Dass die Ehefrau etwas blass ist, nun ja, nicht jede Figur muss m.E. schillernd angelegt sein. Ist ja im Leben auch nicht so also passt es wieder.
    Die Ereignisse auf der YACHT werden langsam immer unheimlicher. Wäre doch langweilig, wenn gleich alles bekannt wäre, der Grusel wird intensiver mit jeder seltsamen Begebenheit.





    edit: Druckfehler hoffentlich alle beseitigt

    "Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg "
    smilie_winke_039.gif

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Findus ()

  • Zitat

    Original von Darcy
    Findus : ich habe ja auch nur von meinem Eindruck und meinem Empfinden gesprochen ;-). Für mich hat das Buch leider nicht funktioniert. Aber ist doch schön, das es für dich anders war :wave



    Ja das isses, ich mag auch nicht jedes Buch, das hier angepriesen wird. :grin

  • Für mich ist "Todesschiff" nach "Geisterfjord" das 2. Buch der Autorin und ich muss sagen, mir hat es sehr gut gefallen! Ich fand beide Erzählstränge durchaus spannend und konnte mir bis zum Schluss nicht zusammenreimen, wie alles zusammenhing. Auch das leise Gruseln, das immer wieder mit einfließt, hat mir gut gefallen, wenn ich mir auch in einem Krimi nicht vorstellen konnte, dass wirklich etwas Übernatürliches hinter den Geschehnissen stecken sollte.


    Ich fand das Buch nicht zu "leise", denn gerade durch den 2. Erzählstrang, der die Ereignisse auf der Yacht schildert, ist ja zwischendurch immer wieder für "Action" gesorgt.


    Ich bin ein großer Fan von Island-Krimis und wurde von "Todesschiff" nicht enttäuscht - von mir gibt es 9 Eulenpunkte! :-)


    LG, Bella

  • Titel: Todesschiff
    OT: Brakid
    Autorin: Yrsa Sigurdardottir
    Übersetzt aus dem Isländischen von: Tina Flecken
    Verlag: Fischer TB
    Erschienen: November 2012
    Seitenzahl: 409
    ISBN-10: 3596194938
    ISBN-13: 978-3596194933
    Preis: 9.99 EUR


    Das sagt der Klappentext:
    Eine Luxusjacht treibt führerlos in den Hafen von Reykjav¡k - ein Geisterschiff. Wo sind die sieben Menschen, die eigentlich auf dem Schiff sein sollen? Gerieten sie in Seenot und treiben jetzt draußen auf dem Atlantik in einem Rettungsboot? Doch dann wird eine Leiche an Land gespült. Dieser Mensch ist eindeutig nicht im Wasser umgekommen. Wurde er auf dem Geisterschiff umgebracht?


    Die Autorin:
    Yrsa Sigurdard¢ttir, geboren 1963, studierte Bauingenieurwesen in Reykjav¡k und Montreal. Seit 1998 schreibt sie Kinderbücher, und im Jahre 2005 erschien ihr erster Kriminalroman. Ihre Bücher sind mittlerweile in 30 Sprachen übersetzt. Neben dem Schreiben arbeitet sie als Ingenieurin in Reykjav¡k.


    Meine Meinung:
    Ein Krimi, der sicher auch den passionierten Krimileser gut unterhält. Interessant auch, dass der Schauplatz immer wieder wechelt. Mal wird über die Arbeit der Rechtsanwältin Dora berichtet und dann wendet sich die Autorin wieder den Geschehnissen auf dem Schiff zu. Eine durchaus raffinierte Erzählweise.
    Die Handlung ist in sich stimmig und die handelnden Personen wirken authentisch und kaum klischeebeladen.
    Die Isländer überraschen nicht nur – wie jetzt zurzeit – durch ihre Fußballkünste, nein, man staunt auch immer wieder, welche Krimivielfalt es doch auf Island gibt. Das ist wirklich beeindruckend. Und auch dieser Kriminalroman senkt das Qualitätsniveau der Island-Krimis um keinen Deut, vielmehr könnte man fast sagen, das Niveau wird ein weiteres Mal angehoben.
    Ein sehr lesenswerter Krimi, der sich die 7 Eulenpunkte redlich verdient hat.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.