Corinna T. Sievers - Schön ist das Leben und Gottes Herrlichkeit in seiner Schöpfung
Verlag: Edition Nautilus;(22. August 2012)
ISBN-13: 978-3894017606
94 Seiten, 14,90 €
Kurzbeschreibung:
Die Autorin erzählt in düsterer Knappheit, frei von Larmoyanz und Schockeffekten, Utes Geschichte: In trostloser Armut wächst sie in den Siebziger Jahren in einem westdeutschen Ostseebad auf, geboren mit Hasenscharte und sechs Fingern an jeder Hand, unerwünscht, vom Stiefvater sexuell missbraucht. Schön ist das Leben erzählt aber auch von Utes Widerstand und von der zarten Liebe zum türkischen Mitschüler Volkan. Schließlich rächt sich Ute an ihren Peinigern, den hänselnden Mitschülern, dem Stiefvater, der stillschweigend duldenden Mutter. Ein Buch, das bestürzt und zornig macht, aber trotz allem auch hoffen lässt.
Über die Autorin:
Corinna T. Sievers wurde auf Fehmarn geboren und wuchs an der Ostsee auf. Sie studierte Politik, Medizin und Zahnmedizin in Hamburg, Frankfurt und Berlin, hat zwei Kinder und arbeitet heute als Kieferorthopädin in Zürich. Zuletzt erschien ihr Debütroman Samenklau (FVA, 2010).
Pressestimmen:
»Die Geschichte, die Corinna Sievers aus dem Dorf erzählt, ist so schneidend und klar wie Wintertage am Meer. (...) Basierend auf der deprimierenden Lebensgeschichte einer Mitschülerin beschreibt die Ärztin und Schriftstellerin Corinna Sievers in reduzierten und umso bewegenderen Sätzen, dass nicht die Lippen-Gaumenspalte eine Missbildung ist, sondern die sozial verkrüppelte Dorfgemeinschaft.« (Marianne Wellershoff, Kultur-Spiegel)
»Corinna T. Sievers' zweiter Roman ist genau, detailreich und im wahren Sinne atemberaubend. (...) So wie Ute ihre Peiniger nicht los wird, wollte ich nicht von der Lektüre lassen, bis an ihr, ja, bitteres Ende.« (Carlo Bernasconi, Schweizer Buchhandel)
»Gewalt, Ablehnung, Missbrauch und auch die blutige Rache alles wird grausam und schonungslos beschrieben, für den Leser häufig bis über die Schmerzgrenze. Die Autorin erklärt: Das Leben kann sehr bitter sein, und so beschreibe ich es auch. Ute starb 1981. Corinna Sievers: Ute hat kein Grab mehr, nichts erinnert an sie. Außer dieses Buch.« (Jacinta Homans, BILD)
Meine Meinung:
Die Länge des Buchtitels ist indirekt proportional zur Dicke des Romans. Und ein eindeutiger Beweis dafür, dass manchmal weniger mehr ist. Die knappe, nüchterne Sprache dient dem Erzählten, nimmt sich zurück, weil die Themen grell und brutal genug sind und keine weitere Verstärkung ertragen.
Mit Staunen erfüllt es mich, dass die Autorin es geschafft hat, zwischen all das Elend eine ganz zarte Liebesgeschichte hineinzuweben, die still leuchtet und nicht von dem Grauen überdeckt wird. Auch wenn sie tragisch endet.
Eigentlich ist es kein Roman, sondern eine wahre Erzählung. Was kaum zu glauben ist. Soll all das Schlimme, das ganze Grauen einem einzigen Mädchen passiert sein können?
Trotzdem sehe ich das Buch nicht als Betroffenheitsliteratur, die versucht auf die Tränendrüse zu drücken. Vielmehr ist der Text hart, wie ein Kieselstein. Mir drängt sich der Vergleich zu "Tannöd" auf.
Als Leser bleibe ich getroffen und aufgewühlt zurück. Vielleicht soll das so sein.
8 Eulenpunkte
[SIZE=7]edit: Tippfehler[/SIZE]