Eine Hausfrau auf Abwegen...
Eigentlich ist Frau Bengtsson eine ganz normale Hausfrau und mit sich und ihrem Leben ganz zufrieden. Das ändert sich, als sie bei einem Unfall in der Badewanne stirbt – und nach 38 Sekunden wieder ins Leben zurückkehrt, da Gott andere Pläne mit ihr hat. Sie wendet sich der Religion zu, hofft auf weitere göttliche Zeichen – und wird enttäuscht. Von da an beschließt sie, kein gottgefälliges Leben mehr zu führen, sondern das genaue Gegenteil...
Meine Meinung:
Die Idee zu der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, und auch die Leseprobe hat mich angesprochen. Flüssig zu lesen und mit einigen witzigen Ideen, die mich schmunzeln liessen. Allerdings finde ich es sehr schwierig, eine längere humorvolle Geschichte zu erzählen. Was in einer 30-seitigen Leseprobe noch witzig wirkt, ist in einem Roman von 250 Seiten womöglich nur noch langweilig, im schlimmsten Fall nervt es mich sogar.
Leider war genau das bei diesem Buch der Fall. Die Geschichte hat mich nicht gefesselt, und ich konnte nicht immer nachvollziehen, warum Frau Bengtsson tut, was sie gerade tut. Grundsätzlich hätte ihr „Projekt“, gegen jedes der 10 Gebote zu verstoßen, Raum für einige Situationskomik geboten. Statt dessen arbeitet Frau Bengtsson aber beharrlich ihre persönliche to-do-Liste ab, was bei mir selten zum Schmunzeln, häufiger dagegen zum Gähnen geführt hat.
Interessant fand ich dagegen Frau Bengtssons Gedankengänge während sie in der Bibel las – allerdings machte das eher nachdenklich und passte nicht unbedingt zu einer lustigen Geschichte. Ich habe zeitweilig überlegt, ob es vielleicht gar nicht in erster Linie ein witziges Buch sein sollte – dann wäre allerdings die Aufmachung des Buches nicht passend (wobei sie mir an sich gut gefällt).
Die Figuren bleiben leider auch ziemlich blass, einzig Beggo, dem Postboten, der seine Sprachkenntnisse mit Hilfe von Schlagertexten erwirbt, hat ein bisschen Profil und vor meinem inneren Auge ein Bild bekommen.
Fazit:
Dieses Buch ist „nicht Fisch, nicht Fleisch“ - für eine ernsthafte Lektüre zu sehr ins Lächerliche gezogen, aber auch nicht witzig genug, um den Leser wirklich zu fesseln. Die Idee war zwar gut, und es gab einige witzige Ansätze, aber die sind leider nicht ausgeschöpft worden – fast so, als hätte sich die Autorin nicht getraut. Schade eigentlich, da hätte mehr draus werden können. Für die gute Grundidee und die ansprechende Aufmachung des Buches gibt’s vier Punkte.