Heimatlob - Martin Walser

  • Ein Bodensee- Buch

    Verlag: Gessler Robert Verlag (Juli 1996)
    Gebundene Ausgabe: 79 Seiten


    Kurzbeschreibung:
    Martin Walser und André Ficus, ein Schriftsteller und ein Maler, langjährig befreundet und am Se daheim, meditieren in Wort und Bild über die ihnen gemeinsame Landschaft am Bodensee.


    Über den Autor:
    Martin Walser, 1927 in Wasserburg (Bodensee) geboren, lebt heute in Nußdorf (Bodensee). 1957 erhielt er den Hermann-Hesse-Preis, 1962 den Gerhart-Hauptmann-Preis und 1965 den Schiller-Gedächtnis-Förderpreis. 1981 wurde Martin Walser mit dem Georg-Büchner-Preis und 1998 mit dem Friedenspreis des Buchhandels ausgezeichnet.


    Hans André Ficus (* 10. Oktober 1919 in Berlin; † 23. Juni 1999 in Friedrichshafen) war ein deutscher Maler.


    Mein Eindruck:
    Heimatlob ist ein erstaunlich vielschichtiges Buch von 1978. Der Verlag Robert Gessler hat das Buch gut gestaltet. Von Andre Ficus sind 36 farbige Aquarelle vorhanden, dazu Text von Martin Walser. Es gibt auch am Ende des Buches ein Bildregister. Bilder und Text ergänzen sich gut, ohne direkt Bezug aufeinander zu nehmen, das wäre künstlerisch auch zu banal.
    Sie schaffen es, der Geschichte und den Legenden des Bodensee und das Lebensgefühl auszudrücken.
    Walser beschreibt in Reflexionen treffend Vorgänge und Prozesse im Inneren, wie man es auch durch seine Romane kennt, nur noch offenbarer und nachvollziehbar.


    Gleich mit dem ersten Kapitel „Seeweg“ erzeugt Walser ein paar beeindruckende Bilder. Seine bildreiche Sprache wirkt gleichwertig zu den Aquarellen des in Berlin geborenen Malers Andre Ficus, die ich auch gerne betrachtet habe. Tages- und Jahreszeiten werden ebenso gut ausgedrückt wie Stimmungen von Mensch und Natur. Es brauch einen zweiten Blick, aber dann erkennt man auf der Coverillustration in den Wolken ein fliehendes Pferd.


    In ein, zwei Kapitel beschäftigt sich Walser mit Heinrich Seuse, dem mittelalterlichen Mystiker vom Bodensee. Das ist auch ganz interessant.


    Viele Abschnitte sind essayistisch ausgearbeitet, an einigen Stellen auch lyrisch. Mit „Naturnotiz“ möchte ich ein Beispiel geben:


    Mit Harfenfingern spielt der Wind
    Auf mir, als gehörte ich
    Zur Natur und klänge.
    Ich zünde das Zigarillo an
    Und huste ihm eins.


    ASIN/ISBN: 3458323457