Verlag: Suhrkamp
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Kurzbeschreibung:
»Paul Nizons jüngster Roman Das Jahr der Liebe ist eine andere Recherche, die Suche nach der vielleicht zu gewinnenden Zeit, eine Erschöpfungs- und eine Schöpfungsgeschichte: Da fängt einer, in einem winzigen Hinterzimmer in Paris, nicht nur auf einem leeren Blatt, er fängt auch ganz bei Null an... Die Leibhaftigkeit und die Hautnähe des Draußen haben die Wirkung einer Reanimation, die Notizen verweben sich zur Textur, und der Text wird schließlich zum Roman einer Existenz, die neu beginnt. Das Wagnis des Lebens und das Wagnis des Schreibens - in Paul Nizons Werk werden sie sichtbar als ein und dasselbe Kunststück.«
Über den Autor:
Paul Nizon wurde am 19. Dezember 1929 in Bern geboren. Er studierte Archäologie, deutsche Literaturgeschichte und Kunstgeschichte. Er promovierte mit einer Dissertation über Vincent van Gogh. Zeitweise war er auch als Kunstkritiker tätig. Der Schweizer Autor erhielt zahlreiche Auszeichnungen: Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis (1972), Literaturpreis der Stadt Bremen (1976) für den Roman "Stolz", Deutscher Kritikerpreis für Literatur, Preis der Schweizerischen Schillerstiftung, Großer Literaturpreis der Stadt Bern, Torcello-Preis der Peter Suhrkamp Stiftung, Marie-Luise-Kaschnitz-Preis (1990), Großer Literaturpreis der Stadt Zürich, Großer Literaturpreis des Kantons Bern, Erich-Fried-Preis (1996), Kranichsteiner Literaturpreis (2007) für sein Gesamtwerk.
Mein Eindruck:
Das Jahr der Liebe ist ein Buch, dass es dem Leser nicht leicht macht, denn Paul Nizon schreibt über seinen Zustand bei der Ankunft in Paris, nachdem seine Ehe zerbrochen ist und auch die Beziehung zu einer anderen Frau nicht funktionierte. Er leidet an „Liebesvergiftung“
Es beginnt mit einem Traum und traumwandlerisch geht es auch in Nizons Realität weiter. Es ist Ende der 70ziger Jahre in Paris.
Nizon lebt in seinem berühmten Schachtelzimmer in Paris, in dem er seine Nachbarn beobachtet, die streiten und zetern. Das schreiende Baby. Der Taubenmann gegenüber, der nur eine Taube füttert und die anderen verjagt.
Auch seine direkten Nachbarn im Haus stellt er vor, lauter skurrile Typen wie er selbst.
Später sieht er in der Metro die Clochards und an den Stationen die Musiker. Wie Musik fängt er die Stimmung der Stadt ein.
Er denkt aber auch zurück an seine Zeit in Bern und Zürich.
Es gelingen Nizon hier gute Portraits von Figuren. Zum Beispiel seine Bekanntschaft mit dem labilen Maler Sandro Thieme. Mit Karel S. ist er mit einem zweiten exzentrischen Maler bekannt.
Im Mittelpunkt steht dann wieder das Schreiben und wie es sein Leben bestimmt.
Nach Paul Nizons berühmten Frühwerk Canto gilt „Das Jahr der Liebe“ als sein bedeutendstes Buch. Zu Recht, wie ich meine. Dennoch ist das Buch aufgrund von ein paar Hängern nicht mein Favorit unter den Romanen Paul Nizons.
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ASIN/ISBN: 3518018450 |