Hyänen – Tom Epperson
Rowohlt. 2012. 413 Seiten
ISBN-13: 978-3499258664
Originaltitel: Sailor
Übersetzer aus dem Englischen: Joachim Bartholomae
Kurzbeschreibung:
SECHS PROFIKILLER. EINER SCHLIMMER ALS DER ANDERE. SIE JAGEN EINE JUNGE FRAU UND IHR KIND. Erst heiratete sie einen Mafioso. Dann brachte sie ihn in den Knast. Nun ist Gina mit ihrem Sohn auf der Flucht, quer durch die USA. Eigentlich ohne jede Chance. Denn Gina ahnt nicht, dass ein Peilsender an ihrem Wagen klebt. Doch dann lernen die beiden Gray kennen, einen schweigsamen Traveller. Auch Gray wird gejagt, von den Geistern seiner Vergangenheit. Und Gina erkennt: Der softe Aussteiger ist ein Profi im Töten. Und damit ihre einzige Hoffnung.
Über den Autor:
Tom Epperson, geboren 1951 in Arkansas, ist erfolgreicher Drehbuchautor und seit Kindertagen mit dem Hollywood-Star Billy Bob Thornton befreundet. Gemeinsam mit Thornton schreibt er seit 1987 an Drehbüchern für Hollywood-Filme. Sein erster Roman «The Kind One» wurde für den Edgar nominiert und wird derzeit von Ridley Scott verfilmt. Epperson lebt mit seiner Frau, drei Katzen und einem Hund in der Nähe von Los Angeles.
Meine Meinung:
Sprachlich ist der Roman von guter Qualität. Schnörkellose, geradlinige Sätze, gute Dialoge. Keine Redundanzen, sehr flüssig und schnell zu lesen.
Der Klappentext lässt sofort an einen Hollywoodreißer denken und vermutlich würde es sich auch gut verfilmen lassen. Allerdings war die Story nicht hanebüchen, sondern solide Thrillerkost. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten, habe mich nicht gelangweilt. Logischerweise gibt es einige Tote, aber es artet nicht in Splatter aus.
Die Figur des einsamen Wanderers Gray hat mich komplett überzeugt. Er war es auch, der mich durch die Handlung gezogen hat. Eine Nebenfigur namens Norman war ebenfalls sehr gelungen. Enttäuscht hat mich jedoch die Frauenfigur Gina. Sie bleibt eindimensional und blutleer. Schade, da ist Potential verschenkt worden.
Schon im Klappentext wird klar, dass Gray und Gina sich näher kommen werden. Der Autor lässt sich Zeit damit. Leider ist die Leidenschaft nicht sein Pläsier, er begleitet seine beiden Protas nur bis vor die Schlafzimmertür. Etwas mehr hätte dem Buch in meinen Augen sicher gut getan.
Die Beschreibungen der unterschiedlichen Profikiller sind interessant, aber gehen nicht in die Tiefe. Figurenpsychologie wird hier kaum betrieben.
Was mir persönlich gar nicht gefallen hat, waren die relativ vielen Traumbeschreibungen von allen möglichen Personen. Sie haben mich nur gelangweilt.
Der Schluss war okay, aber sicher keine Überraschung. Alles in allem ein Buch, das auf solidem Niveau unterhält, aber mich nicht zu überschäumenden Begeisterungsstürmen hinreißt.
Ich gebe 7 Punkte von 10.