'Das Herz der Feuerinsel' - Seiten 495 - 551

  • Zitat

    Original von Nicole


    Läuft die bei Dir auch nie heimlich weg? Bei mir nämlich auch nicht ... :cry :lache


    Keine Chance, die hat sogar eher die dumme Angewohnheit, noch weitere Arbeit anzuziehen. :lache


    Zitat

    Das hat ja perfekt gepasst! :anbet


    Eigentlich hat nur noch ein kräftiges Donnern gefehlt...

  • Dieser Abschnitt ist ja der wahnsinn, er verging so im Fluge, dass ich fast vergessen habe, dass draußen herrlicher Sonnenschein ist, bei dieser düsteren Stimmung im Buch.


    Ich bin aber sehr konsequent gewesen und habe wirklich beim Abschnitt aufgehört, weil ich sonst befürchte, irgendwie einen Spoiler zu schreiben und das möchte ich keiner Eule antun. :-)


    Floortje hat mich diesmal auch sehr positiv überrascht, aber diese Szene mit ihrem Machthaber, die beschriebenen Gerüche, wuaah, da schüttelts einen förmlich. Der Typ ist bis zum Schluss auch eher undurchschaubar geblieben, das hat das ganze daher so spannend gemacht, sodass man seine Handlung nie voraussehen konnte. Außer natürlich, dass Floortje irgendwo wieder von ihm eingeholt wird, aber das deutete er ja selbst auch an.


    So, und so konsequent ich auch war, nun möcht ich ganz schnell weiterlesen. :lache


    (ich glaube, dass dieser Thread tatsächlich am wenigsten beschrieben wird) :grin

  • Was für ein Abschnitt! Ich mußte richtig an mich halten, um nicht in einem weiterzulesen...


    Floortje und Jacobina sind endlich wieder zusammen (und ich fand es sehr schön, daß Floortje sich direkt auf den Weg macht, um Jacobina zu helfen!)! Und Ida ist auch bei ihnen, da die de Jongs in den Fluten umkommen...


    Zitat

    Original von chiclana


    An Entführung hatte ich auch zuerst gedacht...


    Ich muß gestehen, daß ich auch an eine Entführung gedacht habe. Das er Floortje helfen wollte, auf diese Idee bin ich gar nicht gekommen :rolleyes. Aber im Innersten scheint er Floortje doch auf seine Art zu lieben - und rettet ihr damit das Leben!


    So, jetzt geht's zum Entspurt (endlich! Da ich gestern nicht ins Internet konnte, war es schon sehr schwierig, nicht einfach weiterzulesen.... :rofl)!

  • @ Lucy1987


    Zitat

    Original von Lucy1987
    Floortje hat mich diesmal auch sehr positiv überrascht, aber diese Szene mit ihrem Machthaber, die beschriebenen Gerüche, wuaah, da schüttelts einen förmlich.


    Ja, das glaub ich - mir ging's da beim Schreiben genauso. :knuddel1


    Zitat

    Original von Lucy1987
    Der Typ ist bis zum Schluss auch eher undurchschaubar geblieben, das hat das ganze daher so spannend gemacht, sodass man seine Handlung nie voraussehen konnte.


    *freu* Genauso sollte Kian Gie auch rüberkommen. :-)


    Zitat

    Original von Lucy1987
    (ich glaube, dass dieser Thread tatsächlich am wenigsten beschrieben wird) :grin


    Stimmt! :lache
    Find ich aber absolut okay so, ich freu mich ja riesig drüber, dass euch alle das Buch hin zum Ende so packt. :-]



    @ bibliocat


    Zitat

    Original von bibliocat


    Ich muß gestehen, daß ich auch an eine Entführung gedacht habe. Das er Floortje helfen wollte, auf diese Idee bin ich gar nicht gekommen :rolleyes.


    Das ist schon in Ordnung, mir gefällt es ganz gut, dass Kian Gie für euch so undurchschaubar ist und ihr ihm in dieser Situation erst mal das Schlimmste zutraut - das liegt ja eigentlich auch nahe bei ihm. :-)


    Zitat

    Original von bibliocat
    Aber im Innersten scheint er Floortje doch auf seine Art zu lieben - und rettet ihr damit das Leben!


    Ja, das tut er, auf eine sehr, sehr verdrehte Art liebt er sie tatsächlich.

  • So, Friseur genossen und den nächsten Teil gelesen, was will man mehr von einem Freitag Nachmittag ;-)


    Ich muss euch recht geben, dieser Teil hatte es faustdick hinter den Ohren. Er war unglaublich spannend, so dass ich auch gar nicht aufhören wollte.


    Jacobina, Floortje und Ida, eine wunderbare Frauenclique :lache Auch ich dachte erst das Kian Gie die beiden Frauen ermorden oder entführen will, dass er aber "nur" sein Eigentum retten will, daran hatte auch ich nicht gedacht. Kann nur das :write was ihr schon alle gesagt habt.


    Tja, das Einzige was ich mir jetzt noch wünsche ist, dass Floortje John wiedersieht und Jacobina Jan die Leviten liest. Ich bin sehr gespannt wie du dieses Buch zu Ende bringst liebe Nicole.


    Nach den Abendessen geht es aber auf jeden Fall weiter mir Floortje und Jacobina :knuddel1

  • Der Vulkan explodiert, die Geschichte implodiert - den Eindruck hatte ich in diesem Teil.
    Ein kurzer Abschnit dankenswerterweise, wäre er länger, würde ich eine kleine Pause einlegen, so sehr hat mich das mitgenommen.


    Edit: Weil man mir zu verstehen gegeben hat, dass "implodieren" missverständlich sein könnte: Ich meine damit die immer dichter werdende Konzentration auf einen Punkt, also keinesfalls etwas negatives.



    Gut, das Floortje fliehen kann, gut, dass sie nach dem Datum fragt (so weiß ich wenigstens zeitlich, wo ich bin): Der Ausbruch, d. h. einer von ihnen (es waren doch mehrere, wenn mich mein Hirn nicht im Stich lässt), steht unmittelbar bevor (die Vögel – wie die meisten Tiere – sind mal wieder feinfühliger und suchen das Weite, Seite 503, 505).


    Jacobina macht sich die üblichen Vorwürfe. Meiner Meinung nach wird es allmählich Zeit, dass sie nicht nur darüber nachdenkt, sich zu ändern, sondern es auch wirklich tut; lange halte ich das nicht mehr aus mit ihr, wo ich sie nicht mal kräftig schütteln kann …


    Der Tsunami von Seite 517 ff.: Man – ich – hat immer noch die Bilder von 2004 vor Augen.
    Und im Gegensatz zu damals kann ich das jetzt ganz gut lesen, vielleicht auch, weil es deutlich anders herüberkommt als damals: Anfang Dezember 2004 hatte ich das Buch „Der Schwarm“ angefangen, war bis zu dem gewaltigen Abrutsch vor Norwegen und dem anschließenden Tsunami gekommen, was mich dermaßen schockiert hat, dass ich erst einmal abbrechen musst. Dann kam die Weihnachtszeit und damit wie jedes Jahr keine Zeit zum Weiterlesen … dafür war an Weihnachten selber Zeit, dachte ich … und dann kam der 26.12 … Es hat mehr als ein halbes Jahr gedauert, bis ich das Buch überhaupt wieder anfassen konnte.
    Entschuldigung, wenn ich das hier einfach mal so anführe …


    Seite 538: Da hatten die beiden Frauen ja mehr als Glück, dass die Bösewichter sie gerade in dem Moment überwältigt hatten (an eine Rettungsaktion - so verführerisch der Gedanke ist - vermag ich nicht zu glauben, dazu geht das alles viel zu schnell und kommt mit viel zu viel Geschwindigkeit daher). Ich mag mich gar nicht ausmalen, was gewesen wäre, wenn ... Kian Gie würde ich alles zutrauen in seinem verletztem Stolz, in seiner Wut … und für so niedliche kleine Mädchen wie Ida gab es zu allen Zeiten einen Markt … und hohe Preise …

  • @ Eliza08


    Zitat

    Original von Eliza08
    So, Friseur genossen und den nächsten Teil gelesen, was will man mehr von einem Freitag Nachmittag ;-)


    Wie schön! :-]



    Zitat

    Original von Eliza08
    Tja, das Einzige was ich mir jetzt noch wünsche ist, dass Floortje John wiedersieht und Jacobina Jan die Leviten liest. Ich bin sehr gespannt wie du dieses Buch zu Ende bringst liebe Nicole.


    :zwinker


    @ Lipperin



    Zitat

    Original von Lipperin
    Der Vulkan explodiert, die Geschichte implodiert - den Eindruck hatte ich in diesem Teil.
    Ein kurzer Abschnit dankenswerterweise, wäre er länger, würde ich eine kleine Pause einlegen, so sehr hat mich das mitgenommen.


    Edit: Weil man mir zu verstehen gegeben hat, dass "implodieren" missverständlich sein könnte: Ich meine damit die immer dichter werdende Konzentration auf einen Punkt, also keinesfalls etwas negatives.


    Dieses Bild des Implodierens-Verdichtens gefällt mir sehr!



    Zitat

    Original von Lipperin
    Gut, das Floortje fliehen kann, gut, dass sie nach dem Datum fragt (so weiß ich wenigstens zeitlich, wo ich bin):


    Ja, das war für mich auch so ein kleiner Trick, dass ich das über Floortje für den Leser klar markiere, auch die Erwähnung der Uhrzeit, als Kian Gie auf die Uhr schaut.


    Zitat

    Original von Lipperin
    Der Tsunami von Seite 517 ff.: Man – ich – hat immer noch die Bilder von 2004 vor Augen.
    Und im Gegensatz zu damals kann ich das jetzt ganz gut lesen, vielleicht auch, weil es deutlich anders herüberkommt als damals: Anfang Dezember 2004 hatte ich das Buch „Der Schwarm“ angefangen, war bis zu dem gewaltigen Abrutsch vor Norwegen und dem anschließenden Tsunami gekommen, was mich dermaßen schockiert hat, dass ich erst einmal abbrechen musst. Dann kam die Weihnachtszeit und damit wie jedes Jahr keine Zeit zum Weiterlesen … dafür war an Weihnachten selber Zeit, dachte ich … und dann kam der 26.12 … Es hat mehr als ein halbes Jahr gedauert, bis ich das Buch überhaupt wieder anfassen konnte.
    Entschuldigung, wenn ich das hier einfach mal so anführe …


    Das verstehe ich sehr gut, liebe Lipperin. :knuddel1
    Der Tsunami 2004 (obwohl ich dabei ständig die von 1883 im Hinterkopf hatte) war auch mit ein Grund, weshalb ich die Grundidee zu diesem Roman damals tiefer in der Schublade vergraben habe. Ist vielleicht etwas seltsam - aber ich hatte da das Gefühl, ich bräuchte einiges an Abstand zu dieser Katastrophe, zu diesen Bildern, bevor ich vielleicht einmal dieses Buch schreibe.


    Zitat

    Original von Lipperin
    Seite 538: Da hatten die beiden Frauen ja mehr als Glück, dass die Bösewichter sie gerade in dem Moment überwältigt hatten (an eine Rettungsaktion - so verführerisch der Gedanke ist - vermag ich nicht zu glauben, dazu geht das alles viel zu schnell und kommt mit viel zu viel Geschwindigkeit daher). Ich mag mich gar nicht ausmalen, was gewesen wäre, wenn ... Kian Gie würde ich alles zutrauen in seinem verletztem Stolz, in seiner Wut … und für so niedliche kleine Mädchen wie Ida gab es zu allen Zeiten einen Markt … und hohe Preise …


    Ich glaube, solche Gedanken liegen bei Kian Gie einfach doch auch nahe.

  • Man kann ja gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die Spannung hält sich nicht nur, nein sie steigert sich ins Unermessliche.


    Wieder einmal schafft es Nicole auch diese zerstörerischen Naturgewalten eindrucksvoll und nachvollziehbar darzustellen. Man fühlte mit Jacobina, nein, ich fühlte mich wie Jacobina, als diese im Wasser hin- und hergeschleudert wurde. Wer weiß was passiert wäre, wenn sie nicht im Gefängnis gesessen hätte, dann hätte sie das ganze wahrscheinlich nicht überlebt.


    Für beide Frauen scheint die Talsohle durchquert zu sein und es erscheint wieder ein Licht am Ende des Horizonts.


    Floortje hat endlich den Mut und die Kraft trotz der Drohungen Kians die Flucht zu wagen, wobei ich fest glaube, dass er sie finden wird. Aber allein der Mut dies zu tun, macht Hoffnung. Und es ist der Gedanke an Jacobina, der ihr diesen Mut verleiht, Jacobina, ihre Freundin, der es schlecht geht und die sie nicht im Stich lassen will, nicht durch einen Selbstmord. Das Kian sie dann auch findet und sie töten will, war klar. Ich sehe das so, dass er Floortje töten wollte und einfach von der Naturgewalt überrascht wurde, die ihm das Leben kostete und es Floortje schenkte. Und sein Tod gibt auch die Gewissheit, dass Floortje nun frei ist. Ein Abschnitt ihres Lebens, der nun beendet ist.


    In der schweren Stunde der Flut finden sich die beiden Frauen wieder und überleben. Jacobina rettet dann auch noch Ida das Leben. Trotz der schweren letzten Zeit kommen für mich die ersten Lichtblicke wieder durch, was beide Frauen betrifft. Das die de Jongs beide gemeinsam untergehen ist für mich ein Symbol für ihre Hass-Liebe, für das Nicht-ohne-einander-sein-können. Und so ist es, obwohl ich den Major fast genauso wenig mag wie Kian, doch ein perfektes Ende, denn was hätte Frau de Jong noch vom Leben gehabt mit der Gewissheit ihren eigenen Sohn vergiftet zu haben. Außer Ida, die sie bei Jacobina in guten Händen wusste.


    Und jetzt, wo sich die beiden Frauen wieder gefunden haben, sind sie so weit gereift, dass sie endlich über alles, wirklich alles reden können, über die Vergangenheit, das Geschehene und jede von ihnen hat inzwischen soviel Erfahrungen selber gesammelt, dass es ihnen gut tut und den anderen verstehen. Das ist sehr sehr schön. Nun bin ich gespannt, wie es mit den beiden weitergeht, ohne die Männer, die sie wollten, die sie hätten haben können.


    Auch ich bin mir sicher, dass Nicole nach der ganzen vergangenen Dramatik sich noch etwas einfallen lassen wird und hoffe, bei Floortje, dass sie John evtl. wieder findet … warten wir es ab.

    :lesend Svea Lenz - Lebensträume. Ärztin einer neuen Zeit

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    Hörbuch: Alex Lepic - Lacroix und der Bäcker von Saint-Germain

    Hörbuch: Monika Peetz - Ausgerechnet wir

    SuB: 317

  • Zitat

    Original von Schubi
    Wieder einmal schafft es Nicole auch diese zerstörerischen Naturgewalten eindrucksvoll und nachvollziehbar darzustellen. Man fühlte mit Jacobina, nein, ich fühlte mich wie Jacobina, als diese im Wasser hin- und hergeschleudert wurde. Wer weiß was passiert wäre, wenn sie nicht im Gefängnis gesessen hätte, dann hätte sie das ganze wahrscheinlich nicht überlebt.


    Ich finde es bei Augenzeugenberichten von solchen Ereignissen immer ganz erstaunlich, unter welchen Umständen Menschen überlebt haben - und wie sehr das auch immer von Glück oder Zufall abhängt.


    Zitat

    Original von Schubi
    Floortje hat endlich den Mut und die Kraft trotz der Drohungen Kians die Flucht zu wagen, wobei ich fest glaube, dass er sie finden wird. Aber allein der Mut dies zu tun, macht Hoffnung. Und es ist der Gedanke an Jacobina, der ihr diesen Mut verleiht, Jacobina, ihre Freundin, der es schlecht geht und die sie nicht im Stich lassen will, nicht durch einen Selbstmord.


    Ich bin mir da auch sicher: ohne die Angst und Sorge um Jacobina hätte sie nie diesen Mut aufgebracht. Und ich finde, wie sehr das ein Mut der Verzweiflung ist, sieht man daran, was ihr als einzige List bleibt, um zu entkommen ...


    Zitat

    Original von Schubi
    Das die de Jongs beide gemeinsam untergehen ist für mich ein Symbol für ihre Hass-Liebe, für das Nicht-ohne-einander-sein-können. Und so ist es, obwohl ich den Major fast genauso wenig mag wie Kian, doch ein perfektes Ende, denn was hätte Frau de Jong noch vom Leben gehabt mit der Gewissheit ihren eigenen Sohn vergiftet zu haben.


    Schön, dass das da für Dich so ankommt. :schuechtern

  • Jetzt kommt der Vulkan richtig zum Einsatz! Habe ich in den letzten Abschnitten dessen verhaltendes Vorhandenseins bemängelt, so gleicht sich das jetzt bei weitem wieder aus. Da ist ja jetzt alles dabei: Vulkanausbruch, Flutwelle und pyroklastische Ströme. Floortje und Jacobina müssen da hautnah mit durch, dennoch geht es wieder aufwärts!


    Beide sind ja ihren jeweiligen Gefängnissen entkommen, wobei vor allem Floortjes Ausbruch sehr spektakulär ist. Sehr gut gefallen hat mir bei beiden die Rettung aus eigener Kraft und mit ihren eigenen Fähigkeiten, ohne dass dazu ein „Held“ notwendig gewesen wäre. Sicherlich richtungsweisend für die Zukunft. Floortje hat ja zudem der Gedanke an die eingesperrte Jacobina die dafür notwendigen Kräfte und den Mut der Verzweiflung verliehen, ein ganz wundervolles Beispiel für gelebte Freundschaft. Für mich braucht das Buch gar keine Männer mehr, Floortje und Jacobina können ihr Glück auch ohne Liebe finden.


    Diskutiert wurde ja schon lebhaft Kian Gies Verhalten, bei dem es mir ähnlich chiara ging:

    Zitat

    Was mich etwas verwundert hat, war die Tatsache, dass Kian Gie sich beim ersten Versuch Floortje zu ergreifen von Jacobina vertreiben lies.


    Dann stirbt er auch noch beim neuerlichen Versuch, Floortje zurückzuholen. Oder wollte er sie wirklich retten? Das alles passte für mich nicht zum gefährlich mächtigen Kian Gie, wie wir ihn bisher kennengelernt haben. Eure Interpretationen haben diese für mich rätselhafte Reaktion etwas erhellt, etwas zu „einfach“ finde ich seinen plötzlichen Tod trotzdem. (Wenn es mich für Floortje natürlich sehr freut, dass das Schicksal diesmal auf ihrer Seite steht). Hier hätte Jacobina doch ihre dunkle Seite ausleben und ihm eins überbraten können. :-]

    Zitat

    Original von Nicole Ich hatte zwar beim Schreiben für mich eine ganz klare Motivation Kian Gies im Kopf und im Gefühl …


    Na, dann erzähl doch bitte! :-) Warum hat „dein“ Kian Gie so gehandelt?


    Zitat

    Original von Vivian Für das Ehepaar de Jong konnte es, glaube ich, kein besseres Ende geben.


    Der Meinung bin ich auch und ich freue mich sehr, dass zumindest Ida überleben durfte. Zumindest bist jetzt, aber ich hoffe nun auf ein entspannendes Ende!


    Da mich der Vulkanausbruch sehr interessiert, habe ich nach Johanna Beyerinck gegoogelt und beim Discovery-Kanal ihre sehr eindrückliche Schilderung der Ereignisse gefunden. Im Buch ist das teilweise erstaunlich detailliert übernommen (sogar der Schrei nach dem Messer – ich habe da ganz was anderes hineininterpretiert), aber das schlimme Danach wurde Floortje und Jacobina dann wenigstens erspart. Bei der Doku über den Krakatau habe ich den „Feuerhauch“ gar nicht so extrem wahrgenommen. Auch über die drei Kinder der Bayerbrinks war ich erstaunt, ich konnte mich nur an das Baby erinnern. @ Nicole: Hast du irgendwelche Literaturtipps (bitte in deutsch) über den Ausbruch des Krakataus? Und wo hast du Beyerincks Aufzeichungen nachgelesen?

    „Wer nur Menschen um sich herum haben will, die einem in allen gleichen, lebt bald schon in einer verdammt kleinen Welt.“ Nicole Wellemin, Das Echo der Moore, Piper 2025

  • @ Lipperin


    Zitat

    Original von Lipperin
    *erleichtert bin, einfach nur erleichtert*


    :knuddel1


    @ Lese-rina


    Zitat

    Original von Lese-rina
    Jetzt kommt der Vulkan richtig zum Einsatz! Habe ich in den letzten Abschnitten dessen verhaltendes Vorhandenseins bemängelt, so gleicht sich das jetzt bei weitem wieder aus. Da ist ja jetzt alles dabei: Vulkanausbruch, Flutwelle und pyroklastische Ströme.


    Das war ja das Oberfiese: unmittelbar vor dem großen Knall war der Vulkan sehr still. Eigentlich schon fast verdächtig still.


    Zitat

    Original von Lese-rina
    Beide sind ja ihren jeweiligen Gefängnissen entkommen, wobei vor allem Floortjes Ausbruch sehr spektakulär ist. Sehr gut gefallen hat mir bei beiden die Rettung aus eigener Kraft und mit ihren eigenen Fähigkeiten, ohne dass dazu ein „Held“ notwendig gewesen wäre. Sicherlich richtungsweisend für die Zukunft. Floortje hat ja zudem der Gedanke an die eingesperrte Jacobina die dafür notwendigen Kräfte und den Mut der Verzweiflung verliehen, ein ganz wundervolles Beispiel für gelebte Freundschaft.


    Genau diese Gedanken hatte ich beim Schreiben auch.


    Zitat

    Original von Lese-rina
    Für mich braucht das Buch gar keine Männer mehr, Floortje und Jacobina können ihr Glück auch ohne Liebe finden.


    Stimmt schon. :-)




    Zitat

    Original von Lese-rina
    Diskutiert wurde ja schon lebhaft Kian Gies Verhalten, bei dem es mir ähnlich chiara ging:


    Dann stirbt er auch noch beim neuerlichen Versuch, Floortje zurückzuholen. Oder wollte er sie wirklich retten? Das alles passte für mich nicht zum gefährlich mächtigen Kian Gie, wie wir ihn bisher kennengelernt haben. Eure Interpretationen haben diese für mich rätselhafte Reaktion etwas erhellt, etwas zu „einfach“ finde ich seinen plötzlichen Tod trotzdem. (Wenn es mich für Floortje natürlich sehr freut, dass das Schicksal diesmal auf ihrer Seite steht).


    Das kann ich schon verstehen, dass es Dir da zu einfach und zu glatt ist. :-)


    Zitat

    Original von Lese-rina
    Hier hätte Jacobina doch ihre dunkle Seite ausleben und ihm eins überbraten können. :-]


    Ist nicht so, dass ich da nicht auch mal kurz drüber nachgedacht hätte ... :lache


    Zitat

    Original von Lese-rina


    Na, dann erzähl doch bitte! :-) Warum hat „dein“ Kian Gie so gehandelt?


    Schon aus "Liebe" (genau so, in Anführungszeichen) zu Floortje, wobei das für ihn untrennbar mit seinem Besitzdenken verbunden ist.
    Und - ich glaube, das habe ich in einem vorigen Post vergessen zu erwähnen - auch aus einem gewissen größenwahnsinnigen Machtanspruch heraus: er allein ist Herr über Leben und Tod, sonst niemand.


    Zitat

    Original von Lese-rina
    Da mich der Vulkanausbruch sehr interessiert, habe ich nach Johanna Beyerinck gegoogelt und beim Discovery-Kanal ihre sehr eindrückliche Schilderung der Ereignisse gefunden.
    Im Buch ist das teilweise erstaunlich detailliert übernommen (sogar der Schrei nach dem Messer – ich habe da ganz was anderes hineininterpretiert), aber das schlimme Danach wurde Floortje und Jacobina dann wenigstens erspart.


    Der Schrei nach dem Messer passt da so perfekt in die Romanhandlung, eben weil er in genau der Szene im Roman eine andere Interpretation absolut zwangsläufig nahelegt.


    Das schlimme Danach, wie Du es so schön beschreibst - da gab es bei mir durchaus auch die Überlegung, ob ich Jacobina und Floortje da nicht mit den Beyerincks mitschicke, das hätte ich gerade aufgrund der Schilderungen von Frau Beyerinck sehr reizvoll gefunden. Aber um gerade diesen Fakten wirklich gerecht zu werden, hätte für mich der Spannungsbogen enorm gelitten. So interessant das auch für sich genommen sein mag - ich konnte mir das nicht vorstellen, das im Roman nachzuerzählen, aus den Perspektiven von Jacobina und Floortje. Bzw. ich habe mir das nicht zugetraut. Im Zweifel hätte ich da so vieles weglassen oder raffen müssen, und sowas widerstrebt mir ab einem gewissen Grad sehr.


    Was ich weggelassen habe: dass einer der Diener der Beyerinck nochmal zurückkam, um den Tisch aus dem Haus zu holen, zum Schutz gegen den Schlammregen, der wenig später vom Himmel kam. Eben auch, weil es mir da den Spannungsbogen gestört hätte - aber das war nun wieder eine kleine Freiheit, bei der ich ein gutes Gewissen hatte.


    Mir war dieses Danach auch auf der psychologischen Ebene wichtig: Floortje, die da lieber in dem von ihr immer so gefürchteten Dunkel bleibt, und Jacobina, die da nicht auf das hört, was man ihr sagt oder rät, sondern diese Entscheidung für Ida, für sich selbst und eben auch Floortje trifft. Und dann die Nähe zwischen den beiden Frauen, in dieser Dunkelheit, dieser absoluten, entsetzlichen Ungewissheit und Zeit-Losigkeit - das fand ich so unglaublich wichtig und spannend zu erzählen.


    Zitat

    Original von Lese-rina
    Bei der Doku über den Krakatau habe ich den „Feuerhauch“ gar nicht so extrem wahrgenommen. Auch über die drei Kinder der Bayerbrinks war ich erstaunt, ich konnte mich nur an das Baby erinnern.


    Darauf liegt eigentlich auch immer das Hauptaugenmerk.


    Zitat

    Original von Lese-rina
    @ Nicole: Hast du irgendwelche Literaturtipps (bitte in deutsch) über den Ausbruch des Krakataus? Und wo hast du Beyerincks Aufzeichungen nachgelesen?


    Die Aufzeichnungen von Frau Beyerinck habe ich hauptsächlich aus "Krakatoa" von Rupert Furneaux übernommen, der sie sehr ausführlich zitiert. Gibt es meines Wissens leider nicht auf Deutsch und ist auch sonst vergriffen - meine englische Ausgabe ist uralt und stinkt deshalb auch leider fürchterbar vor Alter ... :uebel


    Es gibt tatsächlich gar nicht so viel Literatur über den Ausbruch, und noch weniger auf Deutsch - aber da gibt's immerhin ein ganz tolles Buch: die deutsche Ausgabe von "Krakatau: Der Tag, an dem die Welt zerbrach" von Simon Winchester. Kann ich Dir nur ans Herz legen! :wave

  • Zitat

    Original von Nicole


    Ist nicht so, dass ich da nicht auch mal kurz drüber nachgedacht hätte ... :lache…


    Darf ich dann mal neugierig nachfragen, warum du es wieder verworfen hast bzw. du dich für diese Möglichkeit entschieden hast?


    Zitat

    Original von Nicole


    Und - ich glaube, das habe ich in einem vorigen Post vergessen zu erwähnen - auch aus einem gewissen größenwahnsinnigen Machtanspruch heraus: er allein ist Herr über Leben und Tod, sonst niemand.


    Das ist eine gute Überlegung! Mit diesem Hintergedanken wird es für mich schlüssiger und passt genau zum Kiang Gie, wie ich ihn mir vorstelle! Er muss Floortje retten, ihm selber kann ja eh nichts passieren, also muss er sich nicht schützen. Von daher passt es auch, wenn er dann doch stirbt. Für mich war das genau die gedankliche Verbindung, die ich dazu gebraucht habe! Herzlichen Dank dafür! :kiss


    Zitat


    Das schlimme Danach, wie Du es so schön beschreibst - da gab es bei mir durchaus auch die Überlegung, ob ich Jacobina und Floortje da nicht mit den Beyerincks mitschicke, das hätte ich gerade aufgrund der Schilderungen von Frau Beyerinck sehr reizvoll gefunden...


    Das war die absolut richtige Entscheidung, genau aus den Gründen, die du angeführt hast! Floortje und Jacobina brauchen an dieser Stelle einfach die Zeit zu zweit!


    Zitat


    Es gibt tatsächlich gar nicht so viel Literatur über den Ausbruch, und noch weniger auf Deutsch - aber da gibt's immerhin ein ganz tolles Buch: die deutsche Ausgabe von "Krakatau: Der Tag, an dem die Welt zerbrach" von Simon Winchester. Kann ich Dir nur ans Herz legen! :wave


    Danke für den Tipp, ist sofort auf meine Wunschliste gewandert! :wave

    „Wer nur Menschen um sich herum haben will, die einem in allen gleichen, lebt bald schon in einer verdammt kleinen Welt.“ Nicole Wellemin, Das Echo der Moore, Piper 2025

  • Zitat

    Original von Lese-rina


    Darf ich dann mal neugierig nachfragen, warum du es wieder verworfen hast bzw. du dich für diese Möglichkeit entschieden hast?


    Klar doch (mich kann man glaub eh so ziemlich alles fragen :zwinker)!


    Bauchgefühl. Irgendetwas hat sich bei mir da gesträubt, es hat sich nicht "richtig" angefühlt - nicht vom moralischen Aspekt her, sondern hinsichtlich der Stimmigkeit von Charakter und Situation.


    Und mir gefiel der Gedanke, dass Kian Gie und Jian sich quasi für die beiden Frauen und Ida opfern, völlig unabhängig davon, aus welcher Motivation oder mit welchen Hintergedanken sie sich die drei geschnappt haben. Mir war das wichtig, dass aus dem Ganzen mit Kian Gie doch noch etwas Gutes bei rauskommt - und zwar für alle drei Mädels.
    Da war dann wohl doch der Harmoniesüchtel in mir am Werk. :lache



    Zitat

    Original von Lese-rina


    Das war die absolut richtige Entscheidung, genau aus den Gründen, die du angeführt hast! Floortje und Jacobina brauchen an dieser Stelle einfach die Zeit zu zweit!


    Freu mich sehr, dass Du es auch so empfindest! :-)

  • Dieser Abschnitt war wieder sehr spannend, eigentlich bin ich auch direkt drüber hinausgeschossen.


    Floortjes Flucht getrieben wohl hauptsächlich von ihrer Verzweiflung und der Angst um Jacobina fand ich sehr mutig. Genauso klar war allerdings - da Kian Gie sich ja denken konnte, wohin sie wollte, dass er sie wiederfindet.


    Hat er sie dann aus Rücksicht auf Ida zusammen mit Jacobina laufen lassen ? Da rätsele ich noch, wie gut sein Herz doch gewesen sein könnte :gruebel


    Später dann, wollten er und der Diener die Frauen und das Kind retten oder entführen - ich möchte denken, dass er sie retten wollte ....

  • Zitat

    Original von Sandrah
    Floortjes Flucht getrieben wohl hauptsächlich von ihrer Verzweiflung und der Angst um Jacobina fand ich sehr mutig.


    Das ist bei ihr wirklich der Mut der Verzweiflung, und auch mehr um Jacobinas willen.


    Zitat

    Original von Sandrah
    Hat er sie dann aus Rücksicht auf Ida zusammen mit Jacobina laufen lassen ? Da rätsele ich noch, wie gut sein Herz doch gewesen sein könnte :gruebel


    Später dann, wollten er und der Diener die Frauen und das Kind retten oder entführen - ich möchte denken, dass er sie retten wollte ....


    Mir gefällt es sehr, dass da beide Lesarten für Dich möglich sind, das passt in meinen Augen gut zu seinem Charakter. :-)

  • Da man bei der Hitze eh nicht viel anfangen kann, hab ich einfach gleich weiter gelesen ... :grin


    Jacobina und Floortje haben sich endlich wiedergefunden und auch den Vulkanausbruch und den erneuten Angriff von Kian Gie überlebt. :-] Zum Glück hat die kleine Ida ebenfalls überlebt.
    Mein Mitleid für die de Jongs und Kian Gie hält sich dagegen sehr in Grenzen. :sonnenbrille


    Inzwischen bin ich so gefesselt, dass ich den letzten Teil wohl auch gleich noch lesen werde ...

  • Zitat

    Original von Nicole
    Das schlimme Danach, wie Du es so schön beschreibst - da gab es bei mir durchaus auch die Überlegung, ob ich Jacobina und Floortje da nicht mit den Beyerincks mitschicke, das hätte ich gerade aufgrund der Schilderungen von Frau Beyerinck sehr reizvoll gefunden. Aber um gerade diesen Fakten wirklich gerecht zu werden, hätte für mich der Spannungsbogen enorm gelitten. So interessant das auch für sich genommen sein mag - ich konnte mir das nicht vorstellen, das im Roman nachzuerzählen, aus den Perspektiven von Jacobina und Floortje. Bzw. ich habe mir das nicht zugetraut. Im Zweifel hätte ich da so vieles weglassen oder raffen müssen, und sowas widerstrebt mir ab einem gewissen Grad sehr.


    Was ich weggelassen habe: dass einer der Diener der Beyerinck nochmal zurückkam, um den Tisch aus dem Haus zu holen, zum Schutz gegen den Schlammregen, der wenig später vom Himmel kam. Eben auch, weil es mir da den Spannungsbogen gestört hätte - aber das war nun wieder eine kleine Freiheit, bei der ich ein gutes Gewissen hatte.


    Mir war dieses Danach auch auf der psychologischen Ebene wichtig: Floortje, die da lieber in dem von ihr immer so gefürchteten Dunkel bleibt, und Jacobina, die da nicht auf das hört, was man ihr sagt oder rät, sondern diese Entscheidung für Ida, für sich selbst und eben auch Floortje trifft. Und dann die Nähe zwischen den beiden Frauen, in dieser Dunkelheit, dieser absoluten, entsetzlichen Ungewissheit und Zeit-Losigkeit - das fand ich so unglaublich wichtig und spannend zu erzählen.


    Jacobina und Floortje mitzuschicken, das hätte mich auch interessiert, allerdings kann ich Deine Entscheidung hier absolut nachvollziehen, ich glaube gerade dieses ruhige, unbewegliche Dasitzen war für die Frauen das, was sie einander wieder richtig nahegebracht hat, und diese Zeit-Losigkeit ist im Roman genauso rübergekommen. Wären sie mitgegangen, hätten sie aktiv handeln müssen, und währen einander und vor allem sich selbst, nicht so nahe gekommen, wie es durch dieses Verharren möglich war.