Die ewige Prinzessin - Philippa Gregory

  • Kurzbeschreibung lt. amazon.de:
    Katharina von Aragón ist erst 14 Jahre alt, als sie den Thronfolger Englands heiraten muss. Sie verlässt ihr Heimatland Spanien, und damit alles, was sie liebt. Am englischen Hof, wo spürbar schroffere Sitten herrschen, sehnt sie sich zurück nach Badekultur und exotischen Früchten, nach luftigen Gewändern und lauen Sommernächten. Katharina wird die erste Frau Heinrichs VIII. Als Erste lernt sie den tyrannischen Herrscher aus nächster Nähe kennen, als Erste leidet sie unter seinen unzähligen Liebschaften, und als Erste erfährt sie, was es bedeutet, ihm keinen Sohn schenken zu können - ein Schicksal, von dem nicht nur ihre Ehe, sondern die Zukunft eines ganzen Landes abhängt


    Meine Meinung:
    Nachdem ich in "Die Schwester der Königin" und "Das Erbe der Königin" von Henrys Ehefrauen zwei, vier und fünf gelesen hatte, wollte ich natürlich wissen, was es mit er ersten auf sich hatte.


    Zunächst habe ich mich etwas gelangweilt, nahm ich doch an, dass es um die Beziehung zwischen Catherine und Henry gehen würde, aber das war nur die halbe Wahrheit. Nachdem ich nämlich begriffen hatte, dass es um Catherines Weg auf den Thron geht, konnte ich mein Blick auf das Buch drehen und mich der Geschichte hingeben. Und die gefiel mir sehr gut! Henry ist natürlich immer wieder Bestandteil und (ohne zuviel zu verraten) läuft es ja auch auf die berühmte Ehe mit ihm hinaus, aber bis dahin passieren noch so einige andere Dinge im Leben der Prinzessin.


    Mir fiel auf, dass, im Vergleich zu den anderen Büchern, wie noch einiges an historischem Hintergrund (bzgl. der Weltmächte und ihrem Stand zueinander) vermittelt wird. Wie geschichtlich korrekt das sein mag, sei mal dahin gestellt, aber ich fand es zumindest wirklich spannend.


    Am Ende scheint mir die Autorin allerdings etwas zu rasen, da hätte ich mir wieder mehr Details zur Beziehung des Königspaars gewünscht, aber das macht keinen großen Teil des Buchs aus.


    Ein großer Kritikpunkt, für den die Autorin jedoch nichts kann, sind die unsäglichen Übersetzungen der Namen ins Deutsche. Schlimm auch, weil es oft betont wird wer welchen Namen verbunden mit welchem Titel hat. Da nervt das ewige "Heinrich" doch sehr, zumindest mich, denn er hieß doch "Henry", nicht wahr? ;-)


    Alles in allem kein überragendes aber gutes Buch, das mir, wenn auch nicht von Anfang an, einige spannende Lesestunden beschert hat. Von mir gibt es eine 2,0 (7 Punkte).

    :lesend Ich lese gerade: "Carry On" von Rainbow Rowell und "Mansfield Park" von Jane Austen | SuB: 50

  • Mir ging es mit diesem Buch ähnlich, ich fand es durchaus nicht schlecht geschrieben, jedoch auch nicht überragend. Interessant war eben hier der Lebensweg der Prinzessin zu lesen, wie alles begann und schließlich ihre Zeit in England. Gerade über ihre erste Ehe, über welche ja nicht so viel bekannt ist, fand ich einiges interessantes.
    Insgesamt ein informativer Roman, welcher mir leider etwas zu aprupt endete. Am Schluss hätte ich mir die gleiche Ausführlichkeit wie am Anfang gewünscht, aber wahrscheinlich hätte das den Rahmen gesprengt.

  • Ich dachte dazu gäbe es schon eine Rezi... aber ich finde nichts.


    Ich habe das Buch auch schon gelesen, ist aber schon einen Moment her (Bookcook sagt April 2011) und ich mag mich nur noch daran erinnern, dass mir die Geschichte gut gefallen hat. Mir passt einfach Philippa Gregory's Erzählstil super.

  • Ich schließe mich den bisherigen Rezensionen an.


    Das Buch ist wirklich interessant, man bekommt einen ganz neuen Blick auf die Ereignisse zwischen Katharina von Aragon und Henry. Sonst wird der Fokus meist auf Anne Boleyn gelegt und nur das Ende der Ehe zwischen Katharina und Henry näher beleuchtet.


    Zeitweise fand ich das Buch allerdings ein wenig langatmig und die Spannung ließ etwas nach.


    Toll fand ich (wie immer bei Philippa Gregory) die tollen Beschreibungen der Gefühle und der inneren Handlung von Katharina. Man fühlt mit ihr mit, kann sich in ihre Lage hineinversetzen und erfährt viel über "Spanien" zur Tudorzeit.


    Insgesamt ein schönes Buch, vor allem für Fans der Tudorzeit.

  • In den bisherigen Rezensionen wurde hier gut gezeigt, warum das Buch gefällt oder nicht gefällt. Also beschränke ich mich hier auf meine eigene Erfahrung beim Lesen:


    Katharina (Catalina) von Aragon, erste Ehefrau von Henry VIII., zuvor mit seinem Bruder verheiratet, sicher die Ehefrau, mit der er am längsten verheiratet war und mit der ihn doch sehr viel persönlich verbunden haben dürfte, trotz Fehlen des Thronerbens (immerhin sind kaum außerehelichen Beziehungen des Königs nachgewiesen, in einer Abwesenheit durfte sie für ihn die Regentschaft führen etc.) bis er dann noch mit Anne Boleyn eine andere Frau kennen lernte ...


    Im 21. Jahrhundert spielt Katharina in Romanen um Henry VIII. gewöhnlich nur eine Nebenrolle, die Idee, sie zur Hauptfigur eines Romans zu machen, wo sie keineswegs ausschließlich auf ihre Beziehung zu Henry VIII. eingegrenzt bleibt, sondern auch ihr Leben vor dieser Ehe Thema ist, klingt zunächst einmal viel versprechend.


    Leider ist das Ergebnis eher enttäuschend. Der Anfang ist noch viel versprechend, aber letztlich bleibt die Geschichte auf die Idee beschränkt, dass Katharinas Ehe mit Arthur vollzogen wurde und Katharinas Beteuerung, dass dem nicht so wahr, also eine Lüge gewesen sein muss.


    Wie die Historikerin Antonia Fraser in ihrer Biographie über die 6 Ehefrauen von Henry VIII. zu Recht meint, ist diese Frage mit Sicherheit historisch nicht zu beantworten, und ebenso gibt es nur drei Personen, die die Wahrheit darüber gewusst haben: Arthur, Katharina, und Henry VIII.
    Katharina hat stets, auch unter Eid, beteuert, dass ihre Ehe mit Arthur nicht vollzogen wurde. Henry VIII. hat sich zwar später, als diese Frage für ihn relevant war, darauf versteift, dass die erste Ehe seiner Frau vollzogen wurde, aber stets abgelehnt, dies auch unter Eid zu behaupten.
    Im Allgemeinen gehen die Historiker/innen davon aus, dass die Ehe zwischen Katharina und Arthur nicht vollzogen worden ist, was ich persönlich für glaubwürdiger halte.


    Aber es spricht nichts dagegen, in einem Roman einmal das Gegenteil durchspielen. Was wäre, wenn Katharinas Ehe vollzogen und sie daher sich des Meineeides schuldig gemacht hätte, ist eigentlich eine ganz interessante Idee.


    Problematisch wird diese Idee hier jedoch, als Philippa Gregory sie nicht einfach umsetzt, sondern sich diesbezüglich die Deutungshoheit anmaßt. Sie mag das tatsächlich glauben, aber uns Leser/innen sollte sie doch nicht vorschreiben, was wir in dieser Sache zu denken haben.


    Ist schon für den Roman ihr Anspruch auf alleinige Deutungshoheit ungünstig, so liest er sich eher als Plädoyer für ihre Meinung denn als Roman, kommt noch hinzu, dass Gregorys Umsetzung (gerade mit Blick auf die Motivation, die sie Katharina für ihre falsche Aussage gibt) nicht überzeugen kann. Ein Meineid galt im Mittelalter als besonders schweres Verbrechen vor Gott und den Menschen. Nicht zufällig war die dafür vorgesehene Strafe auch sehr hart. Außer der Hinrichtung wurde dem Meineidigen zuvor noch die rechte Hand abgehackt.


    Unter solchen Voraussetzungen hätte es wohl doch eines wirklich überzeugenden Motives bedurft, das für mich als Leserin nachvollziehbar wird, warum eine gottesfürchtige und zutiefst religiöse Frau, die Katharina gewesen sein dürfte, ein solches Verbrechen begeht, zudem es eigentlich zu diesem Zeitpunkt ihres Lebens absolut nicht notwendig gewesen wäre, auf einer nicht vollzogenen Ehe zu bestehen.


    Gewöhnlich war es zu dieser Zeit für Hochadelige nicht schwierig, bei zu naher Verwandtschaft (ob tatsächlich oder symbolisch) eine Dispens vom Heiligen Stuhl zu erhalten.


    Hinzu kommt, dass zudem Zeitpunkt, als sie und Henry VIII. verlobt wurden, keineswegs vorhersehbar war, dass der Vollzug oder Nichtvollzug ihrer ersten Ehe viele Jahre später noch politisch eine Rolle spielen würde.


    Ist schon die "durchtriebene" Katharina nicht wirklich glaubwürdig, so hat mich der "dümmliche", braven Henry VIII., den sie so eingeschüchtert haben soll, dass er es nicht wagte, an ihrer vermeintlichen Unberührtheit zu zweifeln, ebenfalls nicht überzeugt.


    Fazit:
    Ich kann mir nicht helfen. Das Buch war letztlich kein wirklicher Roman, sondern ein Plädoyer dafür, dass Katharinas Ehe mit Arthur vollzogen wurde, was nach Ansicht der Autorin die einzige richtige Sichtweise war. Abgesehen davon, dass ich zu jenen Leser/innen gehöre, die etwas gegen Autoren/innen haben, die sie bevormunden wollen, fand ich die Geschichte selbst weder überzeugend noch interessant umgesetzt.


    Mich hat dieses Buch also inhaltlich überhaupt nicht überzeugt. Das war für mich (was sehr selten vorkommt) ein Roman, der absolut unnötig ist.

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    Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten, mäßig entstellt. (Georg Christoph Lichtenberg)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Teresa ()