Die 7 1/2 Leben des Walter Moers - Christine Vogt

  • Die 7 1/2 Leben des Walter Moers: Vom Kleinen Arschloch über Käpt'n Blaubär bis Zamonien - Christine Vogt


    168 Seiten
    Kerber Verlag, 2011
    ISBN: 3866785933
    Preis: 32,90 Euro


    Kurzbeschreibung
    Die Lügengeschichten des Käpt n Blaubär sind ebenso legendär wie das politisch unkorrekte Verhalten des Kleinen Arschlochs . Mit der Figur Adolf, die Nazi-Sau bricht Walter Moers das letzte große Tabu. Und seit Jahren entführt uns der Zeichner und Autor in seiner grenzenlosen Fantasie auf den Kontinent Zamonien, den er mit vielerlei Daseinsformen wie Buntbären, Kratzen oder Schrecksen und nicht zuletzt mit Hildegunst von Mythenmetz, dem dichtenden Lindwurm, bevölkert. Der Katalog zur Ausstellung in der Ludwiggalerie, die erstmals originale Zeichnungen, Entwürfe, Gemälde, Skulpturen, Puppen und vieles mehr zeigt, lädt ein zu einer fantastischen Reise, auf der viele Rätsel zu entschlüsseln sind.


    Über den Autor
    Christine Vogt, geb. 1967, studierte in Aachen Kunstgeschichte, absolvierte anschließend ein Volontariat am Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, wo sie seitdem als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist. Neben Forschungsprojekten zum 16. und 17. Jahrhundert arbeitet sie vor allem im Ausstellungsbereich, so als eine der Kuratorinnen der großen Schau Albrecht Dürer Apelles des Schwarz-Weiß, 2004/05. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Ab März 2008 wird Christine Vogt Leiterin der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen.


    Meine Meinung
    Vom 15. September 2011 bis zum 29. Januar 2012 fand in der Ludwiggalerie Oberhausen die Ausstellung „Die 7 1/2 Leben des Walter Moers: Vom Kleinen Arschloch über Kapt'n Blaubär bis Zamonien“ statt. Im gleichnamigen Museumskatalog sind viele der gezeigten Comics und Zeichnungen abgebildet und in Texten beschrieben.


    Nach Gruß- und Vorwort wird zu Beginn ein chronologischer Artikel über die künstlerischen Tätigkeiten Walter Moers gegeben, angefangen bei den ersten Comics der 1980er Jahre. Neben dem „Kleinen Arschloch“, welches besonders in den 1990er Jahren große Erfolge feierte, werden über „Adolf“, dem „Fönig“ die Zamonienbücher wie auch „Die Wilde Reise durch die Nacht“ alle Stationen dargestellt.
    Insgesamt gibt es vier Texte, die sich ausführlich mit verschiedenen Aspekten des Moers´schen Werk beschäftigen. Diese wechseln sich mit den vier Bildteilen, die thematische sortiert sind, ab.


    Man ist nicht gezwungen, das Buch der Reihe nach zu lesen, da die Textbeiträge nicht aufeinander aufbauen. Durch das große Format kann man einzelne Zeichnungen sehr gut betrachten, leider sind trotzdem so manche Comics so klein geraten, dass sie mitunter schwer zu lesen sind.
    Persönliche Details über Walter Moers erfährt man keine, nur dass er keinerlei künstlerische Ausbildung erhalten hat und sich alles in autodidaktischen Studien angeeignet hat. Dadurch wirken seine Schöpfungen umso erstaunlicher und begeisternder.
    Der Katalog vermittelt einen guten Überblick über Moers Werk und man entdeckt Stationen seines Schaffens, die einen vielleicht bisher verborgen geblieben sind. Mir persönlich lag jedoch der Fokus teilweise zu wenig auf die Zeichnungen (ihre Entstehungsgeschichte, woher kommen die ganzen Ideen dazu?) und zu stark auf der Sprache.
    Abgerundet wird das Buch durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis, auf dem im Text immer wieder Bezug genommen wird. Wer also immer noch nicht genug von Walter Moers hat kann sich neben seinen Werken auch noch mit weiterführenden Texten über ihn versorgen.


    Trotzdem ist es ein empfehlenswerter Katalog, der alle wichtigen Entwicklungsabschnitte über das großartige wie umfangreiche Kunstwerk des Zeichners wie Schriftstellers Walter Moers beleuchtet. Geeignet für alle, die die Ausstellung in Oberhausen gesehen, sie verpasst haben oder sich näher mit Walter Moers und seinem Werk beschäftigen wollen.