Die Ballade der Trockenpflaumen - Pulsatilla

  • Originalsprache: Italienisch
    Originaltitel: La ballata delle prugne secche


    Kurzbeschreibung von amazon:
    Es fing harmlos an: mit dem täglichen Blog einer unbekannten jungen Texterin aus der tiefstenitalienischen Provinz. Sie nannte die Dinge freimütig beim Namen, und zwar alle Dinge. Ob es um Diät, Fitness, Landleben oder Literatur, Chatten oder Jobben ging – für alles lieferte Pulsatilla Tipps und äußerst treffende Bemerkungen. Treffend auch für ihre Männer, ob sie nun Federico, Michele oder Peppe hießen. Kein Stück an ihnen blieb unkommentiert. Es wurde der meistgeklickte Blog Italiens. Und das daraus entstandene Buch ein Sensationsbestseller.


    Über die Autorin:
    Valeria di Napoli alias Pulsatilla, geboren 1981 in Foggia / Apulien, kam 2001 ins Finale des renommierten Premio Campiello Giovane. Ihr Blog unter ihrem Künstlernamen Pulsatilla während ihrer Zeit als Werbetexterin in Rom wurde zum Sensationserfolg. Das Buch daraus verkaufte sich in Italien über 100.000 Mal.


    Meine Meinung:
    Das Internet gibt vielen Menschen die Möglichkeit ihrer Kreativität und ihren Gedanken freien Laufen zu lassen, ohne dass sie sich erst mühsam zu einem einigermaßen gut bezahlten Autor hocharbeiten müssen. Trotzdem wird ein Blog - wenn er denn gut und interessant geführt wird - zu einem wahren Magneten, der mehr und mehr Leser anzieht. Vergleichbare Beispiele gibt es wohl in vielen Ländern, in Italien ist man bei Pulsatilla immer an einer guten Adresse gewesen.
    Auch das Buch schildert nun mit viel Charme und Galgenhumor Ausschnitte aus einem eigentlich recht gewöhnlichen Leben. Denn wer von uns kann sich nicht zumindest teilweise mit der Autorin identifzieren [zumindest die Frauen]? Viele Situationen sind uns bekannt, von den restlichen ist anzunehmen, dass zumindest irgendjemand aus unserem näheren Bekanntenkreis ähnliches erlebt haben. Darin liegt der Charme dieses Buches, das die typische Blogstruktur beibehalten hat und munter von Thema zu Thema springt, ohne sich an irgendeine zeitliche oder inhaltliche Linie zu halten.
    Natürlich ist der Stil stellenweise sehr provokativ und die Themen tummeln sich nur allzu häufig unter der Gürtellinie. Allerdings wäre alles andere auch langweilig. Dass die Autorin kein Blatt vor den Mund nimmt, kein Thema zu einem Tabu werden lässt und alles offen und ehrlich niederschreibt, macht die Worte so lebendig und das Lesen zu einem reinen Vergnügen. Oft genug musste ich schmunzeln, teilweise war ich peinlich berührt, aber selten genug hatte ich das Gefühl, dass Pulsatilla daneben liegt.
    Besonders da ich ebenfalls in Italien aufgewachsen bin, konnte ich zu manchem Insiderwitz nur bestätigend nickend und hatte mir schon nach ein paar Kapiteln fest vorgenommen das Buch schnellstmöglich auch in der Orginalsprache zu lesen. Ich denke, dass viele Texte im Italienischen noch weitaus authentischer wirken und der Geschichte noch mehr Leben einhauen, als sie ohnehin schon besitzt.


    Fazit:
    Kurzweiliges Training für alle Muskeln, die man zum Lachen und Schmunzeln [und vielleicht auch für einen schockierten Gesichtsausdruck] benötigt. Erfrischend jung und tabulos. Ein Buch, das die Dinge schonungslos beim Namen nennt und dabei nichts anbrennen lässt.

    "Sobald ich ein wenig Geld bekomme, kaufe ich Bücher; und wenn noch was übrig bleibt, kaufe ich Essen und Kleidung." - Desiderius Erasmus

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