Die Gespräche zwischen Cyros und Adam haben mich gefesselt. Wie er seinem Sohn erklärt,dass er ihn bei der Armee sehen will. Das ist schon ein eigenartiger Mensch . Diese Situationen waren sehr deutlich beschrieben und ließen mich ,als Leser direkt dabei sein.

'Jenseits von Eden' - Teil 1 Kapitel 01 - 07
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Original von Zuckelliese
Die Gespräche zwischen Cyros und Adam haben mich gefesselt. Wie er seinem Sohn erklärt,dass er ihn bei der Armee sehen will. Das ist schon ein eigenartiger Mensch . Diese Situationen waren sehr deutlich beschrieben und ließen mich ,als Leser direkt dabei sein.Totzdem, für mich als heutigen Leser ist es nach wie vor schwer nachzuvollziehen, wie ein Vater seinen Sohn so komplett gegen sein Wesen in so eine Militärkarriere zwingen kann. Und der gehorsame Sohn geht. Adam kann eigentlich nur zerbrechen.
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Original von Herr Palomar
Diese drastische Strafe nur wegen Landstreicherei ist total unangemessen und war wohl nur vorgeschoben, um billige Arbeitskräfte zu haben, die mit Fussfesseln und Peitschenhieben wie Sklaven ausgenutzt wurden.Solche kleinen Details, die sehr informativ sind, streut Steinbeck immer wieder ein! Ich schätze das an dem Roman. Daran zeigt sich auch, dass Steinbeck durchaus ein sozialkritischer Autor ist und nicht etwa seine Heimat verglorifiziert.
Was man in diesem Roman an historischen Hintergrundwissen geboten bekommt, ist wirklich sehr informativ. Amerikanische Geschichte ist nicht gerade ein Gebiet, auf dem ich mich besonders auskenne, und darum sind diese Details auch besonders wertvoll beim Lesen.
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Adam und Charles machen eigentlich, was der Vater für sie vorgesehen hat, entgegen jede Fähigkeit und Neigung. Nicht mal nach dessen Tod können sie sich so richtig lösen. Tragisch, das der nicht Liebende geliebt wurde und der sich Verzehrende ignoriert wird.
Steinbeck bietet auch meiner Meinung nach ganz nebenbei und undramatisch eine Vielzahl an Informationen und Wissen, sowie jede Menge Drama an. Dabei darf ich als Leserin auch noch meine eigenen Gedanken hegen. Das gefällt mir gut! -
Ganz durch bin ich noch nicht. Bin gerade bei der Entlassung von Adam aus der Armee. Charles ist ein sehr eigenwilliger Typ. Auf der einen Seite verprügelt er seinen Bruder und dann wird er als schüchtern in bezug auf Mädchen bezeichnet. An Frauen traut er sich nicht ran und geht ins Bordell. Einerseits heißt es hier, die Mädchen wechseln alle 2 Wochen, weil sie alle Bakterien haben. Charles wird aber als gesund bezeichnet. Müsste er sich nicht anstecken?
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Original von Lesebiene
Ganz durch bin ich noch nicht. Bin gerade bei der Entlassung von Adam aus der Armee. Charles ist ein sehr eigenwilliger Typ. Auf der einen Seite verprügelt er seinen Bruder und dann wird er als schüchtern in bezug auf Mädchen bezeichnet. An Frauen traut er sich nicht ran und geht ins Bordell. Einerseits heißt es hier, die Mädchen wechseln alle 2 Wochen, weil sie alle Bakterien haben. Charles wird aber als gesund bezeichnet. Müsste er sich nicht anstecken?Es wird geschrieben, dass es immer mal wieder vorkommt, dass ein Mädchen krank ist, und dann ist es gut, wenn es weg ist, bevor der Angesteckte es merkt.
Vielleicht hat er einfach bisher Glück gehabt. -
Im Original sind scheinbar mehrere krank als in der Übersetzung.
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Original von Clare
Vielleicht hat er einfach bisher Glück gehabt.
Vielleicht schützt ihn sein Kainsmal! -
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Original von Herr Palomar
Vielleicht schützt ihn sein Kainsmal!Herr Palomar
Aber es ist schon so: Bei der Fluktuation und den Zuständen in den Oberzimmern der Gasthäuser staunt man, dass nicht mehr der Männer sich ansteckten und dass es meist friedlich zuging.
Ich staune wirklich, dass der Betrieb so relativ reibungslos funktionierte. Es gab die klare Trennung zwischen den ehrbaren Frauen, verheiratet oder ledig, und der einfachen Bedürfnisbefriedigung. Und keiner nahm Anstoß an diesen Wirtshausbesuchen. -
Am Ende von Teil 1 haben die Jungs Charlie und Adam ja eine riesen Erbschaft gemacht. Schauen wir mal was sie daraus machen.
Interessant finde ich, dass der Erzähler der Sohn von Olive, die Tochter von Samuel und Lizy Hamilton ist.
Im Moment fehlt mir noch etwas die Beziehung der einzelnen Personen untereinander. Was hat jetzt der Enkel von Samuel mit der Geschichte zu tun, außer als Erzähler
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Original von Lesebiene
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Interessant finde ich, dass der Erzähler der Sohn von Dessie, die Tochter von Samuel und Lizy Hamilton ist.Im Moment fehlt mir noch etwas die Beziehung der einzelnen Personen untereinander. Was hat jetzt der Enkel von Samuel mit der Geschichte zu tun, außer als Erzähler
John Steinbeck ist der Sohn von Olive, nicht von Dessie.
Er ist der Erzähler. Ob er noch eine Rolle spielen wird, will ich jetzt nicht vorweg nehmen.Samuel ist eine wichtige Person im Roman und dadurch auch seine ganze Familie.
Was die Beziehungen der Personen angeht: Nur Geduld!
Willst du etwas bestimmtes wissen? -
Da habe ich mich verschrieben. Natürlich Olive.
Ich wollte nur sagen, dass wir viele viele Leute kennengelernt haben und gefühlt 1000 Fäden in Händen halten, ohne dass bislang eine Verbindung zwischen den Fäden der beiden Familien erscheint. Und Adam und Charles sind immer noch nicht in Californien. Natürlich ist Adam der sympathischere der Brüder.
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Original von Lesebiene
Da habe ich mich verschrieben. Natürlich Olive.Ich wollte nur sagen, dass wir viele viele Leute kennengelernt haben und gefühlt 1000 Fäden in Händen halten, ohne dass bislang eine Verbindung zwischen den Fäden der beiden Familien erscheint. Und Adam und Charles sind immer noch nicht in Californien. Natürlich ist Adam der sympathischere der Brüder.
Du hast Recht. Am Anfang werden sehr viele Stränge eröffnet. Warte noch ein Bisschen! Ich fand, dass alles mit Fortgang der Handlung sehr übersichtlich wurde.
Tja, Adam und Charles...
Adam ist natürlich der sympathischere von beiden, aber mehr Gedanken mache ich mir um Charles. Da regt sich sofort mein Mitleid. Er ist so überzeugt davon, dass Adam der vom Schicksal Begünstigte ist und er selbst nicht, dass sein Weg so vorgeprägt scheint. -
Mitleid habe ich nur bei den Hamilton-Mädchen wegen der Namensgebung
Mädchen waren scheinbar nicht geplant, denn die Jungs haben doch normale Namen. -
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Original von Lesebiene
Mitleid habe ich nur bei den Hamilton-Mädchen wegen der Namensgebung
Mädchen waren scheinbar nicht geplant, denn die Jungs haben doch normale Namen.Die Frage ist, wie hießen denn die Mädels zu der Zeit im wilden Westen? Polly, Molly, Dessie, Bessie, Lizzie, Missy...da ist ja Olive richtig nett.
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Ich habe jetzt endlich auch mit dem Buch anfangen können und ich muss sagen, bisher gefällt es mir sehr gut.
Die Landschaftsbeschreibungen am Anfang fand ich sehr anschaulich. Samuel Hamilton macht auf mich einen sympathischen Eindruck. Gut finde ich auch, das er für jedes Familienmitglied ein kleines Stück Land kauft. Auf der anderen Seite kann ich es aber auch wieder nicht verstehen, weil das Land ja praktisch unfruchtbar und nutzlos ist. Was will man dann damit? Und so stückweise kann man es ja auch nicht als Bauland verwenden.
Sehr interessant finde ich Charles und Adam. Dagegen mag ich den Vater gar nicht. Ich verstehe bloß nicht, wie er mit seinen Geschichten so einen Erfolg hatte und auch noch eine hohe Stellung erhalten hat.
Adam kam mir am Anfang etwas einfältig vor. Er war der Schwächere, während Charles der Stärkere war und den Bruder mehr oder weniger beschützt hat. Bis Adam ja dann mal besser war und Charles ihn verprügelt hat bzw. später sogar am liebsten erschlagen hätte, nur weil Adam die Liebe des Vaters hat. Später hat sich dann das Blatt gewendet, nach der Armee scheint Adam sicherer zu sein, während Charles verunsichert ist und mehr oder weniger ein Einsiedler ist.Aber beide Kinder haben mir auch leid getan. Adam sieht die Stiefmutter gern lächeln und macht ihr kleine heimliche Geschenke, die sie aber Charles zuordnet.
Charles dagegen versucht die Liebe seines Vaters zu bekommen, der allerdings sich stärker zu Adam hingezogen fühlt.
Schon traurig, beide Kinder buhlen um die Liebe der Eltern.Und mit einer Sache habe ich noch Probleme, obwohl ich weiß das es zur damaligen Zeit normal war.
Da stirbt einem Mann die Frau weg und er bleibt mit Haus und Kind allein zurück. Eine Haushälterin kostet Geld, ein Kindermädchen kostet Geld und eine Frau fürs Bett kostet auch Geld. Also wird sich mal kurz in der Nachbarschaft umgeschaut und die 17-jährige Nachbarstochter geheiratet. Vom rationalen Gesichtspunkt aus verständlich, aber solche Ehen können doch eigentlich nur scheitern bzw. keiner der Partner kann wirklich glücklich sein, wenn keine emotionalen Beziehungen eine Rolle spielen. -
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Original von Macska
Gut finde ich auch, das er für jedes Familienmitglied ein kleines Stück Land kauft. Auf der anderen Seite kann ich es aber auch wieder nicht verstehen, weil das Land ja praktisch unfruchtbar und nutzlos ist. Was will man dann damit? Und so stückweise kann man es ja auch nicht als Bauland verwenden.
Ich glaube, dass könnte vor allen eine emotionale Entscheidung sein.
Für Samuel und seine Familie als Einwanderer ist es wichtig Land zu besitzen, um heimisch und akzeptiert zu werden. -
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Original von Macska
Und mit einer Sache habe ich noch Probleme, obwohl ich weiß das es zur damaligen Zeit normal war.
Da stirbt einem Mann die Frau weg und er bleibt mit Haus und Kind allein zurück. Eine Haushälterin kostet Geld, ein Kindermädchen kostet Geld und eine Frau fürs Bett kostet auch Geld. Also wird sich mal kurz in der Nachbarschaft umgeschaut und die 17-jährige Nachbarstochter geheiratet. Vom rationalen Gesichtspunkt aus verständlich, aber solche Ehen können doch eigentlich nur scheitern bzw. keiner der Partner kann wirklich glücklich sein, wenn keine emotionalen Beziehungen eine Rolle spielen.Nun, Liebesehen sind eine recht moderne Entwicklung, früher war es ja auch gerade auf dem Dorf üblich, eher praktisch zu heiraten, damit sich Acker zu Acker finde. Liebe kommt vielleicht mit der Zeit, vielleicht auch nicht. Romantische Ehen halten ja nicht unbedingt länger. Dennoch, ich persönlich bin froh über die heutige Wahlfreiheit (in meinem Kulturkreis) und dem freiwilligen Zug einer Verheiratung bzw. der Möglichkeit, nicht heiraten zu müssen und dennoch eine Liebesbeziehung führen zu dürfen.
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Stimmt, das könnte ein Argument sein.
Liesbett
Das weiß ich ja alles auch. Bestimmt haben die Leute das auch nicht als Problem gesehen, weil sie es ja einfach zum größten Teil nicht anders kannten oder auch einfach keine andere Wahl hatten. Sicherlich ist eine romantische Ehe auch keine Garantie für eine lange Ehe. Aber ich stelle mir das einfach schwierig vor, wenn Dir der Partner gleichgültig ist oder man ihn im schlimmsten Fall sogar abstoßend findet.
Und keine Frage, auch ich bin froh das ich meinen Partner selbst wählen konnte und durfte. -
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Original von Macska
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Aber beide Kinder haben mir auch leid getan. Adam sieht die Stiefmutter gern lächeln und macht ihr kleine heimliche Geschenke, die sie aber Charles zuordnet.
...Entsprechend ihrem Status und der Art, wie sie als Stiefmutter für Adam in die Familie kam, lernt man sie leider nicht wirklich gut kennen. Sie ist die stille, verhuschte Frau im Hintergrund. Obwohl sie sich Adams genau so annimmt wie ihres eigenen Sohnes, erkennt auch sie nicht sein großes Bedürfnis nach Liebe. Dass sie nicht mal in Erwägung gezogen hat, dass die Aufmerksamkeiten von ihm waren, tat mit wirklich Leid.
Eigentlich können beide Jungs nur mit Schaden aus so einer Kindheit unter dem diktatorischen, kriegsverliebten Vater hervorgehen.