Skizze der Vergangenheit - Virginia Woolf
Von der Lust und Last des Erinnerns
Das Betasten der roten Blumen auf Mutters Kleid. Ein alter Baum im elterlichen Garten. Und die plötzliche Erkenntnis: Ich bin sterblich. Ausgehend von diesen Eindrücken erinnert sich Virginia Woolf an ihre Kindheit im großbürgerlichen Haushalt einer neunköpfigen Familie. So persönlich wie in keinem anderen Text erzählt sie von Sommerabenteuern und Soiréen, von der Schönheit und dem frühen Tod ihrer Mutter, von der Hass-Liebe zu ihrem Vater und vom Missbrauch durch ihren Bruder. Mit analytischer Genauigkeit hält Virginia Woolf so den Zauber, aber auch die Schrecken und Abgründe ihrer Kindheit fest, die »Augenblicke des Daseins«, jene Momente höchster, intensivster Erfahrung.
Sophie Rois' Meisterschaft als Hörbuchinterpretin ist unübertroffen. Unaufdringlich, klug und eigensinnig spürt sie den feinsten Verästelungen von Virginia Woolfs persönlichstem Text nach.
Sophie Rois ist seit 1993 Ensemblemitglied der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und begehrter Gast an allen deutschsprachigen Bühnen. Auf der Leinwand war sie in Filmen von Detlev Buck, Tom Tykwer und Heinrich Breloer zu sehen, einem breiten Publikum bekannt wurde sie als österreichische Tatort-Ermittlerin. Sophie Rois erhält regelmäßig Preise für alles, was sie tut, u.a. den Grimme-Preis, den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Hörbuchpreis und die Auszeichnung zur Schauspielerin des Jahres 2012 (theater heute).
Virginia Woolf wurde am 25. Januar 1882 in London geboren und wuchs im großbürgerlichen Milieu des viktorianischen England auf. Ihr Leben lang litt sie unter wiederkehrenden psychischen Krisen. 1912 heiratete sie Leonard Woolf. Zusammen gründeten sie 1917 den Verlag ›The Hogarth Press‹. Ihr Haus war eines der Zentren der Künstler und Literaten der Bloomsbury Group. Am 28. März 1941 nahm Virginia Woolf sich, erneut bedroht von einer Verdunkelung ihres Gemüts, das Leben.