Inzwischen ist bei mir richtig Spannung aufgekommen. Max ist nun fast der Ideengeber der ganzen Sache. Aber ich vermute, dass Paula nach weiteren Nachforschungen Adils Onkel Bescheid gibt..
Die Eltern regen mich total auf. Dafür, dass der Vater so viele Semester Psychologie studiert hat, versteht er reichlich wenig von Kindeserziehung/Konfliktlösung. Da wäre ich an seiner Stelle doch mal in die Tiefe gegangen und hätte mir überlegt, warum das Kind so handelt, aber besonders reflektiert scheinen beide Eltern nicht...
Ich werde jetzt das Ende lesen gehen

'Regionalexpress' - Seiten 138 - 200
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Ich muss gestehen, dass ich die Eltern soo schlimm nun nicht finde. Natürlich, sie sind extrem (und nebenbei ganz schön verstrahlt) aber da gibt es in meinen Augen wirklich Schlimmere. Immerhin geben sie ihren Kindern viele Freiheiten und drängen ihnen ihren Glauben nicht auf. Das ist vor allem bei strenggläubigen Christen meist sehr anders gelagert.
Ich bin auch der Meinung, dass man in dem Alter von Paula und Max nicht mehr permanent Ansprechpartner und Seelendoktor spielen muss - zumal dann nicht, wenn, wie hier von Max, überhaupt kein Interesse signalisiert wird. "Die Eltern müssen sich mehr kümmern" sehe ich in jedem Fall nicht zwangsläufig so: Die Kinder sind (fast) erwachsen und es ist an der Zeit, sie loszulassen.
Ich sehe die Schuld daher auch ganz allein bei Max. Er hat sich verrannt; ich sehe ihn von keiner Seite in eine Richtung gedrängt - das ist alles ganz allein seine Schuld.Dass Adil Buraks Neffe ist habe ich in diesem Abschnitt erst mitbekommen. Hätte man das vorher rauslesen können? Dann ist es Müdigkeitsdemenz
Hat mich in jedem Fall überrascht.
Bei Adil zeigt sich nun langsam mehr Zweifel an der ganzen Sache, während Max sich total reinsteigert. Mir ist noch nicht ganz klar, was er sich von dem Attentat erwartet. Meist haben solche Attentate ja bestimmte Ziele mit Symbolcharakter; hier scheint das alles noch recht austauschbar und beliebig gewählt. Ich wüsste gerne genauer, was er sich dabei denkt/ erhofft, glaube aber, dass da nicht viel hinter ist.
ich glaube, es ist so, wie ich es schon empfunden habe, als er Adil geholfen hat: Hauptsache Konfrontation - auf welcher Seite ist zweitrangig.
Ich vermute, bei Max ist es reine Lust/ Sucht am Zerstören.Mehr kann ich zu dem Abschnitt noch nicht schreiben, bin noch nicht ganz durch
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Zitat
Original von Johanna
Bei Adil hab ich auch eher das Gefühl, daß er eine Art "Mitläufer" ist - das ganz typische für Jugendliche in dem Alter.
Hauptsache mitmachen, dabeisein, kein Außenseiter sein.
Daher auch alles mitmachen, egal wie sehr ihm das selber gegen den Strich geht.Dazu noch der extreme Einfluß, da fällt es ihm besonders schwer, sich abzugrenzen.
Ich finde Adil ganz hervorragend geschildert, muss ich sagen.
Wie Johanna denke ich auch, dass er einfach nur Mitläufer ist und in seinem Inneren stark zweifelt. Aber komm da mal wieder raus.Und ich könnte mir vorstellen, dass er bei der Sache mit Tonka (die ich wirklich schlimm fand ;-() manipuliert hat. Ich glaube nämlich nicht, dass dieser Sprengstoff, mit dem die wirklich großes Unheil anrichten wollen, nur Fell verbrennt.
Wenn das geklappt hätte, wäre der Hund Hackfleisch, daher glaub ich fast, dass Adil da irgendetwas gemacht hat ... Was es jetzt nicht besser macht, würde aber zu ihm passen.
Er will zwingend dabei sein ... aber dann auch wieder nicht ... aber nicht dann auch wieder nicht wirklich.Vielleicht ist Adil einfach schon eine Stufe weiter als Max und denkt wieder ein bisschen mit seinem eigenen Kopf.
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Original von Midnightgift
Die zwei Äußerungen von Karim ob er Max trauen kann, sind mir zu wenig als Anzeichen dafür, dass es eine ernste Angelegenheit wäre. Alle passen auf, dass nichts auffliegt. Und ein Junge der so gut einen Monat dabei ist, wohnt da, wird in "Geheimnisse" eingeweiht und erhält eine ziemlich wichtige Rolle in dem Vorhaben.Das allerdings ist gar nicht so ungewöhnlich.
Es ist bei "kleineren" Terroranschlägen nicht selten so, dass die Selbstmörder,die an allererster Front, frisch Konvertierte sind. Kemper erwähnt das ja irgendwo mal, und das ist auch in der Realität oft so geschehen.
Die "Neuen" sind halt noch sehr begeistert und haben noch nicht wieder begonnen, selbstständig zu denken, sondern konzentrieren sich zu sehr auf ihren neuen Glauben. dazu denken sie, ihrer neuen Familie etwas schuldig zu sein und wollen auf gar keinen Fall riskieren, wieder ausgegrenzt zu werden. Daher tun sie oft alles, sind ganz dankbare Opfer für die Drahtzieher (denen selten ein Haar gekrümmt wird).Nun gut, natürlich ist das in der Realität eine Sache von Wochen statt Tagen, aber das würde einen schnellzugigen Roman nur unnötig in die Länge ziehen und ausbremsen.
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Zitat
Original von Mulle
Ich muss gestehen, dass ich die Eltern soo schlimm nun nicht finde. Natürlich, sie sind extrem (und nebenbei ganz schön verstrahlt) aber da gibt es in meinen Augen wirklich Schlimmere. Immerhin geben sie ihren Kindern viele Freiheiten und drängen ihnen ihren Glauben nicht auf. Das ist vor allem bei strenggläubigen Christen meist sehr anders gelagert.
Ich bin auch der Meinung, dass man in dem Alter von Paula und Max nicht mehr permanent Ansprechpartner und Seelendoktor spielen muss - zumal dann nicht, wenn, wie hier von Max, überhaupt kein Interesse signalisiert wird. "Die Eltern müssen sich mehr kümmern" sehe ich in jedem Fall nicht zwangsläufig so: Die Kinder sind (fast) erwachsen und es ist an der Zeit, sie loszulassen.
Ich sehe die Schuld daher auch ganz allein bei Max. Er hat sich verrannt; ich sehe ihn von keiner Seite in eine Richtung gedrängt - das ist alles ganz allein seine Schuld.
...So wie ich es herausgelesen habe kam die Erleuchtung bei der Mutter aber schon viel früher, sie sind ja wohl auch deswegen ( häufig?) umgezogen. Jetzt in dem Alter spielt das sicherlich keine Rolle mehr, aber wenn man im Kindesalter solche einschneidenen Veränderungen erlebt, dann ist das ( denke ich mal ) schon schwierig. Und da sehe ich auch den Unterschied zu den Christen. Sicherlich drängen die Eltern den Kindern den Glauben irgendwie auf bzw. leben ihnen den Glauben vor, aber das ist meines Erachtens kontinuierlich und daher nicht so einschneidend, weil die Kinder das so kennen.
Letztendlich ist Max wirklich selbst Schuld, vor allen Dingen in dem Alter. Und meiner Meinung nach ist auch ein intaktes Elternhaus keine Garantie für problemlose Kinder.
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Also das Erzähltempo und die Tiefe waren für mich okay. Dass Max gleich so einbezogen wird, und gleich mit nem Attentat betraut wird, ist allerdings im nachhinein betrachtet schon etwas merkwürdig, denn die wissen dcoh noch gar nicht, ob sie ihm richtig trauen können.
Die Sache mit Tonka fand ich nur schrecklich, ich bin aber froh, dass der Hund durchgekommen ist!!
Was mir insgesamt fehlt, sind die islamischen Aspekte - es wird nie geschildert, wie so ein Gottesdienst in ner Moschee abläuft oder sowas! Da hätte ich mir mehr Einblicke erwartet.
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Den dritten Abschnitt habe ich heute endlich beenden können.
Die Zusammenhänge zwischen Max sowie Adil und Karim sind etwas schwammig. Einerseits habe ich immer das Gefühl, dass Max gar nicht wirklich zur Gruppe gehört, also auch hier eher der Außenseiter ist (der letztendlich aber von der Gruppe um Mohammad für deren Zwecke missbraucht wird) - z.B. in der Szene, wo er unverhofft vor Karims Tür steht und plötzlich gar nicht willkommen ist, oder als Karim ihn vorzeitig wegschickt, um mit Adil allein zu sein - andererseits akzeptieren sie seine Umsetzung des "Plans" oder den "erste Versuch" mit dem Hund, ohne dies in irgendeiner Weise zu hinterfragen. Diese Szene war einfach grausam - und irgendwie passt es nicht wirklich in das Bild, dass ich bisher von Max hatte.
Dass er als frisch konvertierter Mohammad-Anhänger direkt in solch ein großes Vorhaben wie einen Anschlag eingebunden werden soll, ist seltsam und widerspricht eigentlich auch dieser ganzen "Geheimniskrämerei" (die Gruppe kann doch nach so kurzer Zeit nicht wirklich ausschließen, dass er sie nicht auffliegen lässt; er könnte theoretisch ja auch ein verdeckter Ermittler oder so sein). Dass Max sich bereits voll in der muslimischen Gemeinde integriert hat und den Glauben tatsächlich lebt, kommt (abgesehen von seinen inneren Gefühlen) im Verlauf der Geschichte gar nicht mehr zur Sprache (und ich zweifel auch daran, dass dem so ist).Paula löst sich inzwischen immer mehr von Adil, auch wenn sie ihn nicht wirklich vergessen kann. Sie vertieft sich ganz in die Arbeit mit den Pferden und in ihre Aktivitäten rund um die Demos gegen Atomkraft. Auch sie möchte weiterhin aus ihrer Familiensituation ausbrechen und hält an ihrer Wunsch-Ausbildung fest.
Auch Kemper lässt langsam seine Trauer hinter sich und findet doch noch eine gemeinsame Ebene mit seinem Neffen. Die Ermittlungsarbeiten in Sachen Mohammad und dessen Anhänger passieren allerdings "im Hintergrund", d.h. Kemper nimmt nicht wirklich daran teil (bis auf seine regelmäßigen Gespräche mit Burak, die ja nicht nur Arbeit für ihn bedeuten). Ich hätte mir in seinem Teil doch eher einen thematischen Gegenpart gewünscht - nämlich eine Beschreibung der Polizeiarbeit, die parallel zu den Geschehnissen um Max abläuft. Letzteres kommt meines Erachtens in der Geschichte bisher zu kurz.
Ich bin nun gespannt auf den nächsten Abschnitt...
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Bin zwar noch nicht ganz durch mit diesem Abschnitt, muss aber trotzdem schon mal was loswerden.
Also ich bin ja ziemlich geschockt, dass Max jetzt die Initiative ergreift und solche Vorschläge bringt, wie den Sprengstoff an einem Hund zu testen. Ich bin zwar kein ausgesprochener Tiernarr, aber ich bin generell gegen Tierquälerei. Bis jetzt hatte ich fast etwas Mitleid mit Max, dass er und Paula solche Eltern haben, aber im Moment wandelt sich mein Mitleid in Zorn.
Muss jetzt unbedingt weiterlesen.
Viele Grüße
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Wow, durch diesen Abschnitt bin ich ja richtig geflogen... Das Lesen ging wirklich sehr, sehr schnell - manchmal sogar etwas zu schnell, wie ich finde. Wirklich berührt hat mich aber nicht vieles, ich bin immer noch so verzweifelt wegen dieser "Tonka-Sache"
Da könnte ich mich richtig in Rage reden, aber ich denke, es sind ja mittlerweile auch genug Leute darauf eingegangen. Manko daran ist halt, dass ich das Buch dann nicht guten Gewissens weiterempfehlen kann, besonders nicht an Tierfreunde. Würde ich das Buch z.B. meiner Mutter empfehlen und das mit dem Hund ihr vorher nicht erzählen, wäre sie stocksauer auf mich, weil sie so etwas gar nicht lesen wollen würde. Würde ich es ihr im Vorhinein erzählen, was passiert, würde sie dankend ablehnen und das Buch gar nicht erst lesen wollen.
Ich weiß nicht, ob sie Frau Hammer da nicht eventuell etwas "zu viel zugetraut" hat. Mir wäre es lieber gewesen, diese Szene wäre weggelassen worden - man hätte auch so ganz gut Max und seine AttenTATEN nachvollziehen können, bzw. nicht nachvollziehen.ZitatOriginal von Groupie
Warum sie dann nicht auf ne streunende Katze oder so ausgewichen sind, versteh ich nicht ganz.
Was würde das denn für einen Unterschied machen?ZitatOriginal von Sabine Sorg
Ich bin zwar kein ausgesprochener Tiernarr, aber ich bin generell gegen Tierquälerei.
Ich bin übrigens kein ausgesprochener Menschenfrend, aber ich bin trotzdem generell gegen Kinderarbeit... -
Original von Groupie
Warum sie dann nicht auf ne streunende Katze oder so ausgewichen sind, versteh ich nicht ganz.[/quote]
Was würde das denn für einen Unterschied machen?ZitatOriginal von Sabine Sorg
Ich bin zwar kein ausgesprochener Tiernarr, aber ich bin generell gegen Tierquälerei.
Ich bin übrigens kein ausgesprochener Menschenfrend, aber ich bin trotzdem generell gegen Kinderarbeit... ;-)[/quote]Hallo Baby_Tizz,
ich weiß zwar nicht was Dein Kommentar mit Menschenfreund und Kinderarbeit mit meinem Kommentar zu tun hat, aber ich habe meinen Kommentar ernst gemeint. Ich kann es auch noch anders ausdrücken, ich bin gegen jegliche Qälerei von Lebewesen seien es nun Tiere oder Menschen.
Nun mein Kommentar zu diesem Abschnitt, den ich jetzt beendet habe.
Die einzige vernünftige Person der Familie scheint Paula zu sein. Sie steht allein auf weiter Flur.
Kemper scheint ganz langsam seinen Schmerz zu akzeptieren bzw. verarbeiten zu können. Er scheint sich auch besser mit seinem Neffen zu verstehen, wovon beide zu profitieren scheinen.
Die Spannung steigt immer weiter, deshalb mache ich schnell weiter.
Viele Grüße
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Zitat
Original von Baby_Tizz
Manko daran ist halt, dass ich das Buch dann nicht guten Gewissens weiterempfehlen kann, besonders nicht an Tierfreunde. Würde ich das Buch z.B. meiner Mutter empfehlen und das mit dem Hund ihr vorher nicht erzählen, wäre sie stocksauer auf mich, weil sie so etwas gar nicht lesen wollen würde.Versteh ich ehrlich gesagt nicht.
Ein Thriller hat es an sich, dass es Opfer gibt. So sehr ich Hunde liebe (meiner ist mir so lieb wie ein weiteres Kind) geht mir die Szene nun nicht näher als wenn ein lieber Mensch gequält wird.Die Szene war in meinen Augen nötig, um die Skrupel, bzw. nicht mehr vorhandenen Skrupel zu zeigen; um klar zumachen: Die machen vor nichts mehr Halt.
Da braucht es ein Opfer. In dem Fall war es halt mal ein Hund statt eines Menschen.Eine steunende Katze dafür hernehmen? Ich stelle mir gerade vor, wie jemand versucht, hochexplosiven Sprengstoff einer Katze umzubinden ...
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Zitat
Original von Mulle
Versteh ich ehrlich gesagt nicht.
Ein Thriller hat es an sich, dass es Opfer gibt. So sehr ich Hunde liebe (meiner ist mir so lieb wie ein weiteres Kind) geht mir die Szene nun nicht näher als wenn ein lieber Mensch gequält wird.Die Szene war in meinen Augen nötig, um die Skrupel, bzw. nicht mehr vorhandenen Skrupel zu zeigen; um klar zumachen: Die machen vor nichts mehr Halt.
Da braucht es ein Opfer. In dem Fall war es halt mal ein Hund statt eines Menschen.
Das sehe ich auch so. Ein Opfer mußte her - und dann doch lieber ein Tier statt eines Menschen (und ich liebe unsere Katze). -
Ich gebe zu, daß ich derartige Szenen dann nur grob überfliege, aber nicht detailversessen lese
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Original von Belle Affaire
Die Sache mit Tonka fand ich nur schrecklich, ich bin aber froh, dass der Hund durchgekommen ist!!
Woher wissen wir ob Tonka durchgekommen ist? Im Buch verschwindet sie nur brennend im Wald... oder ist das ein Spoiler?
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So nun bin ich auch mit dem dritten Abschnitt durch...
Max: Ich finde es auch reichlich merkwürdig, dass er kurz nach seinem Übergang zum Islam schon mit einem Attentat betraut wird. Oder es ist eine Art Aufnahemritual. Aber das kann ich mir mittlerweile nicht mehr vorstellen, da ja schon 3 Mitglieder verhaftet wurden und sich die Schlinge enger zieht.
Die Sache mit Tonka regt mich einfach nur auf. Max bekommt doch gar nix mehr mit oder? Da ist ja selbst Adil noch mitfühlender. Und ich denke mittlerweile auch, dass Adil von schweren Zweifeln beherrscht wird. Immerhin wurde er von Karim schon zu einem Gespräch da behalten... Ich bin gespannt wie es weiter geht.
Paula: Hier kann ich wieder die Eltern nicht verstehen. Warum unterschreiben sie den blöden Vertrag nicht? Lieber gehen sie ein weiteres Risiko ein auch ihr zweites Kind zu vergraulen. Ist ja immerhin nichts unsinniges sondern zukunftsweisend.
Ich hoffe, dass sie noch irgendwie dazu beitragen kann wenigstens Adil zu bekehren. Bei Max ist da ja nicht mehr viel zu machen...
Kemper: Na endlich hat er es verstanden! Aber wahrscheinlich viel zu spät... Immerhin hätte er mitten in den Ermittlungen stecken können, aber nun ist es dafür zu spät. Seine Kollegen haben das Vertrauen verloren und ich kann das gut nachvollziehen...
Mit dem Kleinen scheint er ja nun auch einen Weg gefunden zu haben. Am Anfang hätte ich ihn für sein Verhalten dem Kleinen gegenüber einfach nur eine rechts und links geben können
So nun bin ich aber mal auf das Finale gespannt. Würde das Buch aber auch eher beim Drama einsortieren...
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Original von Johanna
Hmm, entgegen der meisten Meinungen hier empfinde ich gerade diese Art der Erzählweise bei diesem Buch als sehr angenehm.
Ich habe nicht das Gefühl, daß etwas fehlt - im Gegenteil - ich finde es so sogar noch eindringlicher, eben weil ein Teil der Handlung und Verhaltens - und Denkweisen der Protagonisten im Kopf stattfindet.
Da dann einfach mehr bewegt, als wäre jedes kleine Detail beschrieben.Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen. Ich finde diese reduzierte Erzählweise sehr intensiv. Über Andeutungen mache ich mir mehr Gedanken, als wenn alles vorgekaut wird. Die Geschichte arbeitet im Kopf weiter.
Dass Max so schnell in die Terrorpläne eingeweiht wird, hat mich nicht sonderlich überrascht, genau für diese Zwecke hat man ihn ja rekrutiert, warum nicht die anfängliche Begeisterung nutzen, bevor max doch noch über dein tun reflektiert.
Adil finde ich auch unheimlich spannend, seine Zerrissenheit ist förmlich zu spüren. Auch ich hatte in bezug auf Tonka den Gedanken, den Mulle schon äußerte: hat Adil sie vielleicht gerettet? Wird Adil stark genug sein, Menschen zu retten, indem er sich doch noch entgegenstellt? Ich wünsche es mir, doch aufgrund des ersten kapitels, in dem Max sich als Mörder bezeichnet, glaube ich eigentlich nicht an ein gutes Ende.
Besonders berührt hat mich in diesem Abschnitt das letzte Kapitel, in dem Kemper langsam aus seiner Trauer auftaucht, sein Schmerz immer noch spürbar, aber er kann langsam anfangen, ihn zu verarbeiten, und er kann sich langsam die Zuwendung zu Schwester und Neffen wieder zulassen. Gänsehaut im negativen sinn verursacht mir allerdings die Vorstellung, dass er ohne es zu wissen, die geplanten Tatorte nachbaut.
Ich hoffe, in den nächsten Tagen noch ein wenig Lesezeit abzweigen zu können, da ich das Buch eigentlich am liebsten in einem Rutsch lesen würde. Leider ist der Umzug zeitintensiver, als ich mir je ausgemalt hätte.
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Also ich finde die Erzählweise aus den 3 Blickwinkeln auch sehr interessant. So kann man eine Geschichte aus 3 Perspektiven erleben.
Aber irgendwie bekommt die Geschichte nur 4/5 Punkte. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hat sie mich nicht 100 % überzeugt. Hat noch jemand ein ähnliches Gefühl und kann es besser beschreiben?
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Kemper gewinnt langsam deutlich an Sympathie. Er lernt, mit seiner Trauer umzugehen und dass er sich langsam dem kleinen Tom öffnet, seine Begeisterung für Züge teilt und mit ihm die kleine Miniatur-Lok-Welt aufbaut ist sehr berührend.
Max triftet immer mehr ab. Sein Verhalten ist sehr provokativ und wirklich überzeugend von der Autorin dargestellt. Mir tun Paula und sogar die Eltern leid, obwohl diese ja wirklich selbst auch sehr absonderlich in ihrer eigenen Welt leben.
Adils Hin-und Hergerissen-Sein ist glaubhaft und man kann sich gut vorstellen, dass ein so junger Mensch nach dem richtigen Weg sucht. Einerseits erscheint er weltoffen, Paula zugewandt, dann wieder sehr Islam-geprägt. Ich kann mir Adil nicht wirklich als überzeugter Attentäter vorstellen, nicht mal als Mitläufer, Max hingegen schon!
Der nächste Abschnitt verspricht spannend zu werden...!
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Original von Sabine Sorg
Also ich bin ja ziemlich geschockt, dass Max jetzt die Initiative ergreift und solche Vorschläge bringt, wie den Sprengstoff an einem Hund zu testen. Ich bin zwar kein ausgesprochener Tiernarr, aber ich bin generell gegen Tierquälerei.Da kann ich nur zustimmen. Diese Szene finde ich auch heftig und die Vorstellung, dass dieser als so zutraulich und liebevoll beschriebene Hund so gequält wird und wirklich am Ende brennt hat mir so gar nicht gefallen....
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Endlich komme ich auch hier zum posten:
- Paula traut sich nun auch, ihren Eltern die Meinung zu sagen, was sie von ihnen und ihrer Esoterik hält.
Außerdem möchte sie unbedingt die Ausbildungsstelle bei Röder, aber ihre Eltern stimmen nicht zu.
Die Eltern kriegen wohl gar nichts mehr mit. Sie möchten, dass Paula mit Max redet und sehen nicht, dass sie ja auch nicht an ihn rankommt. Ich finde, sie können sowas auch nicht an Paula abschieben. Es ist schließlich ihr Geld, das Max gestohlen hat und sein Verhalten zum Teil auch ihre Schuld und nicht Paulas.- Max überlegt so kalt, wie er vorgehen will, und wo man die meisten Menschen erwischt.
Er ist so abweisend zu allen, auch zu Paula. Sie hat sich Sorgen um ihn gemacht, wo er tagelang war und er weist sie immer nur ab und verletzt sie.
Auch was er mit der armen Tonka angestellt hat, fand ich krassDer arme Hund
Aber was aus ihr wurde, hat man nicht erfahren oder? Zumindest in diesem Abschnitt? Aber wahrscheinlich ist sie wohl gleich gestorben
Aber Max kommt auf diese kranke Idee und danach nennt er ihn den "armen Hund"? Ich hab mich gewundert, wie er die Aktion nur so kalt durchziehen kann.
Mir kommt es so vor, als würde Max alles auf einmal in die Hand nehmen. Das wirkte auf mich befremdlich, wo er doch eigentlich der "Neue" in deren Glaubensgemeinschaft ist.
Aber gleichzeitig hat er Gewissensbisse und kann das Wort "Bombe" nicht aussprechen und umschreibt es immer.- Kemper kauft für seinen Neffen einen Modelleisenbahn-Zug und dann auch noch eine Brücke und spielt mit ihm stundenlang. Zum ersten Mal seit dem Tod seiner Frau hat sein Schmerz nachgelassen. Sieht so aus, als täte der "nervige Neffe" ihm jetzt doch gut. (Da wurde auch mal das Minieatureisenbahnmuseum in Hamburg erwähnt. Da war ich auch schon mal :chen)
In der Arbeit fühlt er sich als Versager auf der ganzen Linie. Er geht eigentlich nur noch hin um mehr oder weniger seine Zeit abzusitzen. Ob sich das noch ändern wird? Der arme tut mir ja richtig leid, wie sie ihn ausschließen und ihm nur noch kleine unbedeutende Arbeiten hinlegen.Agnes, ich hätte noch eine kleine Anmerkung für spätere Auflagen: Auf Seite 186 hat sich ein Tippfehler eingeschlichen. Einmal müsste das wort Ich durch ist ersetzt werden (den Satz kann ich leider grad nicht zitieren, weil ich das Buch grad nicht da hab).
Bin gespannt wie der letzte Abschnitt ist und das Buch ausgeht