Die Kinder aus Nr. 67 Band 04 War Paul schuldig? / Als ich wiederkam von Lisa Tetzner

  • Hier ist nun der 4. Band von Lisa Tetzners Kinderodyssee "Die Kinder aus Nr. 67":


    Die Kinder aus Nr. 67 Band 04 - War Paul schuldig?/ Als ich wiederkam von Lisa Tetzner


    Kurzbeschreibung
    Lisa Tetzners große »Odyssee einer Jugend« beginnt 1931 mit den Kindern eines großen Berliner Mietshauses, die wie Pech und Schwefel zusammenhalten. Im letzten Band erleben wir Hans Suter, Sohn eines Schweizer Konzert-geigers, wie er auf abenteuerliche Weise den deutschen Juden Lukas und den Franzosen Pascal in die Schweiz bringt. Den Weg in die Schweiz findet auch Paul Richter, der ehemalige Hitlerjunge, der die Schrecken von Krieg und Terror selbst erfahren hat. Außerdem begegnen wir Erwin wieder, der über England nach Deutschland zurückkehrt und das Haus Nr. 67 zerbombt vorfindet. Das Buch wirft ein positives Licht auf die »neuen« Menschen, die sich gegen Krieg und Diktaturen zu wehren wissen.


    Eigene Meinung und Beschreibung:


    Im ersten Band - War Paul schuldig? - begleiten wir Hans Suter, Pascal und Lukas auf ihrer abenteuerlichen Reise zurück in die Schweiz. Denn im besetzten Frankreich ist in den letzten Tagen die Hölle los, die Suters bekamen keine EInreisegenehmigung für den Adoptivsohn Lukas , die Kinder werden von den Erwachsenen getrennt usw. Hans weiß sich keinen Rat mehr. Er schlägt sich mit dem verletzten Pascal und dem immer noch kränkelnden Lukas zu seiner alten Kinderfrau in die Alpen durch. Von dort gehen die Kinder über den gefährlichen Weg über die Bergpfade in die Schweiz. Auch Paul erlebt die letzten Kriegstage - in Berlin. Er verliert während eines Bombenangriffs seine Familie und gerät immer mehr in Gewissenskonflikte über die Taten die er als Hitlerjunge erlebte und mitmachte. Schliesslich flieht er - mit seinen Kaninchen im Gepäck und dem neuen Freund Sergej (ein geflüchteter Russe) in Richtung Schweiz, zu der Adresse, die ihm sein früherer bester Freund nannte.


    Im zweiten Band - Als ich wiederkam - handelt die Geschichte wieder von Erwin Brackmann, der sich inzwischen den Partisanen angeschlossen hat und gegen das Hitler-Regime kämoft. An der Seite seines Freundes Mikolai und einem weiteren neuen Freund Lloyd (ein englischer Soldat) landet er schliesslich wieder in Deutschland. In Berlin trifft er auf das zerstörte ehemalige Heimatland und die völlig desillusionierten ehemaligen Spielkameraden - die ihn aber nun als Feind betrachten, und nicht einsehen können das sie furchtbar getäuscht worden sind und alles verloren ist.


    Ein ganz starker Band der Reihe. Der Gewissenskonflikt des Jungen Paul, seine Gefühle einerseits "voll dabei" gewesen zu sein, andererseits seinen alten Freund Erwin nie vergessen zu haben (und dem was er mit seinem grossen Gerechtigkeitssinn immer sagte) ist sehr gut dargestellt. Auch das er von den anderen HJ-Jungen eigentlich nie akzeptiert wurde (von wegen "schon 16 Jahre alt und meldete sich noch immer nicht an die Front", macht nie so wirklich mit bei den Aktionen), weil er eben im Kopf trotz allem immer noch zweifelt ist mitreissend erzählt. Dann der Tod der Familie, das zerstörte Berlin, Pauls Flucht vor ....allem und auch sich selbst.
    Ebenso ergeht es einem bei Erwin. Er kämpft gegen das Regime, aber auch gegen die eigenen Landsleute (andererseits ja auch wieder FÜR diese....) und früheren Spielkameraden. Und als er auf diese trifft, will er einfach nur wieder "der Erwin" sein - der Kamerad von früher. Aber die Uhren haben sich weitergedreht. Der Band macht sehr nachdenklich und es gibt viele Dinge zu bereden, wenn man das gelesen hat.

    "We are ka-tet...We are one from many. We have shared our water as we have shared our lives and our quest. If one should fall, that one will not be lost, for we are one and will not forget, even in death."Roland Deschain of Gilead (DT-Saga/King)