Der aus den Docks - Abenteuer im Hafen - Mario Giordano

  • Hallo,
    ich möchte euch ein Buch vorstellen, das Hundefreunde von ca. 11 an aufwärts gefallen könnte. Mir gefällt es sehr gut.


    Der aus den Docks - Abenteuer im Hafen von Mario Giordano


    Über den Autor:
    Mario Giordano wurde 1963 in München geboren, studierte Philosophie und Psychologie in Düsseldorf. Seit 1992 schreibt er Kinder- und Jugendgeschichten, vor allem Abenteuerliches, und Drehbücher fürs Kinderfernsehen. In seinen Geschichten geht es immer um Freundschaft und Zusammenhalt. Mario Giordano ist leidenschaftlicher Flieger und reist für sein Leben gerne, auf jede Art und Weise. Als Sizilianer liebt er besonders heiße, trockene Landschaften und Länder, in denen die Sonne regiert.


    Klappentext des Buches
    Matthias und Alex retten einen Hund aus der Elbe vor dem Ertrinken. das Geheimnis um den halb toten Bullterrier reißt beide Jungen in den Sog lebensgefährlicher Abenteuer. Es geht um die Feindschaft zweier Brüder, um Liebe, Freundschaft, skurrile Typen in der Hafengegend und finstere Machenschaften in den Docks.
    Giordano fasziniert seine Leser mit einer brillanten Milieuskizze, knallhart und zärtlich, die zugleich Krimi und Lovestory ist.


    Eigene Inhaltsangabe und Meinung:
    Matthias (13 Jahre alt) ist ein Junge, der im Kiez, mitten in St. Pauli wohnt. Finanziell siehts bei ihm zuhause nicht grade rosig aus, aber seine Familie ist okay. Eher normale Verhältnisse - trotz der "miesen" Gegend. Sein Vater schippert eine Barkasse über die Elbe, der Opa ist Friseur. Auch Matthias muß mithelfen und auf der Lütte Deern für die Touristen und Ausflügler Seemannslieder auf dem Akkordeon dudeln.
    Alex (auch 13) kommt aus einer reichen Familie (Hamburg Eppendorf). Doch bei ihm zu Hause ist es deshalb nicht wirklich toll. Die Eltern interessieren sich scheinbar nur für ihn , sein großer Bruder Kai kann machen was er will, den Eltern ist nie was gut genug. So war es wohl schon immer. Und deshalb ist Kai eben nun wie er ist und Alex und Kai sind Feinde, was aber sicher nicht an Alex liegt. Zu Alex`Familie gehört auch noch seine Adoptivschwester Rachma, die den ruhenden Pol in der Familie bildet (oder es zumindest versucht).
    Alex ist ein Sonderling, ein "komischer Kauz, was ihn mir sofort sympathisch macht (ich bin selber eher so`n Eigenbrötler).
    Die beiden Jungs kennen sich zwar vom sehen, aber eines Tages führt das Schicksal sie dann zusammen. Alex flüchtet vor dem großen Bruder Kai auf die Barkasse von Matthias` Vater und so verbringen die beiden Zeit zusammen. Da bemerken sie wie ein Hund - ein Bullterrier - völlig entkräftet in der Elbe um sein Leben kämpft und paddelt. Sie retten den Hund, der nicht nur völlig erledigt ist, sondern auch viele Verletzungen hat und bringen ihn zum Tierarzt. Alex nimmt den Hund mit nach Hause. Doch auch Matthias will sich um Otto - so taufen sie den Hund - kümmern. Dementsprechend werden die beiden Jungen zwangsläufig zusammengewürfelt - da sich ja beide um den Hund kümmern. Ausserdem trifft Matthias im Haus von Alex`Familie auf Rachma. Er verliebt sich in sie und zwischen beiden entwickelt sich eine zarte erste Liebe.
    Otto ist kein einfacher Hund - man hat ihm viel angetan und seine Herkunft umweht ein Geheimnis. Und was hat Kai, der große Bruder von Alex damit zu tun? Eines fällt nämlich auf: der Hund reagiert auf das Klicken des Feuerzeugs von Kai. Zufall ? Oder....
    Und was hat es mit den toten Papageien auf sich die in Hamburg rumlagen? Und wer hat Otto verleumdet und ihm den Tod einer Nachbarskatze in die Schuhe geschoben?
    Alex, Matthias und Rachma sind fest entschlossen das Geheimnis zu lüften und kommen schlimmen - sehr schlimmen - Dingen auf die Spur, während sie mit Otto, dem Bullterrier arbeiten und ihm beibringen, ein glücklicher Hund zu sein. Gegen seine Aggressivität (gegenüber Artgenossen) trainieren sie mit dem ablenkenden Ball - und bei all dem wächst die Freundschaft der beiden Jungen und auch die Liebe zwischen Matthias und Rachma fest zusammen. Und natürlich auch mit Otto. Das Tier ist wunderbar echt beschrieben und zeigt nur wieder allzudeutlich, das es immer "das andere Ende der Leine", der Mensch ist, der aus guten Hunden "Bestien" macht.
    Eines Tages wird Otto geklaut..... Alex und Matthias sind den üblen Machenschaften zu nahe auf die Spur gekommen. Sie setzen alles daran Otto zu befreien und dem miesen Treiben ein Ende zu bereiten.
    Doch Rachma hat es vorher vorausgesehen ..... Matthias wird schwimmen müssen. Und einer wird von dieser Reise nicht zurück kommen....................


    Mir hat das Buch super gefallen. Die 189 Seiten vergehen wie im Flug. Sympathische Charaktere (Alex, Otto, Matthias, Rachma). Ein Plädoyer für die Freundschaft und nicht zuletzt für Hunde (und zwar auch die, die im sogenannten "falschen Fell geboren sind" und von Medien verteufelt wurden). Und bei allem bleibt die Frage : Hätte das Schlimmste am Ende nicht doch verhindert werden können? Was wird aus Kai? Und .... wie können Eltern nur so handeln und damit sowas geradezu heraufbeschwören? (Diese gedankenlosen Bonzen hätte ich echt zigmal schütteln können...)


    Es gibt übrigens auch eine Verfilmung des Buches. Die heisst "Der Hund aus der Elbe". Allerdings wurden da viele Dinge verändert. Otto ist im Film kein Bullterrier sondern ein Staffordshire-Terrier. Matthias hat da nur noch Vater und Opa. Und am Ende wird auch nicht gestorben. Ansonsten kann man den Film auch gut ansehen - allerdings weicht es mir als VERfilmung dann doch zu sehr ab (vor allem das Ende).


    Viele Grüße,
    Melanie

    "We are ka-tet...We are one from many. We have shared our water as we have shared our lives and our quest. If one should fall, that one will not be lost, for we are one and will not forget, even in death."Roland Deschain of Gilead (DT-Saga/King)

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