Kurzbeschreibung:
"Es gibt nichts auf der Welt, was dem Menschen so nachdrücklich helfen kann, zu überleben und gesund zu bleiben, wie das Wissen um eine Lebensaufgabe" - so lautete das Credo des weltberühmten Psychiaters Viktor E. Frankl und Begründers der Dritten Wiener Richtung der Psychotherapie, der Logotherapie.
In seinen hier erstmals vorgelegten Erinnerungen und Reflexionen beschreibt Viktor E. Frankl seine Kindheit und Jugend in Wien und seine Tätigkeit als junger Nervenarzt zwischen den beiden Weltkriegen. Er schildert die Auseinandersetzungen mit Sigmund Freud und Alfred Adler und ihren Einfluss auf die Logotherapie. 1945 gehört er zu den wenigen die das Konzentrationslager Auschwitz überlebt haben und kehrt nach Wien zurück. Diese autobiographische Skizze seines Lebens enthält zahlreiche bisher unveröffentlichte Ausführungen zur Entstehung der Psychoanalyse und ihrer verschiedenen Richtungen. Darüber hinaus ist das Buch ein bewegendes Zeugnis europäischer Zeit- und Geistesgeschichte.
Meine Meinung:
Auf 114 Seiten erzählt Viktor E. Frankl in assoziativer Weise aus seinem bewegten Leben. Dieses autobiographische Büchlein, Nummer 31 in der Veröffentlichungsliste Frankls, erschien anlässlich seines 90. Geburtstages 1995. Einiges von dem Erzählten kannte ich bereits aus der sehr empfehlenswerten Biographie „Das Leben wartet auf Dich“ (von Haddon Klingberg), dennoch war das Lesen sehr interessant und auch immer wieder einmal berührend, etwa wenn Frankl auf seine Deportation und die Zeit in den KZs eingeht und wie er in dieser furchtbaren Zeit seine erste Frau verliert. Aber auch seine Logotherapie findet natürlich Erwähnung, ebenso seine Kontakte zu Freud und Adler in seiner Anfangszeit zunächst als Schüler und dann bereits als Student. Darüber hinaus erfährt man auch Privates, zB über seine größte Leidenschaft – das Klettern.
Viktor E. Frankl verstarb hochbetagt nach einem sinnstiftenden Leben im Jahre 1997.