Der Reiter vom Baikalsee – Bernard Clavel

  • Verlag: Reader's Digest
    Taschenbuch: 140 Seiten


    Originaltitel: Le Cavalier du Baikal


    Kurzbeschreibung:
    In wenigen Stunden soll Sadko, ein junger Krieger vom Baikalsee, sterben, weil er die Fähigkeiten des alten Stammesführers angezweifelt hat. Doch Sadko steht nicht allein. Eine Gruppe von Freunden bereitet den Auszug aus der Heimat vor. Gemeinsam wollen sie im tiefen sibirischen Winter in den unbekannten Westen aufbrechen. Eine lange Reise führt sie zu den Helvetiern, die mit einem unerbittlichen Gegner ringen: Gaius Julius Cäsar.


    Über den Autor:
    Bernard Clavel, Jahrgang 1923, veröffentlichte mehr als 50 Bücher, die in 20 Sprachen übersetzt wurden. Einige erhielten Auflagen von mehreren Millionen alleine in Frankreich. Er erhielt zahllose literarische Auszeichnungen, darunter den renomierten französischen Prix Concourt.


    Mein Eindruck:
    Bernard Clavel erzählt von Sadko, einen jungen Krieger, der sich mit einiger Gefolgschaft von seinem Stamm in der Taiga abspaltet. Auf seinem Hengst Navra, ein großer und stolzer Tarpan, führt er den kleinen Trupp über Jahre durch die Steppe. Es gibt Gefahren durch Verfolger, später durch einen Bärenangriff, dann überraschenderweise durch Wasserfluten, die die Jurten des Stammes umreißen und die Menschen mitreißen.


    Schließlich schließen sie sich den Helvetier an und geraten während des Gallischen Krieges in die Kämpfe gegen Julius Cäsar. Höhepunkt wird die Schlacht, bei der Cäsars Legionen die Helvetier endgültig unterwarfen. Die Beschreibungen der Schlacht sind eindrucksvoll und zeigen die Erbarmungslosigkeit des Krieges auf beiden Seiten.


    Clavel schwelgt in stimmungsvollen Landschaftsbeschreibungen und besitzt einen zugänglichen, leicht lesbaren Stil. Manchmal etwas zu gefällig. Auch ist der Roman nicht frei von Sentimentalität, wenn auch nur in einem geringen Maße.
    An manchen Stellen hätte ich mir eine etwas gebrochenere Hauptfigur gewünscht. Sadko ist immer Mutig und ohne Zweifel, bis zu dem Zeitpunkt als er von den Greueltaten im Krieg angeekelt wird. Aber das erfolgt erst kurz vor der entscheidenden Schlacht, als nicht mehr viel zu beeinflussen ist.


    Leider habe ich nur die gekürzte Reader´s Digest-Ausgabe von „Der Reiter vom Baikalsee“ gelesen, doch ich habe nicht das Gefühl, dass entscheidendes fehlt.


    Insgesamt kann man zufrieden sein, da der kurze Roman dann doch ein paar gute Lesestunden schenkt und eine Entwicklung zeigt. Das gibt 7 von 10 Punkten.