Schwarzer Schwan - Horst Eckert

  • Zum Inhalt:


    Hanna Kaul, Investmentbänkerin der RheinBank, steht kurz vor dem Karrieresprung. Sie hat die Übernahme eines börsenorientierten Unternehmens vorbereitet, was der Bank Milliarden einbringen würde. Doch dann lässt der Vorstand den Deal platzen. Als wäre dies nicht schlimm genug, findet sie heraus, dass sie ausspioniert wurde. Dann verschwindet auch noch ihre 15jährige Nichte und Hannas Welt bricht entgültig zusammen…


    Dominik Roth arbeitet im Betrugsdezernat und ist damit unzufrieden. Als dann eine Lobbyistin der deutschen Börse auf offener Straße erschossen wird, wird er als Verstärkung für das Morddezernat beordert. Doch damit nicht genug: Kurz darauf wird ein ausgebrannter Polo gefunden. Sein Fahrer: Getötet durch einen Kopfschuss.
    Die Spuren führen zu den Reichen und Mächtigen der deutschen Politikerspitze. Doch kann er den ungleichen Kampf aufnehmen?


    Meine Meinung:


    Das war mein erstes Buch von Horst Eckert und ich bin total begeistert. Als ich zunächst „Politthriller“ gelesen habe, habe ich noch müde gelächelt und gedacht „versuchen wirs mal“. Aber der Schreibstil des Autors hat mich immer mehr in seinen Bann gezogen. Er war flüssig und man hat die Seiten umgeblättert ohne es zu merken.


    Die Spannung wird im ganzen Buch auf einem hohen Level gehalten. Zunächst haben wir den Beginn der Geschichte mit der Vorstellung der Charaktere bis es dann gewisse Ereignisse aufzuklären gilt. Während der Ermittlungen lässt der Autor die Vergangenheit der Protagonisten Revue passieren um so die Geschichte abzurunden und die Zusammenhänge zu erklären. Dieser Stil hat mir sehr gut gefallen.


    Die Protagonisten Dominik und Hanna waren symphatisch und authetisch. Man konnte sich in die Lage der beiden hinein versetzen. Was mir besonders aufgefallen ist: Die entführte Leonie wird in der Ich-Perspektive beschrieben, während alle anderen Charaktere aus der Er-Perspekte zu betrachten sind. Wahrscheinlich wollte der Autor hier noch mal besonders auf ihr Schicksal aufmerksam machen.


    Abschließend lässt sich sagen, dass es ein wirklich gelungener Politthriller ist, der den Leser zum Nachdenken bringt. Es geht um die Finanzkrise, Korruption, Egoismus und Personen, die zu jedem Mittel greifen um sich selbst zu schützen…


    Bewertung: 4/5 Sterne

  • Ich war gestern bei einer Lesung dieses Romans mit dem Autor.


    Eigentlich bin ich weniger Krimifan, besonders, wenn es um Wirtschaftskriminalität geht, aber die gelesenen Auszüge waren wirklich spannend, und nun steht der Roman im heimischen Regal.
    Ich bin schon gespannt darauf.


    Horst Eckert erklärte übrigens den Titel seines Romans mit dem Hinweis auf eine Wissenschaftstheorie von Karl R. Popper (1902-1994) zum Falsifikationismus. Der Falsifikationismus geht davon aus, dass eine Hypothese niemals bewiesen, aber gegebenenfalls widerlegt werden kann. Hiernach gilt die These "Alle Schwäne sind weiß" als zutreffend, bis sie - eben durch das Auftauchen eines schwarzen Schwans - widerlegt wird.


    Der schwarze Schwan, so Eckert, steht im Roman auch sinnbildlich für die Änderungen bzw. im Leben der Protagonisten und deren Feststellung, dass manche Dinge nicht so sind, wie sie angenommen haben.
    "Schwarzer Schwan" war der Arbeitstiel des Autors, der vom Verlag trotz des gleichnamigen Ballettfilms übernommen wurde.


    Ein neues Buch von Eckert ist bereits in Planung.

    :flowersIf you don't succeed at first - try, try again.



    “I wasn't born a fool. It took work to get this way.”
    (Danny Kaye) :flowers