Wunder geschehen morgen - Louise Candlish

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    Verlag: Marion von Schröder (30. September 2011)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3547711746
    ISBN-13: 978-3547711745
    Originaltitel: Other People's Secrets


    Über den Autor:


    Nach ihrem Literaturstudium arbeitete Louise Candlish in verschiedenen Verlagen in London. Eines Tages kündigte sie spontan, flog nach Sizilien und schrieb dort ihr erstes Buch.


    Kurzbeschreibung:


    Ginnys Ehe ist am Ende. Der Tod ihres Babys hat ihr Leben zerstört. Mit einer Reise in das Piemont versucht ihr Mann, die Beziehung zu retten. In einem kleinen italienischen Ferienort begegnet Ginny der fröhlichen Bea und deren großer Familie. Die beiden Frauen fassen schnell Vertrauen zueinander und werden Freundinnen. Doch der Schein von Beas harmonischem Familienleben trügt. Ginny begreift: Jeder Mensch muss darum kämpfen, glücklich zu sein.


    Eigene Inhaltsangabe:



    Hier lernen sie die reiche Unternehmerfamilie Sale kennen, die im Haupthaus ihren Urlaub verbringt. Allem Anschein nach ist es die perfekte Familie ohne Sorgen, Mutter Bea, Vater Martin und die erwachsenen Kinder Dom, Esther und Pippi. Aber der Schein trügt und hinter der Fassade bröckelt das heile Familienleben. So betrügt Martin seine Frau schon jahrelang und Bea hat sich entschlossen, nachdem die Kinder aus dem Haus sind sich von ihrem Mann zu trennen.


    Beide Familien verbringen einen Teil des Urlaubs miteinander. Zu dieser Runde gesellt sich noch Zach, ein junger Mann, den Pippi während eines Cafebesuches kennen gelernt hat und in den sie sich verliebt hat.


    Innerhalb der Gruppe entwickelt sich eine Eigendynamik und so wirken die einzelnen Charaktere ( teilweise unbewusst ) auf den anderen ein.


    Meine Meinung:



    Wie man aus der Inhaltsangabe schon erkennen kann, ist es ein Buch über das zwischenmenschliche Miteinander und das Verarbeiten von privaten Schicksalsschlägen und Katastrophen. Spannung und gute Laune sind daher selten im Buch anzutreffen. Dafür wird einem in diversen gedanklichen Rückblenden der Leidensweg geschildert. Louise Candlish schreibt sehr gefühlvoll über die Erlebnisse, über die Kraft der Liebe und über den Versuch, wieder in die Normalität zurückzufinden.
    Mir hat der Schreibstil und auch die Wortwahl sehr gut gefallen. Ich konnte mich auch in die Protagonisten und ihre Handlungsweisen hineinversetzen. Gerade Ginny und ihre Verzweiflung haben mich sehr berührt.
    Das Buch zeigt, dass das Leben manchmal seltsame Wege geht und dass man trotz Schicksalsschläge versuchen muss, seinen Platz im Leben zu finden. Da helfen auch kein Geld und keine Wunder, das Glück muss man sich manchmal hart erkämpfen und das eigene Leben in die Hand nehmen. Denn Wunder geschehen nicht heute …. sondern morgen.


    8 von 10 Punkten

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • Zum Inhalt:
    Ginny und Adam haben ihr Kind verloren. Der kleine Isaac ist wenige Tage nach der Geburt an einem Herzfehler gestorben. Seitdem sind mehrere Monate vergangen, aber vor allem Ginny ist immer noch tief in ihrer Trauer gefangen. Adam hofft, sie mit einem Urlaub in Italien, am Lago d’Orta etwas auf andere Gedanken zu bringen. Zuerst sieht es nicht so aus, als hätte er damit Erfolg, doch dann lernen sie ihre Nachbarn kennen, die Familie Sale, die ebenfalls Urlaub machen. Und obwohl sie eine geradezu unglaublich erfolgreiche und glückliche Familie zu sein scheinen, gibt es auch bei ihnen offensichtlich dunkle Geheimnisse. Bea, die Mutter, vertraut Ginny schon bei ihrer ersten Begegnung an, dass sie plant, ihren Mann Martin zu verlassen, da der sie seit Jahren betrügt und ihre Kinder nun alle erwachsen sind. Dieser Urlaub soll die letzte gemeinsame Zeit sein, die sie alle miteinander verbringen.


    Meine Meinung:
    Anfangs hat sich das Buch wirklich interessant gelesen. Die Tragödien und Geheimnisse beider Familien machten mich neugierig, besonders auf das, was Bea und ihr Sohn Dom dem Rest der Familie verheimlichen. Doch dann plätschert der Roman lange Zeit einfach nur so vor sich hin, es passiert nicht wirklich etwas. Die Charaktere blieben mir trotz detaillierter Beschreibungen eher fremd, mit keinem konnte ich so richtig mitfühlen. Ginny ist in ihren Kummer versunken, Bea ist zwar warmherzig und sympathisch, aber spielt letztlich auch nur eine Rolle, die Tochter Pippi ist eher nervig,… Mit dem Auftauchen einer weiteren Person im Verlauf des Buches gab es dann noch eine Wendung, für mich war diese aber eher unglaubwürdig. Die Aufklärung der Geheimnisse am Ende verlief deutlich weniger spektakulär, als ich es nach dem langen Vorlauf erwartet und erhofft hätte.
    Erinnerungen an den talentierten Mr. Ripley sind offensichtlich beabsichtigt, Buch bzw. Film werden sogar während der Handlung erwähnt.


    Für mich war es leider nur eine Vermischung von Familienschwierigkeiten und Zufällen vor wunderschöner italienischer Kulisse.

  • Ein leises, wunderschönes Buch.


    Zuallererst hat mich das sehr schöne Cover des Buches in seinen Bann gezogen. Dann war ich von der Leseprobe überzeugt und schliesslich hatte ich auch noch das Glück, das Buch vorab zu erhalten.


    Die Geschichte beginnt langsam und leise - und irgendwie bleibt das Buch das auch: leise. Aber auf eine angenehme und überzeugende Art und Weise. Zudem hat mich der Schreibstil begeistert. Louise Candlish versteht es, ihre Geschichte aus ganz verschiedenen Perspektiven zu schildern. Immer sehr plausibel und absolut vorstellbar. Mit der Zeit lernt man die beteiligten Personen immer besser kennen und nach und nach erfährt man doch allerlei "Geheimnisse".


    Die Kulisse - dieser wunderschöne Ort in Italien mit dem Traumhaus - passt perfekt und manchmal hatte ich das Gefühl, direkt dabei zu sein.


    Auf dieses Buch muss man sich einlassen können, dann wird man mit einer ganz wunderbaren Geschichte belohnt. Ich freue mich auf weitere Bücher von Louise Candlish.


    Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.