Zum Inhalt
Courtney ist umgezogen. In ein von Efeu überwuchertes altes Haus. Als sie Margaret und deren Vater kennenlernt, die auf dem benachbarten Friedhof Führungen anbieten, erfährt sie Ungeheuerliches: Auf ihrem Haus lastet ein Fluch! Courtney ist skeptisch - bis sie im Keller auf eingeritzte Efeu-Ornamente stößt, die sich wie von Geisterhand auszubreiten scheinen.
Über die Autorin
Joanne Dahme lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Philadelphia, Pennsylvania. Sie arbeitet für das Philadelphia Water Department und studierte zunächst Ingenieurwesen undanschließend Journalismus. Creepers ist ihr erster von bisher vier erfolgreichen Jugendromanen.
Meine Meinung
Dieses Buch ist grün. Definitiv. Der Umschlag leuchtet beinahe grell in frühlingshaftem Gelbgrün, Schnitt und Seitenränder sind mit einem zarten Hauch von Grün überzogen und auch in den ganzseitigen Illustrationen ist neben Grau Grün die wesentliche Farbe.
Leider ist die Coverillustration vor dem ganzen Grün ebenso wenig zu erkennen, wie die "spannende Ghostfantasy" in der sehr gemächlich daher schleichenden Romanhandlung: Courtney zieht mit ihren Eltern in ein altes, efeuumranktes Haus. Gleich nebenan liegt ein Friedhof aus dem 18. Jahrhundert, auf dem Courtney die etwa gleichaltrige Margaret Geyer und deren Vater kennenlernt. Beide kommen nicht nur Courtney, sondern vor allem auch dem Leser merkwürdig vor, erst am Ende erklärt sich halbwegs, warum Courtney dennoch die Freundschaft zu beiden sucht. Von Margaret und ihrem Vater erfährt Courtney die Geschichte ihres neuen Zuhauses:
In dem Haus lebte früher der Steinmetz Christian Geyer mit seiner Tochter Prudence, beides Vorfahren von Margaret. Mit 13 Jahren starb Prudence und ihr Vater kam über den Verlust nicht hinweg. Eine Hexe sollte ihm die Tochter wiederbringen, doch offenbar misslang die Zauberei. Margaret besteht darauf, Courtney zu Prudence' Grab zu führen und tut dabei sehr geheimnisvoll. Offenbar umgibt ein weiteres Rätsel die Geschichte von Prudence - Coutney ist sofort hin und weg, der Leser jedoch mag nicht so recht folgen, zu vage und widersprüchlich sind die Andeutungen der Autorin.
Neben einigen sehr eigensinnigen Efeuranken begegnet dem Leser lange Zeit nichts, was auch nur entfernt an eine Gruselstory erinnern könnte. Zäh fließt die Story dahin, hangelt sich von einem nichtssagenden Tagebucheintrag zum nächsten, hier und da wird eine unverständliche Andeutung eingestreut und ansonsten passiert wenig Aufregendes. Es wachsen eine ganze Menge neuer Efeuranken, bis mit dem Suftauchen der Hexe endlich zumindest eine Andeutung von Geschwindigkeit in die Handlung kommt.
Erst auf den letzten 20 Seiten wird dem Leser vollständig klar, worum es eigentlich in den 248 Seiten davor ging und welche Geschichte die Autorin eigentlich erzählen wollte.
Creepers - Der Fluch der Hexe mag durchaus seine tragisch-schönen Momente haben, und die wirklich schöne Gestaltung des Buches trägt dazu sicherlich bei, doch leider vermag die Autorin es nicht, die passende Atmosphäre zu erzeugen. Gruselfaktor null, von Spannung kaum eine Spur - mehr als als stirnrunzelnde Unverständnis kam bei mir nicht auf.
Fazit: Ein gutes Buch braucht mehr als nur eine schöne Gestaltung - mit stimmungsvollen Illustrationen allein schafft man keine unheimliche Atmophäre. 5 von 10 Punkten.