Der Hausmann - Wilko Weiss

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  • Der Hausmann - Wilko Weiss


    Klappentext:


    Der Paketdienst klingelt. Ich öffne die Haustür.
    "Ja?"
    "Oh, damit habe ich ja gar nicht gerechnet!", sagt der Paketbote. "Sind Sie der Mann?"
    "Ich bin der Mann."
    "Ihre Frau macht mir nie auf."
    "Jetzt ist hier der Mann."


    Ben Breuer macht seine Sache ordentlich. Er ist schließlich Controller. Als seine Firma dichtmacht und seine Frau Marie ein interessantes Job-Angebot bekommt, ist es für ihn keine Frage: "Wir sind ein modernes Paar, da bleibe ICH jetzt bei den Kindern und arbeite nebenher von zu Hause." Das ist fair, spannend, erfüllend und überhaupt kein Thema! Oder?


    Der Autor:


    Wilko Weiss arbeitete selbst mehrere Jahre erfolgreich als Hausmann und ist kaufmännisch tätig. Er lebt mit seiner Familie samt mehreren Haustieren in einem teilweise tatsächlich selbstrenovierten Haus im Bergischen Land.


    Meine Meinung:


    Zuerst etwas zu dem Inhalt, den der Klappentext verspricht. Man lernt Ben Breuer in dem Buch sehr gut kennen und bekommt sofort Eindrücke aus seinem Berufs- und Familienleben. Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf, Ben verliert seinen Job und versucht sich als Hausmann. Es kommt zu vielen lustigen Begebenheiten, als Mann der vielen Arbeit doch verzeifelt gegenüber steht und es entläd sich schließlich in einem familiären Knall. Mehr möchte ich nicht verraten.


    Die Charaktere: Da wäre Ben, mit dem ich mich sehr gut identifizieren konnte, der mich zum Lachen und beinahe auch zum Weinen gebracht hat. Marie und die zwei Kinder sind ebenfalls sehr gut beschrieben, besonders die Kleinen sind sehr aufgeweckt. Nicht zu vergessen ist Vinci, die Katze, die immer ein wenig Chaos hinterlässt, aber einfach zur Familie dazu gehört. Wahrscheinlich genauso, wie es auch Gregor - Bens bester Freund tut, der überzeugter Eheknast-Ausbrecher ist - oder die liebe Schwiegermutter, die den Verlust ihrer Mah-Jongg-Computerspielpunkte betrauert. Nicht zu vergessen: Die Nachbarn, die zeigen, dass man sich verstehen und reizen kann, aber die zusammenstehen, wenn einander gebraucht wird.


    Ich habe herzhaft gelacht über die vielen Wege, wie Ben versucht "Hilfe" im Haushalt zu finden, weil es ihn überfordert, aber viele Dinge waren auch sehr ernst und realistisch beschrieben, wie beispielsweise die Allergien der Kinder und die Folgen, wenn man in der Beziehung nur einmal unachtsam ist; ebenso wie die Noten der Schüler, wo ein Fehler in einer Mathearbeit Bens Tochter die 1 kostet. So eine Geschichte habe ich erst vor kurzem von einer guten Freundin selbst gehört, sodass das alles nicht aus der Luft gegriffen war.


    Von Seite zu Seite habe ich Ben mehr gemocht, insbesondere dann, wenn er nicht - als Running Gag - einstreute, er würde alles deswegen so machen, weil er Controller sei. Die Kinder wachsen einem ans Herz und irgendwie sind auch die Marotten von Vinci und der Schwiegermutter sehr liebens- und lesenswert. Die Dialoge zwischen Ben und Gregor haben mir sehr gut gefallen, das waren Männergespräche unter Freunden.


    Das Cover hingegen gefiel mir nicht; da es für mich bei einem Buch aber um den Inhalt geht, bewerte ich das nicht negativ.


    10 Punkte.