Irgendwann werden wir uns alles erzählen - Daniela Krien, gelesen von Anna Thalbach

  • Ungekürzte Lesung, 4 CDs 296 Minuten


    Die Sprecherin:
    Anna Thalbach, vielfach ausgezeichnete Schauspielerin, war in Kinofilmen wie „Krabat“ und „Der Baader Meinhof Komplex“ zu sehen. Sie ist eine der bekanntesten Hörbuchsprecherinnen (Deutscher Hörbuchpreis).


    Die Autorin:
    Daniela Krien, geboren 1975 in Mecklenburg-Vorpommern, aufgewachsen in einem Dorf im Vogtland (Sachsen) lebt mit Mann und zwei Töchtern in Leipzig. Sie studierte Kulturwissenschaften, Kommunikations- und Medienwissenschaften und arbeitete unter anderem als Drehbuchautorin und Cutterin. „Irgenwann werden wir uns alles erzählen“ ist ihr erster Roman.


    Inhalt:
    Sommer 1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. Der Schauplatz einer Liebesgeschichte von archaischer Wucht, die Zeitgeschehen und Existenzielles auf zwingende Weise miteinander verschränkt.
    Die siebzehnjährige Maria wohnt mit Johannes auf dem Hof seiner Eltern. Sie ist zart, verträumt und verkriecht sich lieber mit den Brüdern Karamasow, als in die Schule zu gehen. Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner, allein, vom Dorf argwöhnisch beäugt. Ein zufälliger Blick eines Tages, eine zufällige Berührung an einem andern lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die fremd und übermächtig ist und sie in Henners Haus und in seine Arme treibt ...


    Meine Meinung:
    Irgendwann ist auch dieses Hörbuch zu Ende, leider, denn Anna Thalbach hauchte dem doch recht handlungsarmen Debütroman „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ von Daniela Krien Leben und Wirklichkeitsnähe ein, so dass ich begeistert zugehört habe. Ich habe die Geschichte, die sich um die fast siebzehnjährige Maria dreht und aus ihrer Sicht erzählt wird, aufgrund des eigenwilligen Schreibstils der Autorin nur häppchenweise genossen, denn sie erfordert vollkommene Konzentration und Aufmerksamkeit.
    Maria verbringt den Sommer 1990, die Zeit der Wende, auf dem elterlichen Bauernhof ihres Freundes Johannes in einem thüringischen Dorf und verliebt sich dort in den wesentlich älteren Nachbarn Henner, der als Eigenbrötler und seltsamer Kauz gilt.
    Anschaulich und eindringlich vermittelt Daniela Krien die Atmosphäre der damaligen Zeit, die Aufbruchstimmung, die Wünsche und Hoffnungen, die in Deutschlands Wiedervereinigung gesetzt wurden, aber auch die Enttäuschungen und Konsequenzen, die sich daraus ergaben, und fängt somit ein Stück bedeutender Zeitgeschichte ein. Sie beschreibt Landschaft, Dorfleben und die Charakteren ihrer Figuren präzise und authentisch. Ihr Augenmerk liegt dabei eindeutig auf Maria, einer jungen Frau, die ihren Weg sucht und sich von einem Mann angezogen fühlt, der ihr Vater sein könnte, der grob und widerborstig auftritt. Maria’s Gefühle, ihre Zerrissenheit, ihre Zweifel, ihre Suche nach dem Platz im Leben werden ausführlich und innig geschildert, was mich sehr berührt hat. Allerdings konnte ich ihre vermeintliche Liebe zu Henner, die in meinen Augen eher an sexuelle Abhängigkeit als an Liebe grenzt, kaum nachvollziehen. Henner ist mir trotz seiner bewegenden Vergangenheit im Großen und Ganzen unsympathisch geblieben.
    Anna Thalbach interpretiert den außergewöhnlichen Roman auf ihre eigene Art und Weise. Durch Tempowechsel, Stimmmodulation sowie enthusiastisches und engagiertes Vorlesen baut sie unweigerlich Spannung auf und lässt die Personen lebendig werden, in einer Erzählung, die weniger durch Dialoge als vielmehr durch Beschreibungen glänzt.
    Daher spreche ich gerne eine klare Hörempfehlung für dieses sich aus der Masse abhebende Buch aus, das mich, hätte ich es gelesen, vielleicht nicht in dem Maße überzeugt hätte.

  • Titel: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
    Autorin: Daniela Krien
    Kategorie: Ungekürzte Lesung
    Genre: zeitgenössische Literatur
    Sprecherin: Anna Thalbach
    Medium: 4 CDs
    Laufzeit: ca. 296 Minuten
    Verlag: Hörbuch-Hamburg
    Preis: 19,95
    ISBN: 9783899031553
    Bewertung: 8 Punkte
    (von 10 möglichen Punkten)


    Inhalt:


    Sommer 1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. Der Schauplatz einer Liebesgeschichte von archaischer Wucht, die Zeitgeschehen und Existenzzieles auf zwingende Weise miteinander verschränkt.


    Die siebzehnjährige Maria wohnt mit Johannes auf dem Hof seiner Eltern. Sie ist zart, verträumt und verkriecht sich lieber mit den Brüdern Karamasow, als in die Schule zu gehen. Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner, allein, vom Dorf argwöhnisch beäugt. Ein zufälliger Blick eines Tages, eine zufällige Berührung an einem anderen lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die fremd und übermächtig ist und sie in Henners Haus und in seine Arme treibt…



    Meine Meinung:
    Die Geschichte findet an einem Ort an der Grenze der
    ehemaligen DDR und dem Beitrittsgebiet. Maria erzählt die Geschichte als Ich-Erzählerin. Wie aus dem Klappentext
    ersichtlich, ist die Autorin in einem Dorf im Vogtland aufgewachsen. Daniela Krien schreibt sehr flüssig die Geschichte von Maria,
    die zu Beginn der Geschichte noch 16 Jahre jung ist und nachdem der Vater die Mutter verlassen hat, zu ihrem Freund Johannes auf dessen Hof zieht. Maria schildert das Leben auf dem Hof, dem
    Hofladen und das Dorf. Auf dem Nachbarhof lebt der 40jährige Henner alleine.
    Die sehr naive Maria lässt sich von Henner verführen, lebt aber
    weiterhin auf dem Brendelhof.
    Anna Thalbach liest sehr gut und artikuliert „gestenreich“. Man kann sich sehr gut vorstellen, Maria
    sitzt im Wohnzimmer und erzählt die Geschichte.
    Die Stimme passt genau zu Maria.


    10 Punkte für Anna Thalbach


    Fazit:


    Ein gelungener Roman der zeitgenössischen Literatur. Das
    Hörbuch kann ich guten Gewissens weiterempfehlen, denn ich genoss jede Minute. Das Überraschende Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen.

    Don't live down to expectations. Go out there and do something remarkable.
    Wendy Wasserstein

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