Peter Hahne - Nur die Wahrheit zählt

  • Titel: Nur die Wahrheit zählt
    Autor: Peter Hahne
    Verlag: MediaKern GmbH
    Erschienen: Februar 2011
    Seitenzahl: 141
    ISBN-10: 3842910010
    ISBN-13: 978-3842910010
    Preis: 9.95 EUR


    Auf dem Klappentext ist folgender Satz zu lesen: „Peter Hahne, einer der prominentesten und profiliertesten Hauptstadtjournalisten, redet Klartext ohne die Attitüde der Besserwisserei.“
    Und genau das macht er eben nicht.
    Peter Hahne, der ewig lächelnde (man könnte auch sagen: ewig grinsende) Fernsehmensch, macht keinen Hehl daraus das er praktizierender Christ ist. Das ist auch völlig okay. Allerdings sollte auch ein Christ bzw. derjenige der sich dafür hält, das Wort „Toleranz“ nicht so völlig aus dem Blickwinkel verlieren.
    Der Autor äußert sich zu allem und jedem auch zu Dingen von denen er offensichtlich keine Ahnung hat. Er beschwört das Familienbild längst vergangener Zeiten herauf, wendet sich gegen die vermeintliche Oberflächlichkeit junger Menschen, verliert dabei aber aus den Augen, dass junge Menschen nun mal ungeduldiger sind und manchmal vielleicht auch unüberlegt handeln, aber deshalb kann man ihnen doch nicht das intensive Denken absprechen, nur weil sie nicht mit Hahnes Glaubenskonservatismus konform gehen.
    Peter Hahne schreibt durchaus interessant, lässt aber keine Gedanken neben den eigenen Gedanken zu. Manchmal wirkt es schon etwas verbohrt wie er versucht immer wieder seinen Glauben in den Vordergrund zu rücken, ihn als das allein Geltende zu installieren. Hahne ist ein stockkonservativer Mensch, der in diesem Buch auf die Probleme der modernen Gesellschaft eingeht, es sich mit Lösungen aber schlichtweg zu einfach macht. Der Ausweg aus allem ist für ihn: Jesus Christus. Er meint, jetzt ein wenig überspitzt formuliert, wenn man Jesus in sein Leben lassen würde, dann wäre alles gegessen und die Probleme kaum noch sichtbar.
    Peter Hahne ist intolerant. Und wo das Buch durchaus positive Denkansätze vermittelt, da tritt er sich dann selbst vors Knie. Was er mit den Händen aufbaut, das wirft fast immer in schöner Regelmässigkeit mit dem Hintern wieder um. Schade eigentlich. Dogmatisch wirft er andersdenkenden Menschen Dogmatismus vor – es gilt nur seine Meinung und die Bibel steht für ihn über allem.
    Selbst ein Christ, ging mir dieser „Gutmensch“ Hahne im Laufe des Buches gehörig auf den Senkel und es verfestigte sich bei mir der Eindruck, dass man mit diesem Menschen wohl kaum würde diskutieren können. Der lächelt einen in den Keller und würde sich dabei in seiner Intoleranz suhlen.
    Trotzdem ein interessantes Buch – gerade auch für den, der gern widerspricht.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • :lache


    Dankeschön, Voltaire. Schon alleine das Cover dieses Buches wäre für mich ein Grund, es nicht zu kaufen. :lache


    Nein, im Ernst- Peter Hahne empfinde ich schon im Fernsehen als penetrant intolerant, das reicht mir persönlich völlig aus.

    Ailton nicht dick, Ailton schießt Tor. Wenn Ailton Tor, dann dick egal.



    Grüße, Das Rienchen ;-)

  • Solche Rezis liebe ich.
    So laufe ich nicht mal ansatzweise Gefahr, mir ein Buch zu kaufen, welches mich sowieso nur wütend machen würde.


    Allein schon die Beschreibung macht meinem schnell kochenden Blut Schwieirigkeiten.


    :grin

  • Danke für die Rezi, Voltaire!


    Zitat

    Original von Odin68
    Solche Rezis liebe ich.
    So laufe ich nicht mal ansatzweise Gefahr, mir ein Buch zu kaufen, welches mich sowieso nur wütend machen würde.


    :write


    Mich deucht allerdings, ich verpasse etwas, wenn ich gar so wenig den Fernseher anschaue resp. hinein: "ewig lächelnd"- wo gibt es denn heute noch so etwas?