Roger Aeschbacher - Schweizer Ware

  • Autor:
    Roger Aeschbacher


    Titel:
    Schweizer Ware



    Beschreibung:


    Es gibt viele Gründe zu morden, aber dieser ist kein Fall für den Zoll.
    'Schweizer Ware' ist nach 'Kommt Schnee', der zweite Band mit dem eigenwilligen Kommissar Andi Baumer aus Basel.
    Nachdem er im Vorgänger mit einem schlimmen Beinschuss nochmal mit dem Leben davongekommen ist und er von seiner Freundin verlassen wurde,gilt es nun, seine Gesundheit in Form von körperlichen Beschwerden und gebrochenem Herz wiederherzustellen.


    Das versucht Baumer mit der Krankenschwester Anna, die sich in ihn verguckt hat, auf der griechischen Insel Kreta. Doch irgendwie lässt ihn die Vergangenheit nicht ruhen, weder in der Liebe noch dienstlich und so erreicht ihn im Urlaub ein Anruf des Kommissariats.


    Eine ältere Dame die er bei Befragungen kennengelernt hat und sehr sympathisch findet, weil sie ihn an seine Großmutter erinnert, wollte ihn schon vor seiner Abfahrt erreichen. Diese wird nun tot in ihrer Wohnung aufgefunden und er bricht den Urlaub, zum Leidwesen seiner neuen Freundin, ab. Trotz gesundheitlicher Schwierigkeiten nimmt er die Ermittlungen auf, hin und her gerissen, zwischen seiner Pflicht zum Dienst und seiner Gefühlswelt.


    Nach ersten Untersuchungen ist die ältere Dame sehr fachmännisch und präzise umgebracht worden. Doch wer trachtete ihr nach dem Leben und konnte den Mord so ausführen? Das stellt nicht nur Baumer, sondern auch seinen Kollegen Heinzmann und den Gerichtsmediziner Dr. Reggazoni vor ein Rätsel.


    Mal mit Humor und unkonventionell, dann intuitiv konservativ, zieht Baumer mit Rückendeckung von oberster Ebene und über ihn schmunzelnden Kollegen, alle Register um Licht in diese Angelegenheit zu bringen. Mit ins Boot holt er sich auch seinen Freund von der Presse Rolf Danner, der ihm immer wieder auf seine ganz eigene Methode Informationen beschafft. Die Spur führt letztendlich auf eine ganz andere Fährte als das, was man sich sonst unter 'Schweizer Ware' vorstellt und diese, geht einem wahrhaft unter die Haut.


    Aeschbacher knüpft an seinen Erfolg des Vorgängers an und gibt seiner Hauptfigur hier mehr Raum sich zu entwickeln. Nicht detailverliebt, aber doch sehr bildhaft, beschreibt er alle Handlungen und Orte, als ein vielschichtiges Bild der Schweizer Stadt Basel und führt diese Themen harmonisch und logisch zusammen. Sein Erzählstil ist eher unaufgeregt, er achtet Werte und zeichnet den Kommissar als einen traditionsbewussten, sympathischen Mann. Baumer, der ein Faible für teure Oberhemden und guten Espresso hat, zeigt hier Stärken und Schwächen und genau das macht ihn aus. Männerfreundschaften, Gerechtigkeitssinn, Charakter, soziale Brennpunkte und Einblicke in Schwierigkeiten bei internen Dienstabläufen, sind neben einer spannenden Geschichte gekonnt beschrieben.


    Insgesamt halte ich 'Schweizer Ware' für einen guten Krimi, der in seiner Entwicklung und Fortsetzung in den nächsten Werken, viele Möglichkeiten und Platz für weitere spannende Ereignisse in Basel bietet. Hier wird ganz systematisch und gekonnt ein klassischer Held aufgebaut, der in Zukunft noch für manche Überraschung sorgen wird.