Schattenträumer - Andrea Busfield

  • Kurzbeschreibung:


    Liebe in Zeiten des Krieges Zypern, 1955. Der 15-jährige Loukis trennt sich von seiner großen Liebe, um sich einer Widerstandsgruppe in den Bergen anzuschließen. Er ist fest entschlossen, den Tod seines Bruders Nicos zu rächen, der von den britischen Besatzern erschlagen wurde. Jahre später kehrt er in sein Dorf zurück, und nichts ist mehr wie zuvor. Eine schmerzvoll schöne Familiensaga über Liebe und Trennung vor dem Hintergrund der Konflikte, welche die Insel bis heute nicht zur Ruhe kommen lassen. »Ein bezaubernder Roman, der die Herzen der Leser erobern wird.« News of the World



    Über die Autorin:


    Andrea Busfield wurde 1970 in Warrington geboren. Sie arbeitete viele Jahre als Journalistin, u.a. für die Western Gatette in Yeovil, Somerset; News Team International in Birmingham, The Sun in London und Sada-e Azadi in Kabul, Afghanistan. »Mauertänzer« ist ihr erster Roman. Heute lebt Sie in Wien.



    Meine Meinung:


    Mich hat dieses wunderbare Buch sehr bewegt. Eine Familiensaga in Zeiten des Krieges ist keine leichte Kost, auch wenn es stellenweise schon fast verträumt erzählt wird. Andrea Busfield verschönert bei diesem Buch nichts. Der Schreibstil ist sogar manchmal sehr direkt, aber das macht für mich den Reiz dieses Buches aus.
    Ich musste so manches Mal schlucken bei den Geschehnissen der damaligen Zeit und hatte auch oft Tränen in den Augen. Auf der anderen Seiten war ich sehr beeindruckt von dem Zusammenhalt der Familie und habe sie unheimlich gerne auf ihrem Weg begleitet.


    Ein sehr bewegendes, tragisches Buch, dass ich unheimlich gerne gelesen habe. Eine bittersüße Mischung aus Liebe und Hass mit einem doch recht herben Ende.

    Und manchmal ist ein Buch die Welt für mich!


    Mein Blog



    :lesend Laini Taylor - Daughter of Smoke and Bone - Zwischen den Welten



    Langzeitprojekte:
    Margaret George - Maria Stuart LR

  • Andrea Busfield versucht in "Schattenträumer" eine Familiengeschichte mit der Geschichte von Zypern zu verbinden.


    Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die Liebe zwischen Praxi und Loukis. Beide erst um die 15 Jahre alt und doch fühlen sie sich voneinander angezogen. Doch die Politik, der Krieg will es anders und so wird Loukis Bruder Nicos getötet. Neben dem Tod des Bruders treibt auch ein unbedarfter Kommentar von Praxi, Loukis in die Arme der EOKA. Noch ist er zu jung, um mit der Waffe zu kämpfen, doch Botengänge kann er für die EOKA erledigen. Loukis bleibt mehrere Jahre, in denen die Mutter und der Vater vom ihm immer wieder dafür beten, dass er lebend wiederkommt. Sie erleben Leid und Verzweiflung, müssen mit ansehen, dass Praxi einen anderen Mann heiratet und das Dorf verlässt und gute Freunde vertrieben werden. Die Brüder von Loukis versuchen ebenfalls ihre Wege zu gehen. So arbeitet Michalakis als Journalist für eine Zeitung, die versucht die politischen Geschehnisse neutral aufzuarbeiten und den Menschen mitzuteilen.


    Nach einigen Jahren kehrt Loukis zurück und muss sich neu orientieren. Ein Leben mit Praxi scheint nicht möglich. Oder doch?


    Andrea Busfield versucht immer wieder die politischen Geschehnisse zwischen den Griechen und Türken einzuflechten. Manchmal gelingt es ihr ganz gut, doch gelegentlich reißt sie den Leser aus der Geschichte raus, um ihn einen Geschichtsbrocken vorzulegen. Die Verbindung von Familie und Geschichte funktioniert nicht immer. Auch benötigt der Leser etwas Zeit und Geduld, um in die Geschichte einzutauchen - der Anfang ist etwas holprig, aber es lohnt sich dabei zu bleiben.


    Ein empfehlenswertes Buch, dass dem Leser in eine andere Zeit führt. Wer sich nicht mit der Geschichte von Zypern, Griechenland und der Türkei auskennt, kann hier noch einiges erfahren.

  • In Andrea Busfields Roman „Schattenträumer“ begleitet der Leser die griechisch-stämmige Familie Economidou aus einem Dorf im Norden Zyperns von 1955 bis in die heutige Zeit. Zur Familie gehören die Mutter Dhespina, der Vater Georgios und die fünf Söhne Christakis, Michalakis, Nicos, Marios und Loukis. Loukis und die Nachbarstochter Praxi sind von klein auf befreundet, ein Herz und eine Seele, und eigentlich ist klar, dass die beiden einmal heiraten werden. Doch dann kommt alles ganz anders. Loukis schließt sich im Alter von knapp 15 Jahren den Widerstandskämpfern an, die gegen die britischen Besatzer kämpfen. Als er nach Jahren zurück nach Hause kommt, hat sich dort einiges geändert. Fortan zerreißt es ihn zwischen dem Bemühen, Praxi aus dem Weg zu gehen, um ihr Leben nicht zu zerstören, und seiner Liebe zu ihr, die unverändert groß ist. Wenigstens kann er sich voll und ganz auf den Zusammenhalt seiner Familie verlassen. Diese muss in den ganzen Kriegswirren einige böse Schicksalsschläge hinnehmen, und mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie man so viel Leid ertragen kann.


    Zu Anfang hatte ich ein bisschen die Befürchtung, dass mir die politische Seite der Geschichte etwas zu trocken sein könnte. Doch das ist überwiegend nicht der Fall. Andrea Busfield versteht es, das Politische locker in die Liebes- bzw. Familiengeschichte einzuweben, sodass der Leser da ganz nebenbei eingeführt wird. Z.B. erzählt Michalakis über seine Arbeit als Journalist, dabei kommt dann selbstverständlich auch die Politik zur Sprache. Zum besseren Verständnis der politischen Situation gibt es hinten im Buch eine Karte von Zypern, auf der die wichtigsten Orte eingezeichnet sind, und eine Zeittafel. Beides habe ich gerne genutzt und so konnte ich dem Buch auch ohne besonderes Vorwissen gut folgen. Hier hätte man auch noch ein Glossar der griechischen Begriffe einfügen können, denn leider sind nicht alle übersetzt oder erklärt. Doch wirklich schlimm ist das nicht.


    Der Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Er ist relativ einfach, aber das passt irgendwie zu dieser Geschichte. Da sich die Handlung über ca. 50 Jahre erstreckt, ist es logisch, dass die Entwicklung der einzelnen Personen ein bisschen oberflächlich bleibt. Ich habe aber auch viel zwischen den Zeilen gelesen bzw. mir Manches zusammengereimt, so dass ich das nicht als Manko empfunden habe.


    Schattenträumer ist ein sehr bewegendes, emotionales Buch, eine Liebesgeschichte, eine Familiensaga, ein politisches Buch, das die Sinnlosigkeit der politischen bzw. religiösen Konflikte anklagt. Ich würde es jedem empfehlen, der sich ein bisschen für die historischen Hintergründe Zyperns interessiert bzw. sich darauf einlassen will. Wer eine nette Liebesgeschichte mit Happy End sucht, ist hier verkehrt.

  • Diese Familiensaga fängt 1955 auf Zypern an und geht bis heute.
    Die Familie Economidou ist die Hauptfamilie. Der Sohn Loukis verbringt schon seine ganze Kindheit mit Praxi und dann werden sie ein Liebespaar. Durch einen dummen Zufall belauscht er ein Gespräch zwischen ihr und ihrer Freundin. Er ist enttäuscht und verschwindet in den Untergrund.
    Zypern ist von den Engländern besetzt und die EOKA kämpft für ein freies Zypern. Es gibt Attentate und Gegenangriffe. Louki ist erst 15 Jahre und beteiligt sich beim Verstecken der Waffen. Manchmal ganz schön hart.
    Die Bevölkerung Zyperns besteht aus Griechen und Türken. Nach den Engländern gibt es immer noch keine Ruhe, beide Länder wollen die Herrschafft.
    Die Familienmitglieder sind immer zwischendrin und halten zusammen.
    Andrea Busfield lässt uns den Konflikt genau miterleben, sie verschönert nichts.
    Ich habe die Nachrichten aus Zypern zwar gehört, aber so richtig nachempfinden konnte ich sie erst jetzt.
    Wenn ich bedenke, das erst 1974 der Kampf zwischen Türken und Griechen auf Zypern stattfand, geteilt wurde und viele ihre Heimat verloren, das ist erschreckend.


    Mich hat der Roman bewegt und ich habe ihn gerne gelesen. Es ist immer wieder interessant die politischen Zusammenhänge zusammen mit Familiensagas zu erleben.