Klappentext:
Imagine a prison so vast that it contains cells and corridors, forests, cities and seas.
Imagine a prisoner with no memory, sure he came from Outside - though the prison has been sealed for centuries and only one man has ever escaped.
Imagine a girl in a manor house, in a society where time is forbidden, held in a 17th-century-world run by computers, doomed to an arranged marriage, tangled in an assassination plot she dreads and desires.
One inside, one outside.
But both imprisones.
Imagine Incarceron.
Inhalt:
Claudia ist jung, hübsch, klug - und zu ihrem Leidwesen verlobt mit dem Prinzen Caspar. Sie ist die Tochter des Wächters von Incarceron, einem Gefängnis unbekannter Lage und unbekannter Ausmaße. Eigentlich geschaffen als "bessere Welt" und vor Jahrhunderten versiegelt, kann keiner hinein und keiner hinaus. Allein ihr Vater kennt die Geheimnisse von Incarceron. Claudia und ihre Mitmenschen leben in einer hochtechnisieren Gesellschaft, sie sind aber aufgrund des Protokolls dazu gewungen, das Bild des 17. Jahrhunderts aufrecht zu erhalten - Technik ist verboten, alles muss authentisch aussehen, die Menschen müssen authentisch handeln, authentisch leben.
Claudia, wissbegierig wie sie ist, träumt davon, mehr über Incarceron herauszufinden. Dabei findet sie im Arbeitszimmer ihres Vaters einen geheimnisvollen Schlüssel aus Kristall, der es ihr ermöglicht, mit einem Insassen von Incarceron zu kommunizieren, der ebenfalls im Besitz eines solchen Schlüssels ist.
Dieser Jemand ist Finn, ein Kind von Incarceron. Ein Junge ohne Gedächtnis, der eines Tages in den Zellen aufwachte und den man daher als Zellgeborenen betrachtet. Finn hat Visionen, er glaubt von Draußen zu kommen und manchmal erinnert er sich an seltsame Dinge. Doch gibt es das mysteriöse Draußen überhaupt? Kann man überhaupt aus Incarceron fliehen? Bisher ist es nur Sapphique gelungen, einer Sagengestalt - doch dann bekommt Finn einen mysteriösen Gegenstand, den er als Schlüssel erkennt und mit dem er mit dem Mädchen Claudia sprechen kann, die behauptet, dass sie Draußen ist und die glaubt zu wissen, wer er ist und woher er kommt...
Und dieses Wissen bringt die beiden in große Gefahr, denn sie könnten damit Claudias ungewünschte Heirat verhindern, aber gleichzeitig auch die Weltordnung stürzen...
Meine Meinung:
Ein unterhaltsames All-Age-Fantasybuch. Mir hat besonders gut der Weltentwurf gefallen:
Claudias Welt, die künstlich im 17. Jahrhundert stehen geblieben ist und eigentlich hochtechnisiert ist. Die Menschen wissen um das Vorhandensein der Technik, dürfen sie aber nicht nutzen und müssen handeln und leben wie in der Vergangenheit.
Das Gefängnis Incarceron, dessen Ort unbekannt ist, das tausende Menschen beherbergt und von Claudias Vater bewacht wird, das aber in der Welt nicht zu existieren scheint. In ihm gibt es Wälder, weiße Flure, Meere, hohe Türme und allerhand sonderbare Gestalten. Menschen, die in ihm sterben werden "wiederverwertet": Es entstehen Zellgeborene aus ihrem Körpermaterial - und wenn nicht genug da ist, dann nimmt das Gefängnis eben Metall, sodass dort Hybriden aus Mensch und Maschine entstehen.
Die Personen sind liebevoll und detailreich gezeichnet, besonders Claudias Vater und Claudia selber haben mir gefallen.
Die Geschichte selber ist nicht besonders gestrickt. Schnell ist einem klar, was es mit Finn und Claudia auf sich hat und man kann sich auch schon denken, wie das Buch endet. Dennoch hat mir das Lesen Spaß gemacht, weil ich immer wieder wissen wollte, welche Ideen noch aus dem Ärmel geschüttelt werden und wie es weitergeht. Spannend ist es auf jeden Fall.
Von der Zielgruppe her würde ich sagen ab 15+, es erinnerte mich zum Teil an Kai Meyer oder Philip Pullman. Diese Bücher habe ich in dem entsprechenden Alter gelesen und bei Incarceron hatte ich ein ähnliches Lesegefühl.
Es gibt einen zweiten Teil dieses Buches, Incarceron kann aber einzeln gelesen werden. Es werden Ansätze für eine fortführende Handlung angelegt, aber ein Cliffhanger als solcher existiert nicht.
Von mir gibt es 8 Punkte.