Incarceron - Catherine Fisher

  • Klappentext:
    Imagine a prison so vast that it contains cells and corridors, forests, cities and seas.
    Imagine a prisoner with no memory, sure he came from Outside - though the prison has been sealed for centuries and only one man has ever escaped.
    Imagine a girl in a manor house, in a society where time is forbidden, held in a 17th-century-world run by computers, doomed to an arranged marriage, tangled in an assassination plot she dreads and desires.
    One inside, one outside.
    But both imprisones.
    Imagine Incarceron.


    Inhalt:
    Claudia ist jung, hübsch, klug - und zu ihrem Leidwesen verlobt mit dem Prinzen Caspar. Sie ist die Tochter des Wächters von Incarceron, einem Gefängnis unbekannter Lage und unbekannter Ausmaße. Eigentlich geschaffen als "bessere Welt" und vor Jahrhunderten versiegelt, kann keiner hinein und keiner hinaus. Allein ihr Vater kennt die Geheimnisse von Incarceron. Claudia und ihre Mitmenschen leben in einer hochtechnisieren Gesellschaft, sie sind aber aufgrund des Protokolls dazu gewungen, das Bild des 17. Jahrhunderts aufrecht zu erhalten - Technik ist verboten, alles muss authentisch aussehen, die Menschen müssen authentisch handeln, authentisch leben.
    Claudia, wissbegierig wie sie ist, träumt davon, mehr über Incarceron herauszufinden. Dabei findet sie im Arbeitszimmer ihres Vaters einen geheimnisvollen Schlüssel aus Kristall, der es ihr ermöglicht, mit einem Insassen von Incarceron zu kommunizieren, der ebenfalls im Besitz eines solchen Schlüssels ist.
    Dieser Jemand ist Finn, ein Kind von Incarceron. Ein Junge ohne Gedächtnis, der eines Tages in den Zellen aufwachte und den man daher als Zellgeborenen betrachtet. Finn hat Visionen, er glaubt von Draußen zu kommen und manchmal erinnert er sich an seltsame Dinge. Doch gibt es das mysteriöse Draußen überhaupt? Kann man überhaupt aus Incarceron fliehen? Bisher ist es nur Sapphique gelungen, einer Sagengestalt - doch dann bekommt Finn einen mysteriösen Gegenstand, den er als Schlüssel erkennt und mit dem er mit dem Mädchen Claudia sprechen kann, die behauptet, dass sie Draußen ist und die glaubt zu wissen, wer er ist und woher er kommt...
    Und dieses Wissen bringt die beiden in große Gefahr, denn sie könnten damit Claudias ungewünschte Heirat verhindern, aber gleichzeitig auch die Weltordnung stürzen...


    Meine Meinung:
    Ein unterhaltsames All-Age-Fantasybuch. Mir hat besonders gut der Weltentwurf gefallen:
    Claudias Welt, die künstlich im 17. Jahrhundert stehen geblieben ist und eigentlich hochtechnisiert ist. Die Menschen wissen um das Vorhandensein der Technik, dürfen sie aber nicht nutzen und müssen handeln und leben wie in der Vergangenheit.
    Das Gefängnis Incarceron, dessen Ort unbekannt ist, das tausende Menschen beherbergt und von Claudias Vater bewacht wird, das aber in der Welt nicht zu existieren scheint. In ihm gibt es Wälder, weiße Flure, Meere, hohe Türme und allerhand sonderbare Gestalten. Menschen, die in ihm sterben werden "wiederverwertet": Es entstehen Zellgeborene aus ihrem Körpermaterial - und wenn nicht genug da ist, dann nimmt das Gefängnis eben Metall, sodass dort Hybriden aus Mensch und Maschine entstehen.
    Die Personen sind liebevoll und detailreich gezeichnet, besonders Claudias Vater und Claudia selber haben mir gefallen.
    Die Geschichte selber ist nicht besonders gestrickt. Schnell ist einem klar, was es mit Finn und Claudia auf sich hat und man kann sich auch schon denken, wie das Buch endet. Dennoch hat mir das Lesen Spaß gemacht, weil ich immer wieder wissen wollte, welche Ideen noch aus dem Ärmel geschüttelt werden und wie es weitergeht. Spannend ist es auf jeden Fall.
    Von der Zielgruppe her würde ich sagen ab 15+, es erinnerte mich zum Teil an Kai Meyer oder Philip Pullman. Diese Bücher habe ich in dem entsprechenden Alter gelesen und bei Incarceron hatte ich ein ähnliches Lesegefühl.
    Es gibt einen zweiten Teil dieses Buches, Incarceron kann aber einzeln gelesen werden. Es werden Ansätze für eine fortführende Handlung angelegt, aber ein Cliffhanger als solcher existiert nicht.


    Von mir gibt es 8 Punkte.

    "Show me a girl with her feet planted firmly on the ground and I'll show you a girl who can't put her pants on." (Annik Marchand)

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  • Catherine Fisher – Incarceron – Fliehen heißt sterben


    Über die Autorin (von Amazon)
    Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- und Jugendbücher sowie zweier preisgekrönter Gedichtbände. Mit Incarceron gelang ihr der große internationale Durchbruch. Catherine Fisher lebt und schreibt in Wales.


    Inhalt (von Amazon)
    Sein Körper ist gefangen, doch sein Herz ist frei


    Incarceron ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen Metallwäldern, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem Ort gibt es weder Freundschaft noch Vertrauen – und es gibt keine Hoffnung auf Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung zur Welt außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron auszubrechen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert. Denn dieses Gefängnis lebt....


    Meine Meinung
    Finn ist Gefangener in Incarceron. Er gehört einer Gruppe an, die andere Überfallen um ihnen Rohstoffe, Essen und Kleidung zu stehlen, womit sie Ihr eigens Überleben sichern. Finn kann sich nur an die letzten 3 Jahre erinnern, als er in einer Zelle in Incarceron erwachte. Immer wieder hat er Visionen und glaubt aus dem da außen zu sein. Bei einem weitern Überfall, mit dem das Buch beginnt, trifft er auf eine Maestra, die Ihm etwas zu seinem Tattoo erzählen kann, über sie gelangt er zu dem geheimnisvollen Schlüssel, der den Weg nach außen ermöglichen soll.
    Finn macht sich mit seinen Freunden auf die Suche nach der Tür.


    Claudia lebt Außerhalb von Incarceron und fühlt sich in einem goldenen Käfig gefangen. Sie ist die Tochter des Hüters von Incarceron und steht kurz vor der Hochzeit mit dem Earl. Das Protokoll schreibt ein Leben ähnlich des 17. Jahrhunderts vor, technische Entwicklungen, wie wir sie kennen gibt es, sind jedoch verboten, die von Claudia und ihrem Lehrer heimlich genutzt werden. Da der Hüter sehr oft unterwegs ist, versucht Claudia das Geheimnis von Incarceron zu lüften und gerät ebenfalls an einen geheimnisvollen Schlüssel.


    Durch beide Schlüssel können Finn und Claudia miteinander kontakt aufnehmen, womit die beiden Erzählstränge verbunden werden und das Abenteuer seinen Lauf nimmt.


    Die Idee eines lebendigen Gefängnisses ist neue und interessant, jedoch war es für mich sehr langatmig, mir fehlten viele Erklärungen. (z.B. wurden immer wieder die Käfer erwähnt, jedoch in keinster Weise, welcher Funktion sie inne haben: Kamera, Wanzen, Einschüchterung der Gefangenen?). Genauso wenige wurde darauf Eingegangen, warum es das Protokoll und somit den Verzicht auf alle technischen Errungenschaften gibt.
    Die Handlung wird manchmal sehr Mühsam vorangetrieben und in die Länge gezogen. Das Ende ist vorausschaubar und bietet wenig Überraschung.


    Altersempfehlung ist schwierig. Für begeisterte Leser ab 14, Lesemuffel Finger weg von dem Buch.
    Falls der zweite Teil noch ins deutsche übersetzt wird, werde ich ihn nicht lesen.


    Das Buch bekommt von mir 2 von 5 Punkten.


    Edit: ISBN zur dt. Ausgabe ergänzt

  • Da meine beiden Vorschreiberinnen den Inhalt schon ausführlich wiedergegeben haben, spare ich mir hier eine Inhaltsangabe und komme gleich zu meiner Beurteilung.


    Ich habe das Buch als Wanderbuch gelesen, weil sich die Kurzbeschreibung ganz spannend anhörte, aber so wirklich mein Fall war es nicht. Ich hatte am Anfang ziemlich Schwierigkeiten, Claudias Welt zeitlich richtig einzuordnen. Einerseits laut Protokoll in einem vergangenen Jahrhundert stehengeblieben, aber andererseits so hochtechnisiert und überwacht, dass es mich an eine Welt aus einem gruseligen Science Fiction-Roman erinnert.
    Dass immer dann, wenn es gerade gut gepasst hat, doch wieder moderne Technik zur Verfügung stand, hat für mich der Geschichte einiges an Glaubwürdigkeit genommen, und das sog. "Protokoll" verkam irgendwie immer mehr zur Farce.


    Um kurz auf Kamikazebaers Fragen einzugehen:


    Die Idee eines lebenden Gefängnisses, dass seine Insassen überwacht, nach deren Tod resorbiert und neue schafft, fand ich faszinierend.


    Trotzdem hatte ich Mühe, bei der Stange zu bleiben. Das Ende war doch ziemlich vorhersehbar und man hätte sicher auch das eine oder andere kürzen können. Die Charaktere waren ganz nett gezeichnet, aber irgendwie fehlte auch ihnen ein bisschen der Tiefgang.


    Vom Lesealter würde sagen, so etwa ab 14/15 Jahren, da doch einige ziemlich gruselige Szenarien dabei sind. Außerdem braucht es doch einiges an Ausdauer, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt.


    Ich vergebe 5 von 10 Punkten, denke aber, dass ich auch nicht wirklich zur Zielgruppe des Buches gehöre (bin weder Jugendliche noch expliziter Fantasy/SciFi/Dystopien-Fan).


    LG, Bella

  • Dieses Buch ist als Wanderbuch bei mir gelandet.
    Als Fantasy/Dystopie Leser wäre es aber auch im Bereich des Möglichen gewesen , dass ich es mir selbst zugelegt hätte.


    Leider bin ich etwas enttäuscht.
    DIe Idee ansich hat mir gut gefallen : Vor 150 Jahren schließt man den Abschaum in ein "Gefängnis" und in der Aussenwelt bleibt trotz hochmoderner Technik die Zeit stehen .


    Das Buch ist recht langatmig , mal passiert kurz was spannendes , dann wieder ewig lange nix- es kommt einfach keine Fahrt auf . Wirklich spannend wirds erst auf den letzten hundert Seiten...
    Die Charaktere bleiben recht blass, von der Welt drumherum erfährt man recht wenig.
    Es gibt ein paar Andeutungen , aber wie genau es dazu kam , wird nicht erklärt


    Das Ende bzw wer Finn ist ,war mir schon klar , als der "tote" Giles das erste Mal auftauchte .
    Mir fehlt insgesamt mehr Tiefe , mehr Gefühle (Nein ich will keine Liebeschnulze ;) ) , ich konnte teilweise einfach nicht wirklich nachempfinden wie die Charaktere sich fühlen.


    Von mir gibt es 6 von 10 Eulenpunkten , wobei 1 Punkt für das tolle Cover ist ...

  • Mich hat die Geschichte jetzt auch nicht umgehauen. Zunächst mal fiel mir der Zugang in die beiden Welten der Handlung ein wenig schwer und ich hatte den Eindruck ich muss mir meine Vorstellung eher aus meinem eigenen Fantasyhintergrund erschaffen, statt mich vom Autor hinein führen zu lassen. Letztendlich hatte ich den Eindruck, dass Tim Burton sich auf einem Holodeck der Enterprise mit einem Borg-Kubus austobt.


    Gefallen haben mir beide Welten nicht. Die eine war eins hochtechnisiert und hat sich mehr oder weniger freiwillig ins Mittelalter zurück katapultiert. Darin existiert irgendwo das Gefängnis, das eigentlich eher ein Ort der Verbannung und eine Welt für sich ist. Ursprünglich sollte das sogar ein paradiesischer Ort sein, aber irgendwas ging da gewaltig schief, weil Incarceron scheinbar ein eigenes Bewusstsein entwickelte und nun macht was es will. Im Grunde sind das dann auch keine schlechten Voraussetzungen für einen Roman.


    Leider hat man hier aber eine ziemlich vorhersehbare Geschichte eingebaut. Die junge Tochter des Gefängnishüters soll den Prinzen des Landes heiraten, der an die Stelle ihres ehemaliges Verlobten getreten ist, welcher einst verunglückte. Natürlich ist der neue Prinz ein Ekelpaket, während sein verstorbener Bruder das genaue Gegenteil war. Claudia trauert diesem nach und ist ziemlich begeistert, als sie über einen Schlüssel Kontakt ins Gefängnis erhält zu einer Truppe um den jungen Finn, der von schwerer Amnesie und Epilepsie gebeutelt und von Visionen vom außerhalb geplagt, dabei ist, einen Weg nach draußen zu finden. Leider weiß man aber auch genau nach 50 Seiten welches Geheimnis Finn umgibt und die Geschichte vom verschwundenen Königskind wurde nun wirklich so ungefähr eine Million mal erzählt.


    Mit den Figuren warm geworden bin ich ansatzweise auch erst auf den letzten 50 Seiten als man endlich das Konzept der Welten ganz durchblickt hat, die Karten auf dem Tisch liegen und die Handlung mal richtig Fahrt aufnimmt. Und genau als es dann interessant wurde, war das Buch zu Ende - weil einmal mehr geht das ganze wohl in mehrere Teile auf. Letztlich las sich das Buch dann auch wie ein recht lang geratener Prolog zu einer Serie. Mich juckt es sogar zu erfahren, wie es mit der ein oder anderen Figur weiter geht, aber ich glaube nicht so sehr, dass ich wirklich weitere Bände lesen möchte.

  • Finn ist gefangen in Incarceron. Einem Gefängnis, das so groß ist wie eine ganze Welt und kaum Grenzen kennt. Ein Gefängnis, in dem nichts umsonst stirbt und alles recycelt wird. Ein grausamer Ort voller Angst und Gewalt und ohne Liebe. In Claudias Welt glaubt man, dass Incarceron, das Experiment der Sapienti, geglückt und zu einem Paradies geworden ist, denn niemand weiß wo Incarceron ist und wie es dort zugeht. Niemand, außer dem Hüter Incarcerons, Claudias Vater.
    Als Finn, der glaubt, er stamme von Außerhalb des Gefängnisses, eines Tages in den Besitz eines geheimnisvollen Schlüssels kommt und Claudia ihrem Vater das Gegenstück dazu entwendet, können Finn und Claudia über diese Schlüssel miteinander kommunizieren und decken ein düsteres Geheimnis auf, denn Finn scheint tatsächlich nicht in Incarceron geboren zu sein. Claudia versucht alles um Finn irgendwie zu befreien …


    Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch einzig und allein erst einmal durch das wunderschöne Cover mit dem Schlüssel, der ja auch im Buch eine große Rolle spielt. Die Farbgebung ist einfach toll und die gesamte Umschlaggestaltung hat mich wirklich angezogen, so dass ich Incarceron dann doch lesen musste, obwohl mir die Kurzbeschreibung alleine gar nicht so zugesagt hätte. Gut, dass das Design dann doch noch ein Wörtchen dazu gesagt hat, denn Incarceron ist ein wirklich tolles Buch gewesen, wie ich jetzt sagen kann.


    Die Geschichte ist in insgesamt 35 Kapitel gegliedert, die sich wiederrum in fünf Abschnitte aufteilen. Erzählt wird zum einen die Geschichte von Finn und parallel dazu die Geschichte der Tochter des Hüters. Die Stränge treffen sich erst nach einer Weile.
    Der Einstieg fiel mir zugegeben ein wenig schwer, denn gerade die düster geschilderten Geschehnisse in Incarceron rund um Finn waren schon etwas bedrückend, zumal ich nicht so wirklich wusste, wohin das alles führen würde. Erst nach und nach kam ich in die Geschichte rein, nämlich als die Stränge sich dann auch trafen, und fand es dann aber auch sehr spannend.


    Catherine Fisher hat hier eine beeindruckende Fantasiegeschichte erschaffen. Es war erfrischend und mal etwas ganz anderes als die meisten fantastischen Veröffentlichungen derzeit. Gefallen hat mir vor allem auch, dass ich zu keinem Zeitpunkt wirklich dahinter gekommen bin, was denn nun das Geheimnis von Incarceron selbst war und mich so wirklich überraschen lassen konnte.


    Die Figuren selbst fand ich zum größten Teil gelungen, wenn auch kaum wirkliche Sympathieträger dabei waren, aber zumindest gab es nicht nur schwarz-weiß-Malerei, sprich, die Figuren waren nicht alle absolut gut oder böse, sondern meist recht facettenreich. Für einen ersten Teil war das okay, für den nächsten Teil den es auf jeden Fall geben wird, im englischen ist er bereits unter dem Titel Sapphique (Incarceron) erschienen, würde ich mir allerdings noch mehr Nähe zu den Figuren, vor allem Finn und Claudia, wünschen.


    Insgesamt gibt es von mir hierfür gute vier/fünf Sterne. Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung, die hoffentlich auch bald erscheinen wird.

  • Im Großen und ganzen muss ich der Kritik der anderen Eulen bezüglich dieses Buches hier leider beipflichten. Denn obwohl die Grundidee der Geschichte eine Gute ist, kratzt die Erzählung selbst nur an der Oberfläche der möglichen Beschreibung.
    Incarceron ist prinzipiell nicht langweilig geschrieben, allerdings hatte ich durchweg das Gefühl, dass die meisten Teile des Romans viel zu wenig umschrieben wurde.
    Es ging mir dabei wie Belle, dass ich viele Teile der Geschichte mehr durch meine Fantasie ausgeschmückt habe, als dass sie umfassend beschrieben worden wären.
    Dies ist wohl auch der Hauptgrund für mich weshalb die konstruierte Welt in meiner Vorstellung so platt und schwarz-weiß bleibt.
    Selbst vom Grundsatz her spannende Szenen waren so schnell und verhältnismäßig schlicht abgehandelt.


    Die Charaktere gefielen mir teilweise jedoch recht gut.
    Der Leser baut zwar nicht sofort eine Beziehung zu ihnen auf, allerdings entwickelt sich meines Erachtens nach mit der Zeit doch eine gewisse Sympathie zu Claudia und ihrem Freund und Mentor Jared auf.
    Bezüglich der anderen Charaktere, speziell auch auf die Insassen Incarcerons bezogen ist dies allerdings nicht der Fall.


    Ich würde das Buch auch eher in das Genre der Kinder- und Jugenbücher als in die Fantasy einordnen. Dort könnte ich mir vorstellen, dass es eher Abnehmer findet, wenn eine zügig voranschreitende Handlung eventuell mehr favorisiert wird als eine ausführliche Beschreibung des Geschehens.


    Fazit: Schöne Grundidee mit schwacher Umsetzung. Den zweiten Teil werde ich nicht lesen.


    5/10 Punkten

  • Die Geschichte von „Incarceron“ ist an sich recht einfach gestrickt und das Geheimnis um Finn ist dem Leser schon nach den ersten 50 Seiten klar. Jedoch versteht es Catherine Fisher nichts desto trotz den Leser bei der Stange zu halten, weil man ja wissen will, ob Finn auf seiner Suche nach dem Außerhalb Erfolg hat und wer bei dieser ganzen Geschichte denn nun wirklich die Bösen sind. Hierbei tut sich auch die eine oder andere kleine Überraschung auf und auch die Grauzonen sind nicht zu vernachlässigen. Am Interessantesten fand ich merkwürdigerweise Finns Eidbruder Keiro, vermutlich weil er sich bis zum Schluss nicht völlig hat durchschauen lassen. Finn und Claudia sind da für mich bei weitem blasser geblieben.
    Auch das lebendige Gefängnis selbst finde ich spannend, es beobachtet seine Gefangenen und spielt mit ihnen, hat die Herrschaft übernommen und schlichtergreifend ein Experiment, das aus dem Ruder gelaufen ist.


    Eine Fortsetzung würde ich durchaus gerne wieder lesen, auch wenn ich es eher als Jugendbuch einordnen würde. 8 Eulenpunkte

    Ich lese grade:


    Der Herr des Turms - Anthony Ryan
    ________
    Save the earth - it's the only planet with chocolate!

  • Auf das Buch bin ich in erster Linie durch das schön gestaltete Cover aufmerksam geworden. Nun bin ich doch gang froh dass ich es als Wanderbuch hatte und nicht gekauft habe. Auch wenn es im Regal sehr hübsch ausgesehen hätte, inhaltlich überzeugt hat es mich nicht richtig überzeugt. :-(


    Mir geht es genauso wie den meisten hier. Die Idee der Gefängniswelt gefällt mir, aber die Umsetzung im Buch ist zu wage, ich hätte mir mehr lebendige Beschreibungen, mehr Hintergrundwissen und vor allem mehr Informationen über die Gesellschaft im Inneren gewünscht. Vieles wird angedeutet, im Großen und Ganzen bleibt es aber doch der eigenen Phantasie überlassen, Incaceron auszugestalten.
    Die Außenwelt trifft es nicht besser. Wenn nicht ab und an pompöse Kleider und die verbotene Technik eingeworfen würden käme man gar nicht auf die Idee, dass die Gesellschaft ins 17. Jahrhundert zurückgestuft wurde. Der Grund dafür wird schon gar nicht groß aufgegriffen, das finde ich auch schade.
    Die Charaktere sind leider ebenso farblos und blass wie die beiden Welten, zu keinem finde ich wirklich einen Bezug. Ihr Verhalten ist nicht immer ganz nachvollziehbar, teilweise sogar nervig (besonders die Mädels). Das ist sehr schade, hätte das die Geschichte eventuell noch retten können.
    An besten gefallen haben mir die jedem Kapitel vorangestellen Auszüger der Geschichte von Sapphique. Davon hätte ich gerne mehr gelesen.


    Insgesamt sagt mir der Stil von Catherine Fisher nicht zu, wegen dem schönen Ansatz gebe ich dem Buch 5 von 10 Punkten.

    "Bücher haben eine Seele. Keiner muss die Seele eines Buches suchen. Die Seele des Buches findet den Leser. Das tut sie immer!" - Die wundersame Geschichte der Faye Archer