Vanora Bennett: The people´s queen

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    Set in late fourteenth century England, Vanora Bennett's rich,
    dramatic new novel presents an England uncannily like our own. The
    country is in turmoil, The King is in debt to the City, and the old
    order had broken down - a time of opportunity indeed, for those who can
    seize the moment. The king's mistress, Alice Perrers, becomes the
    virtual ruler of the country from his sickbed. Disliked and despised by
    the Black Prince and his cronies, her strong connections to the
    merchants make her a natural ally for the king's ambitious second son,
    John of Gaunt.Together they create a powerful position in the city for
    one of his henchmen, Geoffrey Chaucer. In this moment of opportunity,
    Alice throws herself into her new role and the riches that lay before
    her, but Chaucer, even though her lover and friend, is uneasy over what
    he can foresee of the conspiracies around them. At the centre of these
    troubled times and political unrest stands the remarkable figure of a
    woman who, having escaped the plague which killed her whole family, is
    certain she is untouchable, and a man who learns that cleverness and
    ambition may for him sit too uneasily with decency and honesty.


    Persönliche Beurteilung


    "The people´s queen" ist Vanora Bennetts vierter historischer Roman zur englischen Geschichte, ihre ersten drei Romane des Genres habe ich bereits vorgestellt ---> siehe hier .


    Inhalt


    Die Handlung dieses Romans spielt in den letzten Regierungsjahren des kränklichen Königs Edward III und den ersten Jahren unter seinem Enkel und Nachfolger Richard II bis zum Bauernaufstand (Peasants´revolt ) von 1381.
    Edward, der während des Hunderttjährigen Krieges gegen Frankreich bedeutende militärische Erfolge errungen hatte, ist inzwischen kränklich und senil geworden, sodass er keinen Überblick mehr über die Vorgänge in seinem Land hat. Höflinge und einflussreiche Beamte nutzen diese Lage aus, um sich durch dubiose Geschäftspraktiken (Betrug bei der Einlösung alter Schuldscheine) auf Kosten des Königs zu bereichern. Zu den Leuten, die die Gunst der Stunde nutzen, gehört auch des Königs einflussreichen Geliebte Alice Perrers . Diese ist jetzt seine Gefährtin und Pflegerin. Sie ist dem König ehrlich zugetan, andererseits ist sie aber eine ehrgeizige und überaus tüchtige Geschäftsfrau, die ungeheuren Reichtum und ausgedehnte Ländereien erworben hat. Alice versucht, für die Zeit nach Edwards Tod vorzubeugen, indem sie die Nähe und Freundschaft von dessen Sohn John of Gaunt, Duke of Lancaster, sucht. Zwischen den beiden kommt es zum Zerwürfnis, als sie eines Tages das ausspricht, was John nur angedacht und dann aus Gründen der Loyalität doch nicht ausgeführt hat: die Möglichkeit, dass John seinem minderjährigen Neffen Richard den Thron entreißen und sich selbst krönen lassen könnte. Von diesem Tag an verfolgt der Duke of Lancaster Alice mit seinem Hass, und so gerät sie auch in eine gefährliche Lage, als im "Good Parliament " von 1376 erstmals korrupte Beamte angeklagt, ihres Amtes enthoben und inhaftiert werden, als die "Commons" (niederer Adel und Kaufleute) gegen immer höhere Steuerforderungen und Geldverschwendung aufbegehren.
    Einer der Protagonisten des Romans ist Geoffrey Chaucer, der Autor (u.a) der Canterbury Tales, der als eine Art Revisor beim Zoll in London die Ausfuhr von Wolle und anderen Textiliprodukten überwacht. Zwischen Chaucer und Alice entwickelt sich eine Freundschaft, ihre Wege kreuzen sich immer wieder und sie helfen einander gegenseitig aus Schwierigkeiten heraus. Die differenzierte Darstellung der Charaktere mit guten und schlechten Eigenschaften fällt positiv auf.


    Aufbau


    "The people´s queen" ist nach dem mittelalterlichen Motiv des Rads der Fortuna in drei Hauptteile gegliedert, die mit "Regno" (lat. "ich herrsche"), "Regnavi" ("ich herrschte") und "Regnabo?" ("werde ich wieder herrschen?") betitelt sind und den Aufschwung und Niedergang von Alice auf dem Rad der Fortuna beschreiben. Dazu kommen ein Prolog, der die Situation und Problematik Englands nach der großen Pest von 1348 beschreibt und ein Epilog, der die Verhältnisse nach dem großen Bauernaufstand darstellt.
    Abgerundet wird das Ganze noch durch ein "Historisches Nachwort" sowie durch informative Sachkapitel zur Biographie Chaucers und über sein Verhältnis zu Alice Perrers.


    Fazit


    Das Buch ist im Präsens geschrieben und ist - wie auch die anderen Romane der Autorin- inhaltlich sehr anspruchsvoll. Deshalb fiel es mir zunächst etwas schwer, mich einzulesen. Es ist kein Buch, das man abends im Bett mit einem Tempo von 20 Seiten/Tag lesen kann. Man benötigt Zeit, Ruhe und volle Konzentration sowie eventuell auch zusätzliche Recherchen. Wenn man keinen seichten Historienroman erwartet, hat man einen hervorragend recherchierten und informativen Roman vor sich, der unbedingt empfehlenswert ist.


    9 Punkte

  • Danke für die Buchvorstellung, €nigma. Vanora Bennett ist noch nicht so ganz von meinem Radar verschwunden. "Bildnis einer jungen Frau" fand ich ganz großartig, war aber von "Queen of Silks" arg enttäuscht und habe es abgebrochen. Vielleicht versuche ich es noch einmal mit diesem Buch.

  • Das mit der schlechten deutschen Übersetzung hatte ich gelesen und es deswegen extra in Englisch besorgt. Ich fand es trotzdem nicht besonders, sehr hölzern, und war sehr enttäuscht.