Hatte gar keine Zeit zum Schreiben vor lauter Lesen. Ist gerade so spannend.
'Die Schwerter des Tiberius' - Kapitel I - V
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@ Iris irgendwie habe ich die stelle auf seite 89 nicht so ganz verstanden, um welche Schwester dreht es sich ? Grüßt er jetzt Cinnas Schwester oder nicht ???:gruebel
und ich wollte noch mal sagen das ich es total gut finde wie du so alltägliche Sachen in den Roman bringst, wie z.B wie man gewebt hat !! Das fehlt mir bei vielen historischen Romanen immer.... -
Zitat
Original von anne_jette
@ Iris irgendwie habe ich die stelle auf seite 89 nicht so ganz verstanden, um welche Schwester dreht es sich ? Grüßt er jetzt Cinnas Schwester oder nicht ???:gruebel
Nein, grüßen nicht, er erkundigt sich nur etwas sarkastisch nach ihrem Befinden; mit der "Perle" meint er Sunja. Er drückt halt sein Verständnis dafür aus, daß Cinna sich mit dem Drachen nicht lange aufgehalten hat.Zitatund ich wollte noch mal sagen das ich es total gut finde wie du so alltägliche Sachen in den Roman bringst, wie z.B wie man gewebt hat !! Das fehlt mir bei vielen historischen Romanen immer....
Es ist manchmal gar nicht so einfach, die Techniken herauszufinden. Mittelaltermärkte und Römertags sind sehr hilfreich, aber nicht jede Darbitung von Lebendiger Geschichte ist wirklich realitätsnah.
Das Weben war eine sehr mühselige Arbeit, bei der man den eigenen Gedanken nachhängen konnte, wenn man nicht gerade komplizierte Muster webte. Deshalb läßt es sich gut als "Hintergrundmusik" zum Sinnieren einbauen.
Die Menschen damals waren eigentlich den ganzen Tag lang an der Arbeit -- allein die Zubereitung und Konservierung von Nahrungsmitteln war bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts eine äußerst zeitaufwendige Sache ... -
Sooo.. ich bin soweit bei... von der Geschichte ganz gut, aber diese vielen Schachtelsätze ... mal sehn, wie es weiter geht ....
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Zitat
...aber diese vielen Schachtelsätze
Das hier ist ein richtiger Schachtelsatz:
„Nun geschah es eines Tages, als er mitten im abwegsamsten und schattigsten Tale, das sich durch die Schluchten des Berges Ida hinzog, zwischen Tannen und Steineichen, ferne von seinen Herden, die den Zugang zu dieser Einsamkeit nicht fanden, an einen Baum gelehnt mit verschränkten Armen hinabschaute durch den Bergriss, der eine Durchsicht auf die Paläste Trojas und das ferne Meer gewährte, dass er einen Götterfußtritt vernahm, der die Erde um ihn herum beben machte.“
(aus: Gustav Schwab – Sagen des klassischen Altertums)
lg Iris
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Es geht los, es geht los, es geht los ....
1. Hast du entschieden, dass es eine Karte, ja sogar ein Personenregister und eine Erklärung der militärischen Ränge gibt?
2. Hatte der Kinnhakten von Cinna gegen den frechen Soldaten symbolischen Charakter?
3. Die Chatten finden ja Erwähnung im Roman, die Vorfahren der Hessen. Ich weiß leider recht wenig über die Wichtigkeit dieses Stammes, außer, dass Gilliespie in "Mondfeuer" darüber geschrieben hat. Kannst du mir helfen?
4. Du verwendest ja im Buch einen speziellen Begriff für eine Gangart von Pferden. Hast du eine spezielle Beziehung zu diesen Lebewesen?
5. Oft wird recht genau das damalige Essen beschrieben. Woher hast du dieses Wissen?
Gibt es dafür spezielle Literatur?
So, nun muss ich aber wirklich Mathe lernen ...
Gruß
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Zitat
Original von Historikus
Es geht los, es geht los, es geht los ....
Ich muß mich jetzt allerdings für eine Weile verabschieden, weil ich noch ein paar Seitchen schreiben will -- und soll, oder?Bis später dann!
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Aaaaaaaaaaaaalso ...
ZitatOriginal von Historikus
1. Hast du entschieden, dass es eine Karte, ja sogar ein Personenregister und eine Erklärung der militärischen Ränge gibt?
Es war mein Vorschlag, die Lektorinnen haben es unterstützt und dann wurde dem auch entsprochen.Zitat2. Hatte der Kinnhakten von Cinna gegen den frechen Soldaten symbolischen Charakter?
Nur soviel wie jede andere Watschen auch.
Ich bin bloß froh, daß Cinna sich dabei nicht wehgetan hat. Das hätte doch eher albern ausgesehen.Zitat3. Die Chatten finden ja Erwähnung im Roman, die Vorfahren der Hessen. Ich weiß leider recht wenig über die Wichtigkeit dieses Stammes, außer, dass Gilliespie in "Mondfeuer" darüber geschrieben hat. Kannst du mir helfen?
Tja, ich lebe in Hessen ...
Aber das wolltest du nicht wissen.
Die Chatten sind im ersten nachchristlichen Jahrhundert einer der bedeutendsten germanischen Stämme gewesen, sehr stolz und kriegerisch (sie hatten offenbar 'was Korsisches an sich), und standen zeitweilig in Konkurrenz zu den Cheruskern. Ihre Haltung gegenüber den Römern war weitgehend neutral; entgegen der immer noch blind tradierten Meinung waren sie sicherlich nicht Teil der Verschwörung des Arminius, sonst hätte L. Asprenas nach der Varusschlacht nicht die Mainzer Legionen zur Sicherung der Rheinübergänge schnurstracks nach Norden geführt und diesem Stamm damit eine völlig ungeschützte Flanke zu überlassen.
Erst im Jahr 15 wird ein Feldzug gegen die Chatten geführt; in den Monaten davor ist es wohl zu einem Konflikt gekommen, der aber nicht überliefert ist.
Sie unterstützten die Meuterei batavischer Hilfstruppen ("Bataveraufstand" 69/70 n.Chr.) unter Iulius Civilis, obwohl sie zehn Jahre zuvor in einer verheerenden Schlacht mit den Hermunduren einen erheblichen Teil ihrer waffenfähigen Männer verloren hatten.
83 führt Domitian einen Feldzug gegen die geschwächten Chatten und ringt ihnen die Nidderau und Wetterau ab.
Erst 168 und 170 machen die Chatten durch zwei blutige Angriffe auf die römischen Provinzen wieder von sich reden. Von da an verliert sich ihr Schicksal bis auf eine Nennung bei Cassius Dio für das Jahr 203.Ob die erst im 6.Jh. als Hassii bzw. Hassones bekannten Namensgeber des Landes Hessen Abkömmlinge der Chatten sind, ist nicht bekannt.
Zitat4. Du verwendest ja im Buch einen speziellen Begriff für eine Gangart von Pferden. Hast du eine spezielle Beziehung zu diesen Lebewesen?
Ich habe früher geritten, kann mir das aber derzeit leider nicht leisten -- jedenfalls nicht das, was ich gerne tun würde.
Worauf die anspielst, ist die Sache mit dem Tölt. Man denkt ja heute, daß der Tölt eine Spzialität der Isländer ist, dabei verhält es sich genau umgekehrt: Die Isländer haben den Tölt beibehalten, weil Island jahrhundertelang vom europäischen Festland weitgehend isoliert war. Während auf dem Kontinent in der Neuzeit die Pferdezucht Dreigänger bevorzugte, den Tölt als Unart zu eliminieren suchte (diese Gangart ist denkbar ungeeignet bei Zugpferden!), unterblieb diese Entwicklung in Island.
Das läßt sich auch daran beobachten, daß Pferderassen, die im Vorfeld dieser Entwicklung auf den amerikanischen Kontinenten entstanden, häufig Gangpferde sind (z.B. Paso Fino, Paso Peruano, American Saddlebred, Tennessee Walker). In Brasilien kamen durch Rückzüchtung bei der Kreuzung eines portugiesischen Alter-Hengstes mit Andalusier- und Berberstuten die Mangalarga Marchadores auf.
Außerdem gibt es eine sehr alte griechische Pferderasse, die Arravani, bei denen es sich ebenfalls um Gangpferde handelt. Sie sind vermutlich Nachfahren derjenigen Pferderassen, die die römische Kavallerie benutzte.
Das Ganze ist ein sehr weites Feld, allerdings kenne ich mehrere arrivierte berittene Reenacter, die von der Mehrgängigkeit aller damaligen Rassen ausgehen. Außerdem gibt es nur eine Gangart, bei der man trotz hoher Geschwindigkeit nicht dermaßen geschaukelt oder geschüttelt wird, daß man in Kampfsituationen sich nicht vornehmlich selbst verletzt, und das ist der Tölt.Zitat5. Oft wird recht genau das damalige Essen beschrieben. Woher hast du dieses Wissen?
Dazu gibt es Quellen, und die sind inzwischen sehr gut aufggearbeitet -- übrigens auch im Sachbuchbereich und als Kochbuch. Ich habe in diesem Thread schon etwas vorgestellt. -
Ich fange jetzt an - zwar mit Verspätung, aber mit gutem Grund, ich hatte ja erst noch den Tribun zu lesen.
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So, ich stand zwar auch nicht offziell auf der Liste, hab aber schon im "Sammel"-Thread geschrieben, dass ich vielleicht mit einsteige.
Und: Hier bin ich!
Habe vorhin in der Badewanne (wink zu Morgana :wave) soweit gelesen, dass ich mit den ersten Kapiteln durch bin.
Bis jetzt gefällt mir das Buch besser als erwartet. Ich hatte auch Bedenken, dass zu viel erzählt wird, das ich nicht nachvollziehen kann. Mit den militärischen Dingen und den geografischen hatte ich z. T. auch meine Probleme. Allerdings versuche ich mich damit nicht allzulange aufzuhalten und lieber das was passiert genau zu verfolgen.
Gut gefällt mir, dass so viel von Sunja und Saldir berichtet wird. Das Verhältnis zu den militärischen Dingen ist einwandfrei und der Wechsel ist in einem angenehmen Abstand.
Was mich etwas verwirrt hat: (Seite 29 oben):
Cinna ist anscheinend von Tiberius abhängig, weil er selber kein Auskommen mehr hat und froh um den Posten im Heer von Tiberius ist. (Sehe ich das so richtig?)
Tiberius ist froh um das Wissen von Cinna über die "Barbaren".Welche Bedeutung hat Centurio Firmus? In welcher Beziehung steht er zu Cinna? Und steht er in der "Kette" über oder unter Cinna? Eben, dass Firmus in der Kette zwischen Cinna und Tiberius hängt, habe ich nicht ganz verstanden.
Und, dass Cinna den Eid, den er Sunjas Mutter geschworen hat, als schmerzhaft bezeichnet, hat in mir im ersten Moment das Gefühl geweckt, dass es ihm eigentlich eine Last ist. Das kann ja aber eigentlich nicht sein, weil er ja auch ohne Eid Sunja beschützen wollen würde.
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Zitat
Original von Ronja
So, ich stand zwar auch nicht offziell auf der Liste, hab aber schon im "Sammel"-Thread geschrieben, dass ich vielleicht mit einsteige.Und: Hier bin ich!
Na, dann willkommen im Club!ZitatBis jetzt gefällt mir das Buch besser als erwartet. Ich hatte auch Bedenken, dass zu viel erzählt wird, das ich nicht nachvollziehen kann. Mit den militärischen Dingen und den geografischen hatte ich z. T. auch meine Probleme. Allerdings versuche ich mich damit nicht allzulange aufzuhalten und lieber das was passiert genau zu verfolgen.
Das sollte auch reichen. Ich hab mich bemüht, das nicht überhandnehmen zu lassen - das ist Stephen Scarrows Domäne.ZitatGut gefällt mir, dass so viel von Sunja und Saldir berichtet wird. Das Verhältnis zu den militärischen Dingen ist einwandfrei und der Wechsel ist in einem angenehmen Abstand.
Schön, daß es dir taugt.ZitatCinna ist anscheinend von Tiberius abhängig, weil er selber kein Auskommen mehr hat und froh um den Posten im Heer von Tiberius ist. (Sehe ich das so richtig?)
Tiberius ist froh um das Wissen von Cinna über die "Barbaren".
Beides völlig richtig.ZitatWelche Bedeutung hat Centurio Firmus? In welcher Beziehung steht er zu Cinna? Und steht er in der "Kette" über oder unter Cinna? Eben, dass Firmus in der Kette zwischen Cinna und Tiberius hängt, habe ich nicht ganz verstanden.
Er ist der ranghöchste Centurio in der Truppe, damit der "second-in-command", der Stellvertreter des Praefecten als kommandierendem Offizier. Auf der anderen Seite ist er ein Mann, dem Tiberius vertraut und den er dem verhältnismäßig unerfahrenen Cinna als "Kindermädchen" an die Seite stellt. Auf diese Weise übt Tiberius indirekt Kontrolle über Cinnas Kommando aus, weil der "second-in-command" dem Chef schon mal die Leviten lesen darf.ZitatUnd, dass Cinna den Eid, den er Sunjas Mutter geschworen hat, als schmerzhaft bezeichnet, hat in mir im ersten Moment das Gefühl geweckt, dass es ihm eigentlich eine Last ist. Das kann ja aber eigentlich nicht sein, weil er ja auch ohne Eid Sunja beschützen wollen würde.
Schmerzhaft insofern, als es ihn auch an die "Feindseite" bindet, ihm Konflikte verursacht. Er fühlt sich Sunjas Familie wirklich verbunden und verpflichtet -- deshalb ist ihm bewußt, daß er zwischen den Stühlen sitzt, und das macht ihm zu schaffen. -
Danke schön, für die Antworten, Iris. Ich kommer leider erst jetzt dazu den Beitrag auch nochmal zu beantworten. (Dafür bin ich im Buch auch schon ein gutes Stück weiter. (Lesen macht großen Spaß, wenn man lernen muss. )
ZitatOriginal von Iris
Na, dann willkommen im Club!Danke schön! Ich hab es bis jetzt nicht bereuht, auch wenn ich manchen Leuten gerade den Arsch versohlen könnte, aber das gehört in die weiteren Threads.
ZitatWelche Bedeutung hat Centurio Firmus? In welcher Beziehung steht er zu Cinna? Und steht er in der "Kette" über oder unter Cinna? Eben, dass Firmus in der Kette zwischen Cinna und Tiberius hängt, habe ich nicht ganz verstanden.
ZitatEr ist der ranghöchste Centurio in der Truppe, damit der "second-in-command", der Stellvertreter des Praefecten als kommandierendem Offizier. Auf der anderen Seite ist er ein Mann, dem Tiberius vertraut und den er dem verhältnismäßig unerfahrenen Cinna als "Kindermädchen" an die Seite stellt. Auf diese Weise übt Tiberius indirekt Kontrolle über Cinnas Kommando aus, weil der "second-in-command" dem Chef schon mal die Leviten lesen darf.
ZitatUnd, dass Cinna den Eid, den er Sunjas Mutter geschworen hat, als schmerzhaft bezeichnet, hat in mir im ersten Moment das Gefühl geweckt, dass es ihm eigentlich eine Last ist. Das kann ja aber eigentlich nicht sein, weil er ja auch ohne Eid Sunja beschützen wollen würde.
Schmerzhaft insofern, als es ihn auch an die "Feindseite" bindet, ihm Konflikte verursacht. Er fühlt sich Sunjas Familie wirklich verbunden und verpflichtet -- deshalb ist ihm bewußt, daß er zwischen den Stühlen sitzt, und das macht ihm zu schaffen.[/quote]Danke für die ausführlichen Erklärungen.
Ich kann das schon irgendwie verstehen. Ein großes Problem wäre vor allem, wenn er nicht nur friedlich verhandeln (mit dem Stamm von Sunjas Familie) sondern auch gegen sie kämpfen müsste. Ich hoffe nur, dass das nie passieren wird.
Gäbe es denn für ihn keine andere Möglichkeit seine Brötchen zu verdienen, als in der Armee? Dann könnte er auf die Unterschiede pfeifen und sich ein schönes Leben machen. Außerderm wäre er dann nicht immer so lange von seinen beiden Mädels weg.
Aber der Bursche hat wohl nichts anderes gelernt und kommt gar nicht auf die Idee sich irgendwie selbstständig zu machen oder bei jemanden anders Arbeit zu suchen.
Können die Männer eigentlich problemlos aus der Armee aussteigen, wenn sie wollen?
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Mh mh mhhh..
ich komm grad nicht zum Lesen. Aber ich werde versuchen, heut Nacht mal weiter zu kommen... -
Hallo Ronja und Kathrin!
ZitatOriginal von Ronja
Gäbe es denn für ihn keine andere Möglichkeit seine Brötchen zu verdienen, als in der Armee? Dann könnte er auf die Unterschiede pfeifen und sich ein schönes Leben machen. Außerderm wäre er dann nicht immer so lange von seinen beiden Mädels weg.
Diese Freiheiten haben Menschen eigentlich erst seit kurzer Zeit, und der Roman spielt nicht im friedlichen Deutschland zu Beginn des 21. Jhs.
Am Ende vom Tribun stand Cinna ohne Familie und mittellos da, aufgrund der Gefangenschaft war er quasi für tot erklärt worden; es war ein damals übliches Verfahren, daß die betreffende Person das Bürgerrecht verlor und alle ihre sozialen Bindungen (Verträge, Verwandtschaft, Ehe/Verlöbnis etc.) als aufgelöst angesehen wurden. Möglicherweise sollte auf diese Weise einerseits verhindert werden, daß der römische Staat durch Geiselnahme erpreßt wird.
Cinna ist zum damaligen Zeitpunkt juristisch gesehen nicht existent, gleichgestellt mit irgendeinem dahergelaufenen bindungslosen Flüchtling. In dieser Situation könnte er nichts für sich selbst und erstrecht nichts für Sunja und Saldir ausrichten. Allein um sein Bürgerrecht zurückzuerhalten, daß ihm Rechte garantieren würde, fügt er sich den Vorstellungen des Tiberius. (Genau darum geht 's im Epilog)Aus der Armee auszuscheiden war damals nicht einfach. Eine Kündigung reichte auf keinen Fall! Und eine unehrenhafte Entlassung wäre möglicherweise mit einer Verbannung, erneutem Verlust des Bürgerrechts etc. einhergegangen. Hinzukommt, daß wir uns im Krieg befinden, und einen Mann mit besonderen Kenntnissen läßt das Oberkommando dann sicherlich nicht einfach so gehen.
Theoretisch könnte er auch als Jurist arbeiten, als Anwalt, das hat er schließlich gelernt -- aber selbst dafür dürfte es eine Zulassung brauchen.
Von freier Berufswahl in unserem Sinne konnte damals keine Rede sein!Zitatich komm grad nicht zum Lesen. Aber ich werde versuchen, heut Nacht mal weiter zu kommen...
Klingt nach Schulstress ... Hoffentlich hast du nächstens ruhigere Tage! -
Er kommt da ja wahrschienlich auch nicht aus seiner Haut heraus und an einer Stelle wird doch auch erwähnt,dass er sich, genau wie seine Jungs, nach dem nächsten Einsatz sehnt, was Sunja ja auch so gar nicht nachvollziehen kann.
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Zitat
Original von Iris
Diese Freiheiten haben Menschen eigentlich erst seit kurzer Zeit, und der Roman spielt nicht im friedlichen Deutschland zu Beginn des 21. Jhs.Das ist mir schon klar. Nur hab ich in meiner Unwissenheit halt gedacht, dass er notfalls vielleicht als einfacher Arbeiter bei irgendjemanden unterkommen könnte.
Wie war das denn mit den Männern, die nicht in der Armee waren? Haben die einen Beruf gelernt und sind dann immer in dem geblieben? Vielleicht bei verschiedenen "Arbeitgebern"? Es gab doch bestimmt auch Tätigkeiten, die auch "Ungelernte" tun konnten und für die man ein bißchen Geld bekommen würde. Wahrscheinlich aber weit weniger als er bei der Armee verdient. Und auf den Lebensstandart und den "guten Job" wollte er wahrscheinlich auch nicht verzichten...
ZitatAllein um sein Bürgerrecht zurückzuerhalten, daß ihm Rechte garantieren würde, fügt er sich den Vorstellungen des Tiberius.
Stimmt. Die Sache mit dem Bürgerrecht zurückbekommen hatte ich schlicht vergessen. Das ist natürlich ein Argument in der Armee zu dienen.
ZitatAus der Armee auszuscheiden war damals nicht einfach. Eine Kündigung reichte auf keinen Fall! Und eine unehrenhafte Entlassung wäre möglicherweise mit einer Verbannung, erneutem Verlust des Bürgerrechts etc. einhergegangen.
War schon nicht einfach damals. *grmpf*
ZitatTheoretisch könnte er auch als Jurist arbeiten, als Anwalt, das hat er schließlich gelernt -- aber selbst dafür dürfte es eine Zulassung brauchen.
Und für die Zulassung braucht er wieder das Bürgerrecht. Stimmts?
Der Mann hats schon wirklich nicht leicht.
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Zitat
Original von Ronja
Nur hab ich in meiner Unwissenheit halt gedacht, dass er notfalls vielleicht als einfacher Arbeiter bei irgendjemanden unterkommen könnte.
Einfache Arbeiter waren meist Sklaven oder Ausländer. Und in Ermangelung allgemeingültiger Bestimmung in Sachen Arbeitsrecht etc. war das keine attraktive Zukunftsaussicht.
Man darf ja auch nicht vergessen, daß Cinna als (fiktiver) Sproß einer sehr einflußreichen Familie gedacht ist, also im Hinblick auf die Machtposition seiner Familie vergleichbar (nicht gleichbedeutend! Wir habe ein anderes Verhältnis von Wirtschaft, Gesellschaft und Staat!) mit dem Sohn eines Großindustriellen oder Großbankiers. Außerdem war er vor seiner Gefangennahme ein hoher Stabsoffizier, etwa im Rang eines Obristen. Damit war er auch Geheimnisträger -- so jemanden läßt man im Militär nicht einfach von der Kette!ZitatWie war das denn mit den Männern, die nicht in der Armee waren? Haben die einen Beruf gelernt und sind dann immer in dem geblieben? Vielleicht bei verschiedenen "Arbeitgebern"? Es gab doch bestimmt auch Tätigkeiten, die auch "Ungelernte" tun konnten und für die man ein bißchen Geld bekommen würde. Wahrscheinlich aber weit weniger als er bei der Armee verdient. Und auf den Lebensstandart und den "guten Job" wollte er wahrscheinlich auch nicht verzichten...
Der Unterschied in den Lebensstadards zwischen Arbeiter und ranghohem Militär / Abkömmling einer Familie von politisch einflußreichen Großgrundbesitzern solltest du nicht an heutigen Verhältnissen festmachen: Ein damaliger Arbeiter war entweder ohnehin Sklave oder (z.B. in den Provinzen) Einheimischer ohne römisches Bürgerrecht. Das Einkommen reichte zum Überleben, Krankenversicherungen gab es im Zusammenhang mit den Handwerks- und Handelskammern, aber für den einfachen Arbeiter war das unerschwinglich, wenn sein Chef oder Besitzer ihm nicht half.
Diese sozialen Schichten lagen aus heutiger Sicht Lichtjahre auseinander.ZitatDie Sache mit dem Bürgerrecht zurückbekommen hatte ich schlicht vergessen. Das ist natürlich ein Argument in der Armee zu dienen.
Es ist auch eine Frage des Überlebens.ZitatUnd für die Zulassung braucht er wieder das Bürgerrecht. Stimmts?
Bingo!ZitatDer Mann hats schon wirklich nicht leicht.
Ich wollte es ihm auch nicht leicht machen.Aber allzu tief fällt er nicht. Er hat ein eigenes Kommando und kann sich mit Ruhm bekleckern, ohne daß er in Kampfhandlungen geschickt wird (die Truppen im Norden mußten mehr kämpfen!). Daß er mal beschließt, mit militärischen Mitteln einzugreifen, ist eine ziemlich eigenmächtige Entscheidung ... kein "Befehl von oben". Im Gegenteil hat er ja den Befehl, nur zur eigenen Verteidigung Waffengewalt auszuüben. Schließlich ist es sein Job, Präsenz zu zeigen und Verhandlungen zu führen.
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wenn ich mich richtig erinnere, hat Tiberius am Ende von Band 1 den guten Cinna nicht etwa höflich nach seinen weiteren Plänen gefragt, sondern unmissverständlich die Situation erklärt, in der er steckt.
War es nicht so, dass Tiberius Herr über Leben und Tod Cinnas war?
Hätte Cinna eine Verweigerung der Pläne des Tiberius überhaupt überlebt? Wohl kaum, schätze ich.
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Zitat
Original von Rabarat
wenn ich mich richtig erinnere, hat Tiberius am Ende von Band 1 den guten Cinna nicht etwa höflich nach seinen weiteren Plänen gefragt, sondern unmissverständlich die Situation erklärt, in der er steckt.
Er hat es noch nicht mal ihm erklärt, sondern sich mehr oder weniger mit seinem Sekretär über die Sache unterhalten, als handele es sich um ein unbedeutendes juristisches Spielchen.ZitatWar es nicht so, dass Tiberius Herr über Leben und Tod Cinnas war?
Hätte Cinna eine Verweigerung der Pläne des Tiberius überhaupt überlebt? Wohl kaum, schätze ich.
1) In dieser Situation auf jeden Fall
2) Gut geschätzt: Höchstwahrscheinlich nicht.Cinna hat eine weitere Motivation für seinen Job: Er hat mit Arminius noch eine größere Rechnung offen.
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Zitat
Original von Iris
Cinna hat eine weitere Motivation für seinen Job: Er hat mit Arminius noch eine größere Rechnung offen.
Warum?
Mag der den nicht?